Die Umsetzungsphase startet
Krautsand soll Artenparadies werden
- Übergabe des Schecks an die Initiatoren (v. li.): Nieders. Umweltminister Christian Meyer, Frauke Hennek (NABU), Kathrin Samson, Beatrice Claus (beide WWF), Bundesumweltminister Carsten Schneider und Landrat Kai Seefried
- Foto: ig
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Das Naturschutz-Großprojekt Krautsand an der Unterelbe geht in die Umsetzungsphase. Bund und Land stellen für die Renaturierung rund 13,8 Millionen Euro bereit. Projektträger sind der WWF Deutschland und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Der WWF startete 2020 auf Krautsand mit seinem Pflege- und Entwicklungsplan, der 2024 abgeschlossen wurde. Die nun eingeläutete Phase soll bis zum Jahr 2034 laufen.
Zusammen mit Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) übergab am vergangenen Freitag in Wischhafen Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) den Förderscheck an die Projektträger WWF Deutschland und NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Bund und Land finanzieren die Renaturierungsmaßnahmen mit rund 13,8 Millionen Euro.
„Mit dem Naturschutz-Großprojekt Krautsand setzen wir ein starkes Zeichen für die Wiederherstellung unserer natürlichen Lebensgrundlagen“, so der niedersächsische Umweltminister. „In der Elbmündung, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen, entstehen wertvolle Lebensräume und bedrohte Arten bekommen neue Chancen.“ Gleichzeitig zeige das Projekt, dass Naturschutz, Küstenschutz und Gewässerunterhaltung gemeinsam gedacht und umgesetzt werden können. Im nächsten Schritt werden nun die für die Renaturierung benötigten Flächen durch die NABU-Stiftung gekauft und für die Umsetzung der Maßnahmen durch den WWF das Projektteam aufgestockt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir auf Krautsand jetzt mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen beginnen können. Das wunderschöne Mosaik aus Land und Wasser, das Krautsand ausmacht, wollen wir in ein echtes Naturparadies zurückverwandeln und den Einfluss von Ebbe und Flut wiederherstellen und vergrößern. So bekommen Fische, Kleinkrebse, Vögel und Insekten, aber auch seltene Pflanzen wieder bessere Lebensbedingungen“, so WWF-Naturschutzvorständin Kathrin Samson.
Carsten Schneider betonte, dass der Unterlauf der Elbe die größte von den Gezeiten geprägte Flussmündung in Deutschland und eine der größten in Europa sei. „In den vergangenen Jahrzehnten ist diese Flussmündung vom Menschen stark verändert worden. Durch Deiche sind viele Überflutungsflächen verlorengegangen. Nebenarme der Elbe wurden abgetrennt und die Fahrrinne für die Schifffahrt vertieft. Wenn wir der Natur jetzt wieder mehr Raum geben, hat das viele positive Effekte. Seltene Tier- und Pflanzenarten gewinnen mehr Lebensraum, wiedervernässte und naturnahe Feuchtgebiete binden Kohlenstoff und speichern Wasser. Damit erhöhen wir die Widerstandsfähigkeit unser Naturräume gegenüber Dürre, Hitze und Hochwasser. Das ist der richtige Ansatz, den wir angesichts des diesjährigen Hitzesommers auch in anderen Regionen brauchen. Das Wasser wieder in der Landschaft halten und damit die Vorsorge vor extremen Folgen des Klimawandels verbessern.“
Zur Umsetzung der Projektziele arbeiten der WWF und NABU-Stiftung eng mit weiteren Organisationen zusammen. Durch Kooperationen – beispielsweise mit der Bundeswasserstraßenverwaltung, dem Deichverband Kehdingen-Oste und landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort – können wichtige Synergien geschaffen werden. So wird geeigneter Bodenaushub, der bei der Neuanlage von Gewässern anfällt, für den Deichbau genutzt.
Redakteur:Dirk Ludewig aus Stade |
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