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Für mehr globale Gerechtigkeit: Weltladen-Team übergibt Oliver Grundmann Unterschriftenliste

Das Team im "Weltladen Buxtehude" übergibt dem CDU-Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann (Mitte) Unterschriften, die von der deutschen Politik Gesetze für bessere Arbeitsbedingungen weltweit als Standard fordern Foto: tk
CDU-Bundestagsabgeordneter Oliver Grundmann diskutiert mit dem Buxtehuder "Weltladen"-Team

tk. Buxtehude. Das Team des "Weltladen Buxtehude" hat dem Stader CDU-Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann eine Unterschriftenliste mit der Forderung nach weltweit gleichen und fairen Arbeitsrechten übergeben. Bundestagsabgeordnete sollten Verantwortung übernehmen und sich für Gesetze in Deutschland stark machen, die Mindeststandards verbindlich machen, lautet die zentrale Forderung. "Wir brauchen globale Nachhaltigkeit", sagt Burkhard Herbers vom Weltladen-Team.

"Menschen müssen von ihrer Arbeit weltweit gut leben können", sagt der Stader CDU-Abgeordnete. Wenn es aber nur freiwillige Vereinbarungen gebe, reiche das nicht aus, entgegnet Anette Lüders vom Weltladen-Team. Es sei zum Beispiel nicht auf den ersten Blick ersichtlich, ob ein Halbfertigprodukt Teile enthalte, die illegal von Kindern produziert wurden. 
Die 70 Menschen, die mit ihrer Unterschrift Regeln für bessere globale Arbeitsbedingungen einfordern, wollen daher Gesetze. Oliver Grundmann setzt dagegen stärker auf Selbstverpflichtung. "Wir müssen im positiven Sinn beeinflussen und nicht mit einem Gesetz einen Stempel aufdrücken."

Dabei sieht der Politiker noch sehr viel Aufklärungsbedarf. Für ein Beispiel schaut er nicht in die weite Welt, sondern nur ins Regal des nächsten Supermarktes. Wenn Menschen Milch zu einem Schleuderpreis kaufen, der für den Bauern nicht die Kosten decke, könne ein System nicht funktionieren. "Wir brauchen eine Bewusstseinsänderung", so Grundmann. Die Politik müsse dafür die Impulse liefern.

Oliver Grundmann glaubt zudem, dass Nachhaltigkeit - auch fairer Handel samt fairen Arbeitsbedingungen weltweit - immer stärker in den Blick rücken. "Das wird für viele Unternehmen auch in Deutschland ein Marketinginstrument." Kunden würden zunehmend nach ethischen Standards entscheiden.

Einigkeit bei dem Politiker und dem Weltladen-Team: Nur mit fairen Arbeitsbedingungen weltweit lasse sich die Migration eindämmen. Grundmann, der vor einiger Zeit die deutschen Truppen in Mali, einem der ärmsten Länder der Welt, besucht hat, nahm von dort den Eindruck mit, dass die Menschen in ihrer Heimat ein Chance wollen. "Wir müssen helfen, dort Zukunftsperspektiven aufzubauen."

Die Frage, ob die Unterschriftenliste nicht besser bei einem Bundestagsabgeordneten der Grünen aufgehoben wäre, verneint Grundmann mit Hinweis auf das C bei CDU. Es geht dem Christdemokraten um die Bewahrung der Schöpfung. Und zwar weltweit.
In der kommenden Woche reist der Stader Politiker zur Weltklimakonferenz nach Katowice. Dort trifft er auch den Entwicklungshilfeminister Gerhard Müller (CSU). Der müsste sich den Forderungen des Weltladen-Teams eigentlich anschließen.