Landkreis-Grüne fordern Schließung des Tierlabors
LPT-Studien jahrelang gefälscht?

Im Tierversuchslabor LPT in Mienenbüttel wurden nicht nur Tiere schwer misshandelt, dort sollen auch medizinische Studien gefälscht worden sein
  • Im Tierversuchslabor LPT in Mienenbüttel wurden nicht nur Tiere schwer misshandelt, dort sollen auch medizinische Studien gefälscht worden sein
  • Foto: Soko Tierschutz
  • hochgeladen von Anke Settekorn

as. Mienenbüttel. War das Leid der im Tierlabor LPT schwerst misshandelten Tiere (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) auch noch umsonst? Wie das ARD-Magazin "Fakt" jetzt berichtete, sollen Mitarbeiter der Versuchsanstalt angehalten worden sein, Medikamentenstudien zu fälschen. In Hamburg-Neugraben sollen u.a. Ergebnisse einer Studie zur Wirkung von Arzneien an Ratten "verbessert" worden sein, damit sie den Erwartungen der Kunden entsprechen. Wie berichtet, gab es auch am Standort in Mienenbüttel Vertuschungsaktionen. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat jetzt wegen des Verdachts auf Betrug Strafanzeige gegen das Labor erstattet, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Nicht nur dass die Tiere, die bis zum Tode gequält wurden, umsonst gestorben sind - die gefälschten Studien könnten auch dazu geführt haben, dass Wirkstoffe auf den Markt gekommen sind, obwohl sie bei den Tierversuchen negative Ergebnisse zeigten.
Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat bereits Anfang Oktober Anzeige gegen das Versuchslabor erstattet, nachdem heimlich gefilmte Videos der "Soko Tierschutz" veröffentlicht wurden, auf denen zu sehen war, unter welchen katastrophalen Bedingungen die Tiere im Labor litten.
Die Fraktion der Grünen im Harburger Kreistag ist erschüttert von den öffentlichen Berichten über die Zustände in den Laboren des LPTs. Die neuen Vorwürfe über zahlreiche gefälschte Testreihen verschärfen den Handlungsdruck auf die zuständigen Behörden. Dazu die Fraktionsvorsitzende Ruth Alpers: „Wenn sich diese Berichte bestätigen, gibt es nur den einen Schluss, dass hier mit erheblicher krimineller Energie, ohne Rücksicht auf das Leben von Mensch und Tier, gehandelt wurde. Wir fordern den Landkreis Harburg und das niedersächsische LAVES auf, das LPT-Labor Mienenbüttel umgehend zu schließen und alle noch laufenden Tierversuche sofort abzubrechen.“
Die Bilder von blutenden Hunden, misshandelten Katzen und gefesselten Affen bewegten zahlreiche Menschen, Tausende gingen auf die Straße. Vor dem Versuchslabor in Mienenbüttel finden weiterhin täglich Mahnwachen statt.
• Die "Soko Tierschutz" ruft am Samstag, 16. November, erneut zur Großdemonstration in Hamburg auf. Sie fordert die Schließung der Labore. Von 14 bis 18 Uhr demonstrieren die Tierschützer am Hamburger Hauptbahnhof (Heidi-Kabel-Platz).

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