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Sonderrolle: Stadt Stade bezahlt angehende Erzieher

Wenr angehendes Kita-Fachpersonal bezahlt wird, ist die Bindung an den Arbeitgeber größer Foto: Fotolia/Kneschke
Stadtsprecherin Myriam Kappelhoff: "Gute Erfahrungen und mehr Planungssicherheit"

tk. Stade. Die Stadt Stade ist die einzige Kommune im Landkreis Stade, die angehende Erzieherinnen und Erzieher bezahlt. Und zwar dann, wenn sie die erste Stufe der Ausbildung zum Sozialpä-dagogischen Assistenten beendet haben und weitermachen wollen. Bedingung für das monatliche Gehalt von etwas mehr als 1.000 Euro: Die künftigen Fachkräfte müssen sich für zwei Jahre verpflichten. Dieses Angebot gilt sowohl für städtischen Kitas als auch für Einrichtungen in Stade, die in freier Trägerschaft sind.

Das WOCHENBLATT hat nachgefragt, wie das Programm ankommt: Seit 2016 hat Stade 15 angehende ErzieherInnen gefördert, erklärt Stadtsprecherin Myriam Kappelhoff. "Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv", sagt sie. Im Jahrgang 2018 bis 2020 werden sechs angehende Fachkräfte unterstützt, vom ersten Förderjahrgang 2016 haben drei ihre Ausbildung erfolgreich beendet. Das ist bei drei Geförderten zum Start eine Erfolgsquote von 100 Prozent. Unter den Geförderten sind sowohl Schüler der BBS als auch Sozialpädagogische Assistenten, die bereits in einer Kita arbeiten und sich zur ErzieherIn weiterbilden.

Die Verpflichtung, zwei Jahre in einer Stader Einrichtung zu arbeiten, "gibt eine gewisse Planungssicherheit", so Myriam Kappelhoff. Die Hansestadt Stade sehe zudem einen großen Vorteil in diesem Modell, weil die künftigen Kolleginnen und Kollegen bereits frühzeitig in Krippe und Kita im Stadtgebiet eingebunden werden. Das führe auch zu einer größeren Identifikation mit dem jeweiligen Arbeitsplatz. Nach dem Ende der Erzieherausbildung habe die Stadt die neuen Fachkräfte schon so lange begleitet, dass die Vermittlung in neue Jobs gut nach Arbeitsschwerpunkten und persönlichen Eignungen und Neigungen erfolgen könne.
Rechtliche Probleme bei dieser Art der Vergütung sehen die Stader nicht. Das Gehalt sei zwar außertariflich, aber an den Tarif für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst angelehnt. Außerdem achte die Stadt Stade darauf, dass ausgebildetes Tarif-Personal besser bezahlt werde.

Das ist in der Landespolitik geplant: 
(tk). "Das Thema Vergütung der Erzieherausbildung ist für uns sehr wichtig", sagt Kai Seefried, Generalsekretär der Niedersachsen-CDU, zu der Forderung, dass angehende Erzieherinnen und Erzieher während ihrer Ausbildung endlich bezahlt werden - so wie alle Auszubildenden im dualen System mit Betrieb und Berufsschule. Mittlerweile sei "Bewegung in der Sache", so Seefried.
Das von der SPD geführte Kultusministerium plane, dass es mit Beginn des nächsten Kindergartenjahres in einigen Regionen Niedersachsens Modellversuche zur Bezahlung von Kita-Azubis geben soll. Welche Regionen das sind, stehe noch nicht fest. "Ich werde mich für Stade einsetzen" sagt Kai Seefried. Was ein Problem ist: Niedersachsen könne nicht im Alleingang die Bezahlung seiner angehenden Erzieherinnen und Erzieher regeln. Die Kultusministerkonferenz (KMK) müsse eingebunden werden. Grund: Eine pädagogische Fachkraft aus Niedersachsen müsse in jedem anderen Bundesland arbeiten können. Ausbildung und Abschlüsse müssten annähernd gleich sein. Modellversuche ab Sommer 2019