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Ralf Schöngart ist Deutscher Schachmeister der Amateure: "Bin kein Schlaumeier, aber Intelligenz schadet beim Schach nicht"

"Ich bin kein Schlaumeier", sagt Ralf Schöngart. Deutscher Schachmeister der Amateure ist er dennoch Fotos: privat
Ralf Schöngart ist Deutscher Schachmeister der Amateure

tk. Buxtehude. Schach wird als Denksport bezeichnet. Dass dennoch "gefoult" wird, überrascht umso mehr. Natürlich nicht mit einer Blutgrätsche, sondern eher aus der Trickkiste der psychologischen Kriegsführung. "Die Wasserflasche alle paar Sekunden fünf Mal auf- und wieder zudrehen", führt Ralf Schöngart, frischgebackener Deutscher Schachmeister der Amateure in der zweithöchsten Spielklasse, als Beispiel an. Für den Buxtehuder kommt das nicht in Frage: "Für mich gilt immer: Fairness geht vor."
Kürzlich setzte sich der Buxtehuder Schachspieler gegen die Konkurrenz durch. In Leipzig wetteiferten 315 Spieler in sieben Wertungsgruppen um die Titel. Wer bis dorthin gekommen war, gehört schon zu den Besten in Deutschland, denn vor der Schach-DM stehen diverse Vorturniere.
Schöngart, der seit 1988 auch Schiedsrichter in der Schach-Bundesliga ist, spielt seit 50 Jahren Schach. Für ihn noch immer ein faszinierendes Spiel. "Ich habe noch keine einzige Partie doppelt gespielt", sagt er. Immer wieder gehe es um neue Züge, neues Denken, andere taktische Varianten. "Der menschliche Faktor macht Spaß", sagt er. Sein Gegenüber kann ihn immer überraschen - auch ohne Psychotricks. Und der in Deutschland recht bekannte Buxtehuder hat selbst Spaß daran, nicht nur das Brett, sondern auch den Gegner zu studieren. "Rutscht er nach meinem Zug nervös auf dem Stuhl hin und her?" Gegen einen Computer spielt er daher nicht gerne.
So engagiert Ralf Schöngart auf nationaler und internationaler Ebene Titel sammelt - genauso so wichtig wie der erste Gewinn der Deutschen Meisterschaft ist ihm die Nachwuchsarbeit.  "Die Probleme in diesem Bereich sind groß", sagt er. Die fünf Nachwuchsspieler bei den "Schachfreunden Buxtehude", seinem Verein, bezeichnet er als "zartes Pflänzchen". Es sei eine ganz große Aufgabe, Schüler für Schach zu begeistern. "Das fördert die Konzentration, das logische Denken und Entwickeln von Plänen", hebt er die Vorzüge hervor, die auch jenseits des Schachbrettes im echten Leben von Vorteil sind.
Dass Schach nur von mega-intelligenten Überfliegern gespielt werde, stimme übrigens nicht. "Ich bin Otto Normalverbraucher und kein Schlaumeier", sagt Ralf Schöngart. Eine gewisse Intelligenz schade aber nicht beim Schach, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.