Kunst gegen Schmierereien: Schülerprojekt in Fredenbeck vorerst gestoppt
- Der Hauptgewinn des Wettbewerbs ging an dieses Motiv. Es wurde zerstört
- Foto: Weh
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Eigentlich sollte aus beschmierten Stromverteilerkästen ein Hingucker werden. Doch nur wenige Tage nach der Umsetzung der ersten Kunstwerke ist die Enttäuschung groß: Zwei von drei bemalten Kästen wurden erneut beschmiert. Initiator Wolfgang Weh hat das Projekt daraufhin vorerst gestoppt und Anzeige bei der Polizei erstattet.
Der pensionierte Lehrer aus Fredenbeck hatte die Idee im vergangenen Herbst ins Leben gerufen. Die Grundlage dafür entstand bereits Jahre zuvor: Zu seinem Geburtstag hatte sich Weh von seinen Gästen Geld für die Jugendarbeit in der Gemeinde gewünscht. Von den Spenden wurden verschiedene Projekte unterstützt, u.a. die Anschaffung eines Tischkickers für das Jugendcafé. 350 Euro blieben übrig – und wurden schließlich zum Preisgeld für einen Kunstwettbewerb.
Sechs Kästen wurden bereitgestellt
Gemeinsam mit der Geestlandschule rief Weh Schülerinnen dazu auf, Entwürfe für die Gestaltung von Stromverteilerkästen einzureichen. Ziel war es, Kästen zu verschönern, die zuvor teilweise mit Graffiti und HSV-Farben beschmiert worden waren. Die Samtgemeinde Fredenbeck stellte dafür vier gemeindeeigene Verteilerkästen sowie die Farbe zur Verfügung, die EWE weitere zwei.
Insgesamt beteiligten sich zehn Schülerinnen an dem Wettbewerb. Eine Jury aus Lehrkräften und Schülern wählte sechs Siegerentwürfe aus. Als die Temperaturen im Frühjahr stiegen und die Farben dauerhaft aufgetragen werden konnten, machten sich die ersten Gewinnerinnen an die Arbeit. Drei Motive wurden bereits auf die Kästen übertragen.
Innerhalb kürzester Zeit zerstört
Die Freude darüber hielt jedoch nicht lange an. Zwei der frisch gestalteten Kästen in der Ortsmitte wurden innerhalb weniger Tage erneut beschädigt. Ein Kasten wurde wieder mit HSV-Farben besprüht, ein anderer großflächig mit grauer Farbe übermalt. Lediglich ein Kunstwerk in einem Wohngebiet blieb bislang unversehrt.
Für Wolfgang Weh ist die Situation besonders bitter. Die Schülerinnen hätten viel Zeit, Kreativität und Mühe in ihre Entwürfe und deren Umsetzung investiert. Entsprechend groß sei die Enttäuschung bei den jungen Künstlerinnen. „Die Mädchen sind tieftraurig“, berichtet Weh.
Ob das Projekt fortgesetzt wird, ist derzeit offen. Der Initiator möchte nun gemeinsam mit den Gewinnerinnen beraten, ob die beschädigten Kunstwerke noch einmal neu gestaltet werden sollen oder ob die Aktion endgültig beendet wird.
Am Preisgeld soll die Entwicklung jedoch nichts ändern. Die Siegerinnen erhalten ihre Auszeichnung unabhängig davon, wie es mit dem Projekt weitergeht.
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