Die Menschen mitnehmen
Der WWF startet auf der Elbinsel ein besonderes Naturschutzprojekt

Daniel Ruppert und Beatrice Claus am verschlickten Dornbuscher Hafen -
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ig. Krautsand. Menschen wurden befragt, Bedenken und Wünsche aufgenommen, Themenbereiche ausgeschrieben und eine Arbeitsgruppe installiert: Die Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF startet auf Krautsand ein großflächiges Naturschutzprojekt, das von Bund, Land, dem WWF und der NABU-Stiftung "Nationales Naturerbe" finanziert wird. Ziel: die Flusslandschaft und ihr Gewässersystem zu revitalisieren und besser mit den Grünländereien der Kulturlandschaft zu vernetzen. Konkret: Der WWF will die selten gewordenen Lebensräume an der Tideelbe nachhaltig schützen und neue schaffen. Die Flusslandschaft an der Mündung sei ein äußerst bedeutender Naturraum, betont Projektleiterin Beatrice Claus.

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Gewässer wieder an Tidenhub anschließen

In Frage kommen folgende Maßnahmen: Neuanschluss ehemaliger Prielsysteme an Ebbe und Flut, naturnahes Wassermanagement, u.a. zur Eindämmung der Verlandung von Gewässerstrukturen, Rückbau von Uferbefestigungen, Schaffung größerer naturnaher, tidebeeinflusster Gewässer, Verbesserung der Verbindung naturnaher Grünlandflächen mit dem Gewässersystem, Extensivierung der Gründlandbewirtschaftung und die dauerhafte Sicherung von Naturschutzflächen. "Wo immer es möglich ist, wollen wir abgetrennte Gewässer wieder an das Tidegeschehen der Elbe anschließen und neue Gewässer anlegen", betont Claus. "So schaffen wir Nahrungs-, Aufwuchs- und Laichgebiete für Fische." Positive Effekte werde es durch dieses Naturschutzgroßprojekt auch für die vielen kleinen Nebenflüsse der Elbe geben, die ja überwiegend von Verschlickung betroffen sind. "Die Bootssportler profitieren davon. Der Tourismus wird aufgewertet."

Auf der Insel gibt es viele idyllische  Flecken
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Die offizielle Übergabe des Förderbescheides sollte eigentlich im November erfolgen, konnte aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Nun soll ein Treffen mit allen Akteuren im Sommer nachgeholt werden. Bis dahin ist das WWF-Team aber nicht untätig. Es arbeitet schon seit Juli 2020 an dem Vorhaben, hat auch schon Büros mitten im Ort angemietet.

Landwirtschaft und Tourismus einbeziehen

Drei Themenbereiche wurden inzwischen öffentlich ausgeschrieben. Bewerbungen von Fachbüros, die den Pflege- und Entwicklungsplan entwickeln sollen, liegen schon vor. Das Projekt wird insgesamt zu diesen Anteilen finanziert: Bund 75 Prozent, niedersächsische Umweltministerium 12,5 Prozent, WWF und Nabu-Stiftung 12,5 Prozent. In Auftrag gegeben wurde schon die Erstellung einer sozioökonomischen Studie, die auf die Belange der Landwirtschaft und des Tourismus eingeht.

Auf der Insel gibt es viele idyllische Flecken

Auch wurde eine 30-köpfige, projektbegleitende Arbeitsgruppe gebildet, die sich aus Vertretern der Fördermittelgeber, der Kommune, des Landkreises, des Deich- und Unterhaltungsverbandes, der Landwirtschaftskammer, Vertretern des Kreisbauernverbandes, der Domänen- und Straßenbauverwaltung, der Tourismusorganisationen und der niedersächsischen Landesbehörde für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zusammensetzt. In dieser Gruppe werden die geplanten Maßnahmen vorgestellt und diskutiert. Sie können nur mit Zustimmung der Behörden, Verbände und betroffenen Flächeneigentümer umgesetzt werden. Hinzu kommt noch ein Arbeitskreis Wasserbau.

Mit vielen Akteuren zusammenarbeiten

Projektleiterin Beatrice Claus – unterstützt von Daniel Ruppert und Ilka Ziegler - war in den vergangenen Monaten viel in Südkehdingen unterwegs, um die Projektidee vorzustellen. Die Bremerin sprach mit Landwirten, Vertretern der Gemeinde Drochtersen und Wischhafen, Deichverband und Unterhaltungsverband Kehdingen. Ziel sei es, mit allen relevanten Akteuren zusammenzuarbeiten, so Claus. Der WWF setze auf Freiwilligkeit und ein Miteinander. "Wir wollen die Menschen mitnehmen. Sie sollen dieses Projekt – für die Umsetzungsphase sind zehn Jahre angesetzt - nicht als Bedrohung sehen, vielmehr als Bereicherung für die Region." Das Verständnis sei jedenfalls schon groß. Auch die Bereitschaft, sich einzubringen. Das beweise auch die Arbeitsgruppe. Wichtig ist für das WWF-Team: Transparenz. Die Projektleiterin: "Deshalb betreiben wir auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Nur mit den Menschen vor Ort gelingt ein solches Vorhaben." Im Fokus stehen in diesem Jahr auch Veranstaltungen und Foren mit einer Moderatorin.

2021 sollen vor allem Gewässerläufe und die biologischen Daten erfasst werden. Befragungen mit Landwirten, die eh schon vom Naturschutz arg betroffen sind, sollen folgen. Claus: "Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme fließen dann in die Planung und Konzeptentwicklung ein." WWF-Bitte: Flächen können noch zum Kauf angeboten werden.

Kontakt in Drochtersen

Das Drochterser WWF-Büro an der Sietwender Straße 91 ist jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 9 und 16 Uhr besetzt. Tel. Beatrice Claus: 0151-18854968. Per E-Mail ist das Büro unter ilka.ziegler@wwf.de zu erreichen. In Kürze wird es eine eigene Projekt-Homepage geben: www.naturschutzgrossprojekt-krautsand.de 

Infos über den WWF

Der WWF (World Wide Fund For Nature) wurde 1961 gegründet und ist eine der größten internationalen Umweltschutzorganisationen. Hauptsitz der Stiftung: Kanton Waadt in der Schweiz. Die Stiftung ist in über 100 Ländern aktiv, wird von fünf Millionen Menschen weltweit unterstützt und setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt der Erde ein.

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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