Der Trend unter Gründern: Social Entrepreneurship

Sozialunternehmen – das sind Firmen, die in allererster Linie einen sozialen Zweck verfolgen, jedoch trotzdem wirtschaftlich arbeiten. Lange Zeit standen Ökonomie und Soziales im Widerspruch zueinander, doch zahlreiche Unternehmensgründungen zeigen, dass es anders geht. Was hinter diesem Konzept steckt und wie die Situation in Norddeutschland aussieht, erläutert dieser Beitrag.

Erste Sozialunternehmen in Entwicklungsländern

Die ersten Sozialunternehmen entstanden in Entwicklungsländern. Federführend war der Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunnis. Er gründete in Bangladesh die erste Sozialbank, die Mikrokredite an arme Menschen vergibt – zu niedrigen Zinsen und ohne Sicherheit. So können sich diese Personen eine kleine Existenz aufbauen, für ihren Lebensunterhalt sorgen und das Darlehen anschließend zurückzahlen. Für diese Idee erhielt er 2006 den Friedensnobelpreis. Auch in den Industrienationen entstehen immer mehr soziale Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Migration, Arbeitslosigkeit und Umwelt.

Der soziale Aspekt einer Unternehmensgründung

Die Gründer benötigen viel Durchhaltevermögen und Idealismus, um ihre Firma zum Erfolg zu führen. Dabei steht nicht der monetäre Gewinn im Vordergrund, sondern der gesellschaftliche. Ihre Vision und Motivation basieren auf dem Wunsch, soziale und ökologisch nachhaltige Veränderungen voranzutreiben. Dafür nutzen sie neben den klassischen Unternehmerprinzipien innovative Methoden.Viele dieser Firmen arbeiten kostendeckend, einige erwirtschaften Gewinne, die sie wiederum in soziale Projekte investieren. Sie formulieren Prinzipien, auf denen ihr Unternehmen fußt. In Deutschland ist dieses Geschäftsmodell ebenfalls vertreten. Die Ethikbank etwa gestaltet ihre Anlagepolitik sehr transparent und zeigt, welche Finanzprodukte von Investitionen ausgeschlossen sind. Sie bietet unter anderem ein faires Geschäftskonto mit besonderen Konditionen für gemeinnützige Organisationen.

Erfolgreiche Beispiele in Norddeutschland

Das Hamburger Unternehmen „Dialog im Dunkeln“ entstand bereits 1988. Seitdem hat es sich zu einer Social-Franchise-Marke entwickelt. Die etwa 50 Angestellten, größtenteils Blinde, arbeiten als Barkeeper und Kellner in den sogenannten Dunkelrestaurants oder führen Besucher durch eine Ausstellung. Ebenfalls in Hamburg ansässig ist „Lemon Aid“, ein Geschäft für Fair Trade Limonade.Eindeutige Angaben über die Zahl an Sozialunternehmen in Deutschland gibt es noch nicht, da die Abgrenzung teilweise sehr schwierig ist und weitere Forschungen notwendig sind. Schätzungen zufolge gehören mindestens 1.700 Unternehmen zu diesem Sektor. Derzeit haben die Sozialgründer noch zahlreiche finanzielle und administrative Hürden zu überwinden, wie eine aktuelle Studie von evers & jung zeigt. Sie könnten jedoch die Gründungs- und Innovationskultur in Deutschland nachhaltig verändern.

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Online Redaktion aus Buxtehude

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