Glasfaserstreit
10. Mai: Entwarnung – und erstmals Hintergründe

Entwarnung für Kunden: Die Internetversorgung über den 10. Mai hinaus ist vorerst gesichert | Foto: KI-generiert
  • Entwarnung für Kunden: Die Internetversorgung über den 10. Mai hinaus ist vorerst gesichert
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Kurz vor dem 10. Mai gibt es eine Entwarnung – und erstmals offizielle Hintergründe. Open Infra sichert die Versorgung über den 10. Mai hinaus zu und nennt als Grund für die Trennung von Premium-Netz erstmals öffentlich ausstehende Netzentgelte. Premium-Netz widerspricht. Und: Ein Kunde hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Das WOCHENBLATT hat bei beiden Seiten nachgefragt.
Open Infra erklärt auf Anfrage des WOCHENBLATT: Bei den ausstehenden Zahlungen handele es sich um Netzentgelte für die Nutzung der Glasfaserinfrastruktur. „Der Kündigung der Zusammenarbeit gingen lange intensive Verhandlungen voraus", so Sprecher Frank Wittich-Böcker. Einen konkreten Betrag nennt Open Infra nicht. Premium-Netz-Geschäftsführer Utz Wilke weist die Darstellung zurück: Die Trennung sei wegen offener Netzentgelte allein „deutlich zu kurz gegriffen". Man habe erheblich in Vermarktung und Kundenbetreuung investiert – Gegenansprüche, die Open Infra nicht berücksichtige. „Der Sachverhalt ist Gegenstand der laufenden rechtlichen Klärung."
Dem WOCHENBLATT liegt ein Anwaltsschreiben vor, das ein Kunde aus Heidenau durch Rechtsanwalt Dr. Mark-Oliver Otto, Kanzlei KWR Hamburg, an Premium-Netz gerichtet hat – Dr. Otto bestätigte die Verwendung. Darin wird Filiago eine Frist bis zum 8. Mai gesetzt, verbunden mit der Androhung einer Strafanzeige wegen Betrugs. Open Infra erklärt dazu, man könne „keine Stellung zu einzelnen rechtlichen Auseinandersetzungen nehmen". Premium-Netz bestätigt: „Uns ist bekannt, dass einzelne Kunden anwaltliche Schritte einleiten."
Die wichtigste Nachricht für Kunden: Eine Abschaltung am 10. Mai findet nicht statt. Stefan Hensel, Director Sales Deutschland bei Open Infra, erklärt: „Die aktuelle Übergangsversorgung stellt die unterbrechungsfreie Internetversorgung bis zu einer zukünftigen Lösung sicher." Wann diese Lösung kommt, bleibt offen – Open Infra kündigt lediglich an, „zeitnah nach Abschluss der Gespräche" zu informieren. Wilke mahnt: „Es besteht kein Anlass für übereilte Kündigungen." Der grundsätzliche Konflikt bleibt ungelöst.

Redakteur:

Tina Lüecke aus Buchholz

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