sla/thl. Buxtehude. Das aktuelle Sturmtief Eugen hat die Reisepläne von Karsten Rinck (39) aus Grünendeich kurzzeitig durcheinandergewirbelt. Kurz nach dem Start am vergangenen Wochenende auf seiner Tour zu Fuß quer durch Europa fand er am Mittwoch Unterschlupf auf einem Bauernhof in Stelle - und meldete sich von dort beim WOCHENBLATT.
Mit seinem Hund Lotte und einem selbstgebauten Anhänger mit insgesamt 60 Kilo Gepäck inklusive Zelt und Campinggeschirr will er innerhalb der nächsten fünf Jahre bis ans Schwarze Meer und wieder zurück nach Grünendeich reisen. 42 Länder will er dabei durchwandern. "Die Strecke beträgt etwa 25.000 Kilometer", hat Rinck ausgerechnet. Jeweils 5.000 Kilometer will er im Jahr schaffen.
Seinen Job als Kfz-Mechaniker hat er dafür gekündigt, auch seine Ämter bei der Ortsfeuerwehr Grünendeich und der Schützengilde Steinkirchen müssen so lange ruhen. Schon 2017 sei er zu einer Deutschlandtour gestartet - das sei allerdings lediglich ein verlängerter Urlaub gewesen, erzählt Karsten Rink, der vielen auch als "Mütze" bekannt ist. Den Spitznamen erhielt er in seiner Lehrzeit als Kfz-Mechaniker durch seine Schirmmütze, die er immer trug - und sogar auf dem Neukloster Pfingstmarkt mit dem Namen "Mütze" besticken ließ.
Die Geschichte des Kanadiers Jean Béliveau, der in elf Jahren zu Fuß die Welt umrundete und damit seine Probleme bewältigte, habe 2016 seine Idee zu einer eigenen Tour ins Rollen gebracht, erzählt Rinck. Denn er war der Einzige, der den elterlichen Lkw-Betrieb übernehmen konnte, mit der Verantwortung, die auf seinen Schultern lastete, sei er aber nicht klargekommen. Einfach mal ausbrechen aus dem Hamsterrad, das wünschen sich viele, aber nur wenige setzen es wie Karsten Rinck in die Tat um.
Sowie sich der Sturm legt, will der 39-Jährige weiter nach Dömitz an der Elbe ziehen, von dort aus geht es Richtung Erzgebirge und weiter bis Tschechien. Viel Geld benötige er nicht auf seiner Tour, aber er habe vorgesorgt. Sponsoren können ihn auf seinem "Mütze on tour"-Blog unterstützen, auf dem er von seiner Reise berichtet, sodass jeder täglich seine Erlebnisse verfolgen kann.
Übernachten will er meist in Privathaushalten. "Ich frage die Leute einfach, ob sie ein Zimmer für mich haben. Meistens klappt das auch", so "Mütze". Für eine mögliche Corona-Impfung habe er alle Dokumente dabei. Er werde sich an die jeweiligen Corona-Regeln halten, sagt Karsten Rinck. Ansonsten sieht er alles ganz locker, zumal er allein und draußen unterwegs sei.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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