Initiative will Druck erhöhen
A20-Elbtunnel: Online-Petition für schnelleren Baubeginn gestartet
- Mit diesem Logo wird für die Online-Petition zum Bau des A20-Elbtunnels geworben
- Foto: Pro A20
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Wann wird der Elbtunnel zwischen Drochtersen und Glückstadt gebaut? Mit einer Online-Petition wollen wirtschaftsnahe Akteure aus der Region den Druck auf die Politik in Sachen Küstenautobahn erhöhen. Die Förderkreis Feste Unterelbequerung und der Förderverein pro A20 haben jetzt eine gemeinsame Initiative auf der Plattform change.org gestartet. Ziel ist es, den Bau der A20 und des Elbtunnels zwischen Drochtersen und Glückstadt voranzubringen. Mit einer Länge von 5,7 Kilometern zwischen den beiden Tunnelportalen wäre der künftige Elbtunnel der längste Unterwassertunnel Deutschlands und bundesweit der zweitlängste Straßentunnel.
Unter der Adresse www.change.org/A20-Elbtunnel können Unterstützer ihre Stimme abgeben. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Elbe-Weser stellt sich hinter das Anliegen. „Die A20 mit dem Elbtunnel ist eines der strategisch wichtigsten Infrastrukturprojekte Norddeutschlands“, betont Martin Bockler, Leiter Standortentwicklung der IHK Elbe-Weser, „mit Geschlossenheit können wir dafür sorgen, dass es endlich Fahrt aufnimmt.“
Warten seit Jahrzehnten auf zusätzliche Elbquerung
Die Initiatoren der Petition formulieren ihr Anliegen deutlich: „Die Unterelbe braucht eine feste Verbindung – und zwar so schnell wie möglich.“ Nur ein zusätzlicher Elbtunnel könne den Verkehrsengpass rund um Hamburg wirksam entlasten. Seit Jahrzehnten würden Menschen und Unternehmen auf die Querung zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein warten. Die A20 sei mehr als nur Asphalt, stelle eine Lebensader in die Zukunft dar, heißt es von beiden Initiativen. Als Argumente werden unter anderem bessere Verbindungen für Häfen und Industrie, weniger Staus sowie Impulse für Tourismus und Energiewende angeführt. Gleichzeitig warnen die Initiatoren vor den Folgen weiterer Verzögerungen: „Dann bleibt Hamburg das Nadelöhr von Norddeutschlands Infrastruktur.“
Fortschritte in der Planung – aber noch kein Baubeginn
Tatsächlich hat sich zuletzt bei einzelnen Planungs-Abschnitten für die A20 etwas bewegt. Für den Tunnel selbst liegen die planungsrechtlichen Voraussetzungen bereits weitgehend vor: Der Planfeststellungsbeschluss für den niedersächsischen Abschnitt besteht seit 2016, der entsprechende Beschluss in Schleswig-Holstein ist seit April 2024 rechtskräftig, nachdem Klagen von Umweltverbänden und des Betreibers der Elbfähre vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen wurden.
Planfeststellungsbeschlüsse liegen vor
Entscheidend für den Baustart sind jedoch weitere Abschnitte. Dazu gehört insbesondere das Autobahnkreuz Kehdingen bei Drochtersen. Hier wurde das Verfahren bereits 2017 eingeleitet, die Planunterlagen wurden 2023 öffentlich ausgelegt. Anfang März 2025 hat die Autobahn GmbH schließlich den Planfeststellungsbeschluss bekanntgegeben. Bereits damals wertete die IHK dies als wichtigen Fortschritt. „Dies ist ein entscheidender Schritt für die Region. Der Planfeststellungsbeschluss für das Kehdinger Kreuz bringt uns dem Bau des Tunnels ein großes Stück näher“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Christoph von Speßhardt.
Auch auf schleswig-holsteinischer Seite gab es in diesem Jahr Bewegung: Für den Bauabschnitt 7 zwischen Glückstadt und dem Autobahnkreuz Steinburg liegt seit dem Anfang Februar der Planfeststellungsbeschluss vor. Das Verfahren selbst reicht bis ins Jahr 2007 zurück. Es gab in diesem Zeitraum sieben Planänderungen.
Immer wieder Verzögerungen
Bereits seit fast zwei Jahrzehnten wird in Niedersachsen und Schleswig-Holstein an der A20 zwischen geplant. Immer wieder kam es zu Verzögerungen durch Klagen, Planänderungen und neue Genehmigungsverfahren. Auf niedersächsischem Gebiet ist bis heute noch kein Meter der A20 gebaut worden. Vor diesem Hintergrund wirkt das vielfach beschworene „Deutschlandtempo“ beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bislang eher wie ein politisches Lippenbekenntnis als gelebte Realität. Die neue Petition dürfte daher nicht zuletzt als Signal an die Entscheidungsträger in Kiel, Hannover und Berlin verstanden werden, den Planungs- und Genehmigungsprozessen tatsächlich mehr Tempo zu verleihen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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