Handball-Luchse ziehen Zwischenbilanz

Zum Saisonbeginn war Marleen Kadenbach (am Ball) noch fit und traf wie am Fließband. Danach musste sie mit einer Oberschenkelverletzung lange pausieren
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HANDBALL: Verletzungspech treibt dem Erstliga-Aufsteiger die Sorgenfalten auf die Stirn / Geschäftsführer Sven Dubau fehlt Unterstützung aus der Politik

(cc). Je näher das Jahresende rückt, desto häufiger wird jetzt die Frage gestellt: Gibt es schon Anfang 2021 Chancen auf „normalen“ Handball in der Buchholzer Nordheidehalle? Ob die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausreichend sind oder nach dem 10. Januar 2021 Lockerungen möglich sind, kann derzeit keiner sagen. Momentan ist EM-Pause in der Frauen-Handball-Bundesliga, aber auf dem Plan steht bereits am Sonntag, 27. Dezember, der nächste Spieltag. Für Samstag, 16. Januar 2021, ist für die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten das Nachbarschaftsduell in der Nordheidehalle in Buchholz gegen den Liga-Konkurrenten und Kooperationspartner Buxtehuder SV terminiert. Alle Handball-Fans hoffen darauf, dass bald wieder vor Zuschauern gespielt werden darf.
Das WOCHENBLATT hat den Erstliga-Aufsteiger nach zehn Spieltagen unter Corona-Bedingungen um eine Zwischenbilanz gebeten. Diese macht vor allem deutlich, dass die „Luchse“ schon zum Saisonbeginn viel Pech mit Verletzungen hatten.
„Aufgrund der vielen verletzten Spielerinnen konnten wir nur selten mit der stärksten Mannschaft antreten“, erklärt Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau: „Nach dem Kreuzbandriss von Marthe Nicolai traf es am vierten Spieltag Melissa Luschnat, die mit einer komplizierten Handverletzung mehrere Monate ausfällt. Auch Lisa Borutta steht nicht zur Verfügung. Julia Herbst ging nach starkem Saisonstart durch einige Krankheiten geschwächt in die letzten Spiele, konnte dadurch nicht ihr eigentliches Potential abrufen. Ähnlich erging es Marleen Kadenbach, die wegen ihrer noch nicht völlig ausgeheilten Oberschenkelverletzung geschont wurde.“
Nach zehn Spieltagen in der 1. Bundesliga stehen die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten mit zwei Siegen und acht Niederlagen mit 4:16 Punkten auf dem 14. Tabellenrang. Der Abstand zum ersten Nicht-Abstiegsplatz beträgt momentan vier Punkte. „In den entscheidenden Spielen wie gegen Oldenburg und Mitaufsteiger Halle waren wir dem Druck, siegen zu müssen, nicht gewachsen“, analysiert Dubau: „Gegen Blomberg und Bensheim-Auerbach haben wir stark gespielt, da fehlte uns aber das Quentchen Glück.“
Gestartet sind die „Luchse“ in das Abenteuer 1. Bundesliga mit einem völlig veränderten Gesicht gegenüber der Vorsaison in der 2. Liga. Es gab viele Neuverpflichtungen beim Aufsteiger: Aus Schweden kam Louise Cronstedt, die mit 14 Toren aus dem Rückraum ihre Bundesligatauglichkeit schon in etlichen Spielen unter Beweis stellte. Allein im DHB-Pokalspiel gegen Oldenburg kam sie auf neun Treffer und war maßgeblich am 30:22-Heimsieg beteiligt. „Sie könnte im weiteren Saisonverlauf noch ein Faktor für uns werden“, so Dubau: „Ihren Leistungszenit hat sie noch lange nicht erreicht.“
Als „sehr erfreulich“ bezeichnet Dubau die Entwicklung der jüngsten Spielerin im Team, Maj Nielsen auf Außen, die aus der B-Jugend des Buxtehuder SV kam. „Sie hat sich enorm schnell an die erhöhten Anforderungen der 1. Liga herangekämpft“, lobt der Geschäftsführer. Als ungemein wichtig für die Abwehr sieht er auch Natalie Axmann, die bei ihren Einwechslungen der Deckung stets mehr Stabilität gab. Auch die beiden Transfer-Coups von Jessica Oldenburg und Fatos Kücükyildiz überraschten: Die ehemalige Leistungsträgerin des Buxtehuder SV, Jessica Oldenburg, kämpfte sich nach ihrer zweijährigen Babypause mit viel Herzblut, Freude und Ehrgeiz in ihre frühere Form zurück und steuerte im Spiel gegen Göppingen sechs Tore zum Sieg für ihre neue Mannschaft bei. Als „weiteren Glücksfall“ bezeichnet Dubau die Schwedin Fatos Kücükyildiz, die nach acht Monaten Spielpause immer besser in Schwung kam. „Sie ist eine komplette Spielerin, die bei uns neben Kim Berndt die Taktgeberin ist. Ihren Trainingsrückstand hat sie inzwischen weitgehend kompensiert und wird dadurch in ihren Aktionen immer schneller und unberechenbarer für den Gegner. Inzwischen hat sie schon 24 Tore erzielt“, freut sich Sven Dubau.
Als ein „schwieriges Kapitel“ bezeichnet Dubau die Punktspiele der „Luchse“ ohne Zuschauer, die sein Team lautstark in der Nordheidehalle beflügeln könnten. Welche Bedeutung die Live-Stream-Übertragungen der 1. Bundesliga haben, bewies erst kürzlich ein Schreiben an die Vereinsführung der „Luchse“ aus Süddeutschland. Der Handball-Fan schreibt: „Vielen Dank, dass ihr weiterspielt. Ihr seid mein einziger Strohhalm in dieser schweren Zeit. Ich wohne bei Stuttgart und werde sicherlich nie ein Heimspiel live sehen können, aber eure Übertragung macht einfach Spaß und eure Mannschaft wirkt so sympathisch. Viel Erfolg für die Saison.“
„Auch unseren Werbepartnern gilt ein besonderer Dank, die es den Luchsen möglich machen, den Spielbetrieb aufrecht zu halten“, betont Sven Dubau: „Es gibt ja keine weiteren Einnahmen, sondern immer nur weitere Kosten. Wir können es nicht genug würdigen, dass immer wieder Geld generiert wird, damit die Saison nicht zum Albtraum wird." Enttäuschend sei die Unterstützung durch die politischen Entscheidungen, denn die Gelder fließen nicht zu den Luchsen. Ein Verein der 1. Handball-Bundesliga müsste aus dem Sporttopf profitieren können und nicht durch kaum nachvollziehbare Vorbedingungen durch das Raster fallen. "Da die Gelder des Bundes sich auf Zuschauereinnahmen der Vorsaison richten, gehen die Luchse aus diesem Topf leer aus", ärgert sich Dubau: „Natürlich haben wir in dieser Saison mit mehr Zuschauern gerechnet als letzte Saison. Mit diesen Einnahmen wollten wir die Mehrkosten in der 1. Bundesliga, wie zum Beispiel HBF-Kosten und Schiedsrichtergelder, ausgleichen.“
Damit die „Luchse“ den Klassenverbleib in der 1. Liga sichern können, müssen vor allem die Auswärtsspiele am 27. Dezember in Ketsch und am 2. Januar 2021 in Mainz gewonnen werden. „Wir haben jetzt mit einem breiteren Kader viel mehr Möglichkeiten, den Gegner vor Probleme zu stellen. Wenn Spielfreude und Lockerheit erhalten bleibt, und Chancen verwertet werden, sind wir in den nächsten 20 Spielen durchaus in der Lage, für manche Überraschung zu sorgen“, so Dubau. Gegner wie Bietigheim oder Dortmund seien kaum zu bezwingen, aber in engen Spielen gegen machbare Gegner müsse man zuschlagen. Dann sei mindestens der Relegationsplatz realistisch. "Wir verfügen über eine tolle Abwehr und über einen eingespielten Kader“, betont Sven Dubau.
• Zum nächsten Heimspiel - ohne Zuschauer - erwarten die "Luchse" am Mittwoch, 30. Dezember, 19 Uhr, den aktuellen Tabellenführer SG BBM Bietigheim in der Buchholzer Nordheidehalle.

Zum Saisonbeginn war Marleen Kadenbach (am Ball) noch fit und traf wie am Fließband. Danach musste sie mit einer Oberschenkelverletzung lange pausieren
Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau
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Roman Cebulok aus Buchholz

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