Wird es im Buxtehuder Stadthaus bald leer? Die "Babyboomer" gehen in Rente

Geschlossen wegen Personalmangel? In der Buxtehuder Stadtverwaltung werden in den kommenden Jahren die Mitarbeiter reihenweise in Pension gehen
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Pensionierungswelle rollt auf die Verwaltung zu: Wie steuert Buxtehude gegen?

tk. Buxtehude. Wenn Bürger und Medien öffentliche Verwaltungen kritisieren, dann tun sie das oft mit dem Hinweis auf einen "aufgeblähten Apparat". Wird diese Kritik verstummen, sogar ins Gegenteil verkehrt? Werden Verwaltungskritiker irgendwann lautstark fordern: Stellt endlich mehr Leute ein? Tatsache ist: Der Nachwuchs in Ämtern und Behörden wird knapp und eine gewaltige Pensionierungswelle rollt an. Das trifft nicht nur große Bundes- oder Landesbehörden, sondern jede Kommune. "Wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern, haben wir ein Riesenproblem", sagt Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt.

In den kommenden fünf Jahren werden auf der zweiten Führungsebene und bei nachgeordneten Stellen viele Stühle im Stadthaus frei. "Die Babyboomer gehen in Rente", sagt die Bürgermeisterin.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen: In der Kernverwaltung (also ohne Erzieherinnen und Erzieher und Bauhofmitarbeiter) sind derzeit rund 500 Menschen beschäftigt. Die Altersgruppe der 51- bis 55-Jährigen ist mit knapp 120 Mitarbeitern am stärksten vertreten. Die zweitstärkste Gruppe (ungefähr 110) ist die der 46- bis 50-Jährigen. Auf Platz drei liegen mit 100 Mitarbeitern die 56-bis 60-Jährigen Eine Riesenlücke klafft dagegen bei Mitarbeitern, die Mitte 40 sind.

Wie steuert Buxtehude gegen, wie rekrutiert die Stadt angesichts des demographischen Wandels Nachwuchs? "Wir müssen uns besser vermarkten", sagt Katja Oldenburg-Schmidt. Es reiche nicht mehr, dass ein Job in der Verwaltung Sicherheit biete. Die Stadt müsse beispielsweise auf Messen um Azubis werben und sich nach außen als attraktiver Arbeitgeber darstellen. "So etwas wurde jahrzehntelang nicht gemacht." Das reicht von flexiblen Arbeitszeitmodellen bis hin zu passgenauen Fortbildungsangeboten. "Und wir müssen das Gefühl vermitteln, dass der einzelne Mitarbeiter wertgeschätzt wird", so Oldenburg-Schmidt. Außerdem müsse kommuniziert werden, dass ein Job in der Verwaltung keine Bürostuben-Tristesse sei. "Von Haushalt bis Sportentwicklungsplanung - wir bieten vielfältige Themen und Aufgaben."

Verwaltungsintern gibt es bereits eine Stelle für Personalentwicklung. Das Ziel: Das eigene Personal nach vorne zu bringen. "Wo Potential ist, müssen wir es fördern", sagt die Bürgermeisterin. Denn so können freie Führungsposten auch intern besetzt werden.

Wo es kaum Spielraum gibt ist beim Gehalt. "Da ist die freie Wirtschaft flexibler", sagt die Bürgermeisterin. Eine Verwaltung sei an die Tarife des öffentlichen Dienstes gebunden. Es gebe in Buxtehude zwar leistungsgerechte Zuschläge, aber "das ist ein sehr kleines Stück von einem sehr kleinen Kuchen". Wünschenswert wäre es, wenn Verwaltungen etwa Zulagen und Boni zahlen könnten.
Katja Oldenburg-Schmidt ist optimistisch, dass die Probleme lösbar sind. "Wenn wir uns gut verkaufen." Sie setzt darauf, dass jüngere Generationen bei der Berufswahl stärker die Sinn- als die Gehaltsfrage stellen.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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