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In Stade kann man Butler werden

Jörg Schmidt bildet Butler aus: Auf Tischkultur wird in den Kursen sehr viel Wert gelegt Foto: edumondi
Deutschlands einzige Butlerschule steht an der Schwinge / "Es gibt großen Bedarf"

bc. Stade. Viele kennen Butler nur aus Filmen, doch es gibt sie wirklich. Ausgebildet werden sie u.a. in Deutschlands einziger Butlerschule. Die steht in Stade. Geschäftsführer Jörg Schmidt (50) hat seine Firma "edumondi" 2016 gegründet. Am Montag startet ein neuer Kursus. Dann wollen sich zwei Herren aus Bayern und Berlin sowie eine Dame aus Österreich zum Butler bzw. zur Butleresse ausbilden lassen - inklusive Uniform mit den typisch weißen Handschuhen. Gibt es überhaupt Bedarf?
"Ja", sagt Jörg Schmidt klipp und klar. Das habe nicht zuletzt eine umfassende Marktanalyse verdeutlicht, die er veranlasst habe. Auch sein Job als Firmenkunden-Berater in der Bank - Anfang der 2000er Jahre wechselte der Berliner zur Volksbank nach Stade - habe ihm das Potenzial aufgezeigt. "Selbst wenn sich in Norddeutschland wahrscheinlich niemand einen Butler einstellen würde", sagt Jörg Schmidt.
Eher aber schon einen Haushaltsmanager oder einen persönlichen Assistenten, wie man einen Butler auch nennen könnte. Der Job muss nicht immer Butler heißen. "Zielgruppe sind in erster Linie vermögende Privathaushalte", so Schmidt. Ein Blick in Richtung Hamburger Elbchaussee genüge. Die meisten Anfragen kämen aber trotzdem aus Süddeutschland. "Wer bei uns eine Ausbildung macht, dem gebe ich eine Jobgarantie", sagt Jörg Schmidt.
Acht Wochen dauert der Vollzeitkurs. Als äußerst abwechslungsreich beschreibt der Firmeninhaber die Ausbildung. Haushaltsmanagement, Reinigung, Tischkultur und Kulinarik gehören ebenso dazu wie das Organisieren von größeren Veranstaltungen oder die Reisebegleitung. Auch Personalführung gehört dazu. Denn traditionell gemäß des englischen Berufsursprungs ist ein Butler ein Diener mit Führungsfunktion. "Interessierte sollten auf jeden Fall dienstleistungsorientiert sein. Der Servicegedanke steht im Fokus, Aufträge müssen ausgeführt werden", so Schmidt. Die Kursteilnehmer sollten über Liebe zum Detail verfügen, eine innere Ruhe ausstrahlen und Drucksituation aushalten können. Einer der besten Absolventen sei bislang ein ehemaliger Soldat gewesen.
Ganz billig ist so ein Vollzeit-Kursus zum Butler zwar nicht - zwischen 15.000 und 17.000 Euro (inklusive Uniform und Unterbringungskosten) müssen Interessierte hinlegen - dafür verspricht Jörg Schmidt aber exzellente Zukunftsperspektiven mit einem anständigen Salär. Für Berufsanfänger betrage das Einstiegsgehalt gut 3.500 Euro. Danach sei das Gehalt nach oben offen.