Buchholz
Verkaufsoffener Sonntag mit sehr wenig Resonanz
- Ein Bild aus vergangenen Tagen: Die Innenstadt war mit Besuchern gut gefüllt
- Foto: Axel-Holger Haase
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Ein verkaufsoffener Sonntag ist an sich eine Bereicherung für die Geschäfte der Innenstadt. Menschen, die an den Werktagen keine oder nur wenig Zeit haben, nutzen diese zusätzliche Einkaufsmöglichkeit gerne.
Doch geht man am verkaufsoffenen Sonntag durch die Buchholzer Innenstadt, sieht die Situation für Shopping-Willige nicht gerade rosig aus: Zahlreiche Geschäfte, zumeist inhabergeführte, haben geschlossen. So führt der Weg durch die Fußgängerzone an dunklen Schaufenstern vorbei.
Aktionen vor den Geschäften finden fast gar nicht statt. Was läuft da verkehrt in der Buchholzer Geschäftswelt? Wollen die Firmeninhaber diese Chance, gegen den stetig steigenden Umsatz des Onlinehandels tätig zu werden, nicht nutzen?
Bernd Gaulke, Geschäftsinhaber des Fachgeschäfts "Spielhörnchen", war einer der wenigen, der am vergangenen verkaufsoffenen Sonntag, 30. März, teilnahm. Er sagt: "Ich öffne mein Geschäft, um etwas für die Stadt Buchholz zu tun. Nur wenn viele Kaufleute an einem Strang ziehen, lässt sich etwas Positives erreichen."
Weitere Geschäftsinhaber, die nicht namentlich genannt werden wollen, haben andere Meinungen: "Ich nutze den Tag lieber für mich und meine Familie." Oder: "Das bringt finanziell nichts. Der Umsatz reicht nicht, um meine Mitarbeiter für diesen Zusatztag zu bezahlen."
Eine Frage, die sich in der Vergangenheit gestellt hat: Müssen es wirklich so viele verkaufsoffene Sonntage sein? Diese Frage wurde den Mitgliedern, des damaligen Werbekreis Buchholz und auch im mittlerweile aufgelösten Stadtmarketing Buchholz e.V. schon gestellt. Auch dort gab es keine Einigung, was die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage betraf.
Die Lage für die Stadt Buchholz ist momentan nicht einfach: Der Werbekreis Buchholz ist aufgelöst, die Geschäftsleute leiden unter Organisationsschwäche, die vom Ansprechpartner Innenstadtmanagement Buchholz nicht gelöst werden kann.
Kommentar
Was momentan notwendig ist, ist Engagement aller Beteiligten, vor allem der Kaufleute. Als ich vor knapp 30 Jahren über die verkaufsoffenen Sonntage in Buchholz berichtete, gab es eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie kümmerte sich um rechtzeitige Information aller Mitglieder der Werbegemeinschaft. Es gab zwei verkaufsoffene Sonntage: einen Frühjahrs- und einen Herbstmarkt. Die Stadt war mit zusätzlichen Händlern gefüllt, die der Jahreszeit entsprechende Blumen und Pflanzen präsentierten. Es gab kurzweilige Aktionen für die Kinder und eine Auto-Show. Die Innenstadt war stets von Menschen gut besucht, die durch die Innenstadt schlenderten und für Umsatz sorgten.
Doch beständig ließ das gemeinsame Handeln der Kaufleute nach. Unter der Leitung von Frank Kettwig wurden die Aktivitäten des Stadtmarketings Buchholz intensiviert. Doch nach seinem Rücktritt und der Auflösung des Vereins fehlt eine Persönlichkeit, die die Kaufleute führt. An diesem Punkt sollte die Stadt Buchholz ansetzen und dafür sorgen, dass wieder ein Wir-Gefühl unter den Kaufleuten entsteht.
Axel-Holger Haase
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