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Zahlen und Fakten zu Flüchtlingen im Kreis Stade

Diese Bilder vom Oktober 2015 sind Vergangenheit. Binnen weniger Tage musste der Landkreis Notquartiere für Hunderte Menschen aus dem Boden stampfen. Im Durchschnitt kommen monatlich noch 30 neue Flüchtlinge im Kreis Stade an Foto: archiv
Es kommen nur noch 30 neue Migranten im Monat / Anstieg der Ausländerzahlen durch EU-Bürger

tk. Stade. Die Zahl der Menschen, die als Asylsuchende nach einem festen Verteilschlüssel des Landes in den Landkreis Stade kommen, ist drastisch gesunken. Seit Jahresbeginn sind bis zum Stichtag am 31. Juli des Jahres 217 Geflüchtete neu im Landkreis Stade angekommen. Das sind im Monatsdurchschnitt rund 30 Personen.

Um einen genauen Einblick in die aktuellen Zahlen zu bekommen, ist es wichtig zu wissen, dass es im Ausländerrecht den Begriff "Flüchtling" gar nicht gibt. Eine Unterscheidung findet nach dem Aufenthaltsstatus statt. Das heißt: Menschen mit einer Aufenthaltsgestattung, Ausländer in einem laufenden Asylverfahren sowie Personen, die eigentlich ausreisepflichtig sind, aber aus einer Vielzahl von Gründen  - das kann von fehlenden Ausweispapieren bis hin zu Krankheiten oder einer laufenden Ausbildung reichen - vorübergehend geduldet werden.
Im Landkreis Stade lebten am Stichtag 31. Juli 2018 insgesamt 18.100 Ausländerinnen und Ausländer. Das sind 680 Menschen mehr als am 31. Januar des Jahres. Der Anstieg hat aber nichts mit einer verstärkten Zuweisung von Flüchtlingen zu tun, sondern ist zu rund zwei Dritteln auf EU-Bürger zurückzuführen, die im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU in den Landkreis Stade ziehen. Das sind aktuell 8.680 Menschen. Aus sogenannten Drittstaaten - darunter fallen auch Mi-granten - sind es 9.420 Menschen. 

Die Zahlen im Überblick: 3.250 Ausländer hatten zum 31. Juli einen Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen. 840 Menschen befinden sich im laufenden Asylverfahren. Außerdem werden 610 Menschen geduldet.

4.700 Ausländerinnen und Ausländer leben nach oder während eines laufenden Asylverfahrens aktuell im Landkreis Stade. Dabei werden laut Ausländeramt die Zahlen der Menschen, die im Rahmen der Familienzusammenführung in den Landkreis Stade kommen, nicht erfasst.

Menschen, die sich im Asylverfahren befinden, und geduldete Migranten haben, wenn sie sich nicht finanziell für sich selbst sorgen können, einen Anspruch auf Unterstützung. Die Summe, die dafür im Kreis Stade aufgewendet wird, sinkt kontinuierlich. 2017 waren es noch rund 19 Millionen Euro, für dieses Jahr sind 13,5 Millionen Euro eingeplant und für das kommende Jahr 12,5 Millionen Euro. Diese Summe beeinhaltet auch die Personalkosten der Verwaltung.

Darin enthalten sind sowohl Kosten für den Lebensunterhalt als auch die Unterbringung. Anders als im Kreis Harburg sind für die Unterbringung von Flüchtlingen die Städte und Gemeinden zuständig, die ihre Kosten vom Kreis erstattet bekommen.
Der Landkreis Stade fördert zudem Maßnahmen der Integration. Dabei werden sowohl einzelne Projekte, wie von der AWO und dem Diakonieverband unterstützt, als auch ehrenamtliche Initiativen gefördert. Rund 900.000 Euro sind dafür in diesem Jahr einkalkuliert worden. Der Großteil fließt dabei vom Land zurück in die Kreiskasse. Jährlich zahlt das Land 11.351 Euro pro Person, die mit Integrationsmaßnahmen gefördert wird.
Insgesamt steht für Asylsuchende ausreichend Wohnraum im Kreis Stade zur Verfügung. Leerstände würden nach Auskunft der Kreisverwaltung zeitnah abgebaut.