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"Start" macht sich startklar

Das "Start"-Team im frischen grünen Outfit (v.li.): Rainer Borchers, Arne Matthaei, Guido Euler, Lars Kappel, Claudia Böhner und Sarah Diederich Fotos: jd
 
Haben den Verkehrsvertrag unterzeichnet (v.li.): Dr. Ina Tjardes (BWVI), Carmen Schwabl und Klaus Hoffmeister (beide LNVG) sowie Lars Kappel (Start)

Neues Bahnunternehmen übernimmt Anfang Dezember die Metronom-Strecke Hamburg - Cuxhaven

jd. Stade. Ein frischer Wind soll künftig im Bahnverkehr zwischen Hamburg, Stade und Cuxhaven wehen. Das neue Bahnunternehmen "Start Unterelbe" steht in den Startlöchern, um zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember die Nachfolge des bisherigen Betreibers Metronom anzutreten. In dieser Woche wurden dafür die Weichen gestellt - mit der Unterzeichnung des sogenannten Verkehrsvertrages zwischen den zuständigen staatlichen Stellen und "Start"-Geschäftsführer Lars Kappel. In dem Vertrag werden der Linienbetrieb und die Finanzierung geregelt.

Das Adjektiv frisch passt bei diesem Neustart im Regionalverkehr auf der Linie RE 5 in vielerlei Hinsicht: Das Logo des neuen Bahnbetreibers ist in frischem Grün gehalten - und erfrischende Grüntöne dominieren auch die künftige Dienstkleidung der "Start"-Mitarbeiter. Diese werden übrigens größtenteils vom Vorgänger Metronom übernommen, der die Neuausschreibung der Strecke im Herbst 2016 verloren hatte. Rund 80 Prozent der Lokführer und 95 Prozent der Zugbegleiter werden vom Me-tronom zu "Start Unterelbe" wechseln.

Das Unternehmen selbst wurde eigens für den Betrieb der Bahnstrecke Hamburg - Cuxhaven frisch gegründet: "Start Unterelbe" gehört zur Bahngesellschaft "Regionalverkehr Start Deutschland" mit Sitz in Frankfurt/Main. Diese wiederum ist eine hundertprozentige Tochter von DB Regio. "Start" ist angetreten, um für die Deutsche Bahn verlorenes Terrain auf dem hart umkämpften Markt des Schienennahverkehrs zurückzugewinnen. Statt des behäbigen Konzerns mit seinen komplexen Zuständigkeiten soll die neue Gesellschaft durch flache Hierarchien, schlanke Strukturen und schnelle Entscheidungen punkten.

"Wir sind ein junges, frisches Team", erklärte Geschäftsführer Kappel nach der Vertragsunterzeichnung: "Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre. Die Kollegen duzen sich untereinander und die Entscheidungswege zwischen allen Verantwortlichen sind kurz." Diese Nähe soll auch den Kunden vermittelt werden. Als Firmensitz für das 66 Mitarbeiter umfassende Unternehmen habe man den frisch sanierten Cuxhavener Bürger-Bahnhof gewählt. Damit soll laut Kappel auch ein Zeichen gesetzt werden: "Start Unterelbe" betrachtet sich als regional ausgerichtetes Unternehmen, das in der Küstenregion fest verankert ist.

Bereits seit mehr als einem Jahr arbeitet Kappel mit seinem Team an einem reibungslosen Übergang von Metronom zu "Start". Bis auf das erfrischende Outfit der Zugbegleiter und das neue Logo wird sich für die rund 12.000 Bahnkunden, die täglich auf der Strecke unterwegs sind, auf den ersten Blick nichts ändern. Die Züge behalten ihre blau-gelbe Lackierung bei, der Fahrplan wird so bleiben, wie er ist.

Sollte es Veränderungen geben, dann nur zum Positiven hin, so Kappel. Er weiß um die Probleme, die es auf der Strecke immer wieder gegeben hat - vor allem aufgrund der durch Sturmschäden verursachten Zugausfälle. Ihm ist ebenso klar, dass die Akzeptanz des neuen Unternehmens zum einen mit der Pünktlichkeit der Züge steht und fällt, zum anderen aber auch davon abhängt, wie Verspätungen oder sogar Zugausfälle gegenüber den wartenden Fahrgästen auf den Bahnhöfen kommuniziert werden. "Start" wird ein eigenes computergestütztes Betriebsleitsysystem aufbauen, das die Kunden über verschiedene Kanäle - auch online - umgehend informiert, wenn es zu Änderungen im Fahrplan kommt.

Er sei sich der Herausforderungen auf dieser Strecke bewusst, so Kappel: "Wir wissen, dass allen schönen Worten auch Taten folgen müssen."


Automaten werden ersetzt 

(Pünktlich zum Fahrplanwechsel werden auch die gelben Metronom-Fahrkartenautomaten abgebaut und durch rot lackierte Geräte der Deutschen Bahn ersetzt. Der Vorteil: An diesen Automaten können nun auch Tickets für den Fernverkehr gelöst werden. In Hammah werden gleich zwei Automaten aufgestellt. Bislang stand dort nur ein Gerät zur Verfügung.

Eine innovative Form des Fahrkartenkaufs wird es in Himmelpforten geben: Dort können Bahnreisende künftig ihre Fahrkarte direkt am Bahnhof mittels eines video-unterstützten Systems erwerben. Auf den Monitor erscheint ein Mitarbeiter, der den Kunden beim Fahrkartenerwerb unterstützt.


Metronom betrieb Strecke seit 2007

Die 115 Kilometer lange Strecke RE 5 ist nach einer europaweiten Ausschreibung bis Ende 2029 an "Start Unterelbe" vergeben worden. Rund 80 Prozent der Strecke verläuft auf niedersächsischem Gebiet, der Rest führt durch Hamburger Territorium. Zuständig für die Strecken-Vergabe sind die niedersächsische Landes-Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) bzw. die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg (BWVI). Die LNVG stellt die 38 Doppelstockwagen und acht Dieselloks, die von "Start" für den Betrieb der Bahnlinie angemietet werden.

Die Bahngesellschaft Metronom hatte Ende 2007 die vorher von der Deutschen Bahn betriebene Strecke übernommen. Bei der erneuten Ausschreibung im Jahr 2016 unterlag Metronom dann dem neuen Konkurrenten "Start". Während "Start" über die DB Regio zum bundeseigenen Deutsche Bahn-Konzern gehört, stehen hinter dem Bahnunternehmen Metronom über die Zwischenstationen Osthannoversche Eisenbahnen und dem Verkehrsunternehmen Netinera die italienischen Staatsbahnen als Mehrheitseigner. 40 Prozent gehören der EVB.