Mate Sieber setzt sich für ein Jugendparlament
Mehr Mitspracherecht in der Samtgemeinde Horneburg

Mate Sieber ist zuversichtlich, dass es diesmal mit dem Jugendparlament klappt
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  • hochgeladen von Jaana Bollmann

jab. Horneburg. Einfach nur den Sitzungen der politischen Vertreter beisitzen, das ist Mate Sieber (20) aus Horneburg zu wenig. Daher wünscht er sich in der Samtgemeinde Horneburg ein Jugendparlament, das mit dem Rat auf Augenhöhe kommunizieren kann.

"Die Jugendlichen sind so politisiert wie lange nicht mehr", sagt Sieber. Auch in der Samtgemeinde seien immer mehr Jugendliche interessiert an Politik und sprechen darüber. Der Student der Politikwissenschaften ist selbst seit zwei Jahren Mitglied der FDP und seit einem Jahr aktiv bei den Jungen Liberalen (JuLis). Sieber hat bereits im Samtgemeinderat während einer Bürgerfragestunde die Politiker auf ein Jugendparlament angesprochen. Dort wurde er lediglich auf die Jugendkonferenz verwiesen, in der junge Leute sich einbringen könnten. "Das ist aber nicht das Gleiche. Die Jugendkonferenz beschäftigt sich mit Freizeitgestaltung und -aktionen. Sie ist nicht politisch." Aus diesem Grund setzt er sich jetzt verstärkt für die Schaffung eines Jugendparlaments ein.

Nur so sei es jungen Menschen möglich, Anträge an die Politik zu stellen und sich so Gehör bei den Ratsmitgliedern zu verschaffen und Impulse zu geben, meint der Politikstudent. Zudem fordert Sieber ein eigenes, unabhängiges Budget für Projektinitiativen. Auch ein Rederecht in den Ausschüssen wäre für Sieber wünschenswert. In Horneburg soll das Parlament zunächst klein mit ca. 15 Mitgliedern beginnen. Zur Wahl aufstellen können sich Schüler von der achten bis zur 13. Klasse, eine Erweiterung der Altersgrenze auf 30 sei theoretisch möglich. Das Parlament setzt dabei keine Parteimitgliedschaft der Teilnehmer voraus. Allerdings ist sie auch kein Ausschlusskriterium. Diese Institution sei eine gute Möglichkeit für die Jugendlichen, sich mit den Abläufen der Politik vertraut zu machen und zu lernen, politische Kompromisse zu schließen, so Sieber. In Delmenhorst funktioniere das Jugendparlament bereits seit 20 Jahren. Von den Erfahrungen der Beteiligten dort könne die Institution in Horneburg profitieren. "Wir haben schon Kontakt aufgenommen und wurden eingeladen, uns das Ganze in der Praxis anzuschauen."

Obwohl 2017 schon mal ein Antrag auf ein Jugendparlament in der Samtgemeinde abgelehnt wurde, ist Sieber dennoch zuversichtlich, dass es diesmal klappt. Die Mitglieder der "Fridays for Future"-Bewegung zeigten doch, dass sich die Jugend einbringen möchte. "Mit dem Jugendparlament können wir eine Brücke schlagen zwischen den Streikenden auf der Straße und der Politik im Ratssaal", sagt Sieber. Der erste Schritt in die Politik gehe nun mal über die Kommunalebene, daher biete sich ein Parlament von Jugendlichen für Jugendliche an. Zudem können die bestehenden Jugendverbände der Parteien so ihren Nachwuchs fördern. Das Durchschnittsalter in den Räten sei bereits sehr hoch, dennoch werde dort über Belange gesprochen, die die Jugendlichen etwas angehen. Mit der unabhängigen Institution können die Jugendlichen nicht nur bei der kommenden Kommunalwahl 2021 bzw. alle fünf Jahre einen Impuls an die Politik geben, sondern bereits jetzt etwas tun, meint Sieber.

Sieber begrüßt den Antrag der Fraktionsgemeinschaft von Paul Müller und Andreas Schlichtmann, der am 13. November auf der Samtgemeinderatssitzung gestellt werden soll. In der kommenden Zeit soll verstärkt in den Schulen auf das Jugendparlament aufmerksam gemacht werden. Zudem hat Sieber eine Online-Petition gestartet, die ein Jugendparlament in der Samtgemeinde befürwortet und so weiter Druck auf die Politiker machen soll. "Wir sollten in der Samtgemeinde mehr jugendpolitische Mitbestimmung wagen. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt", sagt Sieber.

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