Pferdezucht in Harsefeld
Hengstfohlen Nanno entdeckt die Welt

Nanno mit seiner Mutter Feliz auf der Weide  | Foto: sc
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Süß, verspielt und zum knuddeln - das sind Fohlen. Doch bis sie fröhlich und munter auf der Weide herumtoben können, braucht es einiges an Wissen, Geduld und Sorgfalt. Von den ersten Planungsschritt über die Trächtigkeit bis hin zu den ersten Sprüngen eines Fohlens ist jeder Abschnitt entscheidend für eine gesunde Entwicklung - so auch bei dem Ende April geborenen Deutschen Reitpony-Hengstfohlen aus Harsefeld. Seitdem hat der junge Braune bereits erste Schritte in seinem Leben gemeistert.

Deutsches Reitpony aus Harsefeld: Fohlen „Nanno“ entdeckt die Welt

Das wichtigste zuerst: Der junge Hengst hat endlich einen Namen bekommen - Nanno heißt er. Nach den traditionellen Züchterregeln für Ponys orientiert sich der Name eines Hengstfohlens am Anfangsbuchstaben des Vaters. Nanno musste demnach mit N beginnen, da sein Vater der Deutsche Reitponyhengst New Classico ist. An seinen Namen hat sich das junge Fohlen bereits etwas gewöhnt und kommt sogar wenn jemand ihn ruft zum Zaun gelaufen, um sich kraulen und streicheln zu lassen. 

Warum die Tupferprobe bei der Pferdezucht so wichtig ist

Doch bevor überhaupt ein Fohlen zur Welt kommt, muss einiges vorbereitet werden. Zunächst geht es an die gesundheitliche Untersuchung der Stute. Dazu gehört unter anderem die sogenannte Tupferprobe. Hierbei entnimmt der Tierarzt mit einem sterilen Tupfer eine Probe aus der Gebärmutter der Stute, die anschließend im Labor auf Bakterien und Entzündungen untersucht wird. Ziel ist es, sicherzustellen, dass keine Infektionen vorliegen, die eine Trächtigkeit verhindern oder zu Problemen während der Trächtigkeit führen könnten. Eine unauffällige Tupferprobe gilt daher als wichtige Voraussetzung bevor es zur Besamung oder Bedeckung kommt. 

Pferdezucht mit Verantwortung: Darauf achten Züchter bei der Hengstauswahl

Nach einer sorgfältigen Hengstauswahl - hier spielen Kriterien wie die Abstammung, das Verhalten, das Exterieur, die Bewegungsqualität und die Gesundheit eine zentrale Rolle - kann es mit der Befruchtung losgehen. In der Pferdezucht kommen sowohl Natursprung - der Hengst deckt die Stute auf natürliche Weise - als auch künstliche Besamung zum Einsatz. 

Erste Wochen eines Fohlens: Aufstehen, trinken und Vertrauen lernen

Nach rund elf Monaten Trächtigkeit kommt schließlich das Fohlen zur Welt. In den ersten Lebensstunden entscheidet sich bereits viel: Das Fohlen sollte möglichst schnell aufstehen und trinken, um wichtige Antikörper über die Muttermilch aufzunehmen. In den folgenden Wochen entwickelt sich das Jungtier rasant – sowohl körperlich als auch im Verhalten. 

Auch die Erziehung beginnt früh. Fohlen lernen Schritt für Schritt den Umgang mit Menschen: Halfter anlegen, geführt werden, sich putzen lassen und die Hufe geben gehören zu den Grundlagen. Ebenso werden sie behutsam an das Verladen in einen Anhänger gewöhnt, damit spätere Fahrten – etwa zu Tierarztterminen, zu einer anderen Weide oder Veranstaltungen – stressfrei verlaufen. Eine regelmäßige Entwurmung ist zudem wichtig für die Gesundheit des Fohlens. All diese Maßnahmen legen den Grundstein für ein späteres, stressfreies Miteinander.

Aufwachsen im Herdenverband: Warum soziale Kontakte für Fohlen entscheidend sind

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Aufwachsen im Herdenverband. Hier lernen Fohlen wie Nanno den sozialen Umgang mit Artgenossen – ein entscheidender Faktor für ihre Entwicklung. So lernen sie früh das Verhalten unter Pferden kennen, entwickeln Rangordnungen und sammeln damit wichtige Erfahrungen im Umgang miteinander.

In der Regel bleiben sie sechs bis acht Monate bei ihrer Mutter, bevor sie langsam abgesetzt werden und zunehmend eigenständig werden. Dieser Prozess erfolgt möglichst schonend, um Stress zu reduzieren und den Übergang zu erleichtern.

All diese Grundlagen spiegeln sich im Alltag des kleinen Fohlens Nanno wider. Neugierig erkundet er seine Umgebung, tobt über die Weide und sammelt spielerisch erste Erfahrungen. Mittlerweile stehen er und seine Mutter zusammen mit drei weiteren Ponys auf der Weide. 

Nanno ist fleißig am erforschen seiner Umgebung. Sei es Zäune, Eimer oder die Stallkatzen - alles wird beschnuppert. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist allerdings gekrault zu werden. Auch putzen mit einer weichen Bürste mag der kleine Hengst bereits gerne. Mehr muss Nanno jetzt noch nicht lernen - alles weitere wird in Zukunft auf ihn zukommen.

Seine Mutterstute Feliz bleibt gelassen und gibt ihm die nötige Sicherheit. Er wird solange bei seiner Mutter bleiben, wie es möglich ist. 

Schritt für Schritt wächst Nanno so in seine Rolle hinein – als gesundes, gut sozialisiertes Jungpferd und vielleicht eines Tages als erfolgreiches Reitpony.

Wie lange ist eine Stute trächtig?

Die Trächtigkeit einer Stute dauert im Durchschnitt rund elf Monate. In dieser Zeit wird die werdende Pferdemutter regelmäßig kontrolliert, damit sich das Fohlen gesund entwickeln kann.

Warum ist die Tupferprobe bei Pferden wichtig?

Mit einer sogenannten Tupferprobe untersucht der Tierarzt die Gebärmutter der Stute auf Bakterien oder Entzündungen. So soll sichergestellt werden, dass die Stute gesund ist und die Trächtigkeit ohne Komplikationen verlaufen kann.

Wie lernen Fohlen den Umgang mit Menschen?

Bereits in den ersten Lebenswochen werden Fohlen behutsam an Menschen gewöhnt. Dazu gehören das Tragen eines Halfters, das Führen, das Putzen und das Geben der Hufe. Auch das Verladen in einen Anhänger wird früh geübt.

Warum wachsen Fohlen idealerweise in einer Herde auf?

Im Herdenverband lernen junge Pferde wichtige soziale Fähigkeiten. Sie entwickeln Rangordnungen, lernen den Umgang mit anderen Pferden und sammeln wichtige Erfahrungen für ihr späteres Verhalten.

Wann wird ein Fohlen von seiner Mutter getrennt?

In der Regel bleiben Fohlen sechs bis acht Monate bei ihrer Mutter. Danach werden sie langsam und möglichst stressfrei abgesetzt, damit sie Schritt für Schritt selbstständiger werden können.

Nanno mit seiner Mutter Feliz auf der Weide  | Foto: sc
Eimer werden von Nanno erkundet | Foto: sc
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Redakteur:

Saskia Corleis

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