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Erst Bürgerschutz, jetzt Kultur-Organisatoren

Gerd Koß (2. v. li.), der Vorsitzende des Bürger- und Kulturforums, freut sich mit den Vorstands- und Beiratsmitgliedern, dass der Verein in diesem Jahr das 90-jährige Bestehen feiert
  • Gerd Koß (2. v. li.), der Vorsitzende des Bürger- und Kulturforums, freut sich mit den Vorstands- und Beiratsmitgliedern, dass der Verein in diesem Jahr das 90-jährige Bestehen feiert
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Bürger- und Kulturforum Bendestorf feiert 90-jähriges Bestehen / Fehlender Nachwuchs bereitet Sorgen.

mum. Bendestorf. So schnell vergeht die Zeit! Das Bürger- und Kulturforum Bendestorf feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen. Darauf wies der Vorsitzende Gerd Koß während der Jahreshauptversammlung hin. Anlässlich des besonderen Geburtstags holt der Verein interessante Gäste ins "Makens Huus". Unter anderem werden Reinhold Beckmann, Alida Gundlach und die Gruppe "Godewind" Gastspiele geben. Koß bilanzierte während der Versammlung das vergangene Jahr und eröffnete Perspektiven auf das Jubiläumsjahr.
"Das vielfältige Programmangebot erfüllte im vergangenen Jahr weitgehend unsere Erwartungen in Bezug auf die Besucherzahlen", so der Vorsitzende. Gut gebucht bis fast ausgebucht seien die drei Konzerte der 28. Klaviertage gewesen. Die Angebote für Kinder, für "Plattschnacker" und für junggebliebene Fans der Beatles hätten ebenfalls ein breites Echo gefunden. "Einen Höhepunkt im Jahresprogramm stellte die Zaubererschau des Magiers Otto dar", so Koß. "Nur die drei Lesungen im Herbst blieben mit niedrigen Zuhörerzahlen unter den Erwartungen."
Das aktuelle Programm begann mit der humorvollen Show des Bauchredners "Eddy". Zielgruppe waren Kinder und Erwachsene. Im Februar unterhielt der Moderator und Entertainer Yared Dibaba die Gäste - natürlich "op Platt". Und Abbi Hübner, das Urgestein der Hamburger Jazzszene, bespielte mit seinen "Low Down Wizards" das "Makens Huus" mit viel "schwarzem Jazz".
So vielfältig wird es weitergehen: Am heutigen Samstag, 7. April, wird Abi Wallenstein mit Günther Brackmann Blues und Boogie nach Bendestorf bringen (Beginn ist um Uhr 20 Uhr, der Eintritt kostet 15 Euro). Darauf folgt "Dancefloor"-Musik mit den neun Musikern der Band "Diazpora" (4. Mai) und ein Country-Frühschoppen (1. Juli). In der zweiten Jahreshälfte sind die klassischen Klaviertage vom 24. August bis 7. September mit jungen Pianisten bereits terminiert. Außer mit "Godewind" (14. September) ist das Konzert des prominenten Fernsehmannes Reinhold Beckmann (23. November) vertraglich vereinbart. Für den Leseherbst sind bislang Stefan Gwildis (7. Oktober), Alida Gundlach (14. Oktober) und Hannelore Hoger (ohne Termin) gebucht. Am 9. Dezember wird schließlich Jutta Weinhold mit ihrem Gospelchor das Jubiläumsjahr beeenden.
Koß und seine Mitstreiter holen jede Menge Kultur ins kleine Dorf. Das war allerdings vor 90 Jahren nicht der Grund für die Gründung des Bürger- und Kulturforums. 1928 wurde der "Ortsschutz Bendestorf" gegründet, der gemäß Satzung der "Sicherung des Eigentums" dienen und das "Zusammenleben und den Gemeinsinn der Heidesiedler" fördern sollte. In den schweren Kriegs-und Nachkriegszeiten setzte sich der Verein besonders für die zahlreichen Flüchtlinge und Kinder ein. Die Bedürfnisse änderten sich und der inzwischen als "Bürger- und Verkehrsverein Luftkurort Bendestorf" nach wie vor gemeinnützige Verein passte sich den veränderten Aufgaben an. Die kulturellen Angebote - darunter fallen Konzerte aller Musikrichtungen, Vorträge, Lesungen und Ausstellungen - gewannen weiter an Bedeutung. Der Verein dokumentierte dies im Jahre 2015 mit seinem neuen Namen: "Bürger -und Kulturforum Bendestorf".

Angst um die Zukunft

(mum). Trotz der erfolgreichen Geschichte schaut Gerd Koß mit bangem Blick in die Zukunft. "Das Fortbestehen des Vereins wirft Probleme auf", so Koß. Es sei schwierig, jüngere Mitstreiter für das ehrenamtliche Engagement zu finden. "Die öffentliche Hand, konkret GEMA und Finanzamt, greifen mit vielerlei Vorschriften und Gesetzen immer mehr in das Vereinsleben ein", kritisiert der Vorsitzende. Etwas Sorge bereiten ihm auch die rückläufigen Besucherzahlen. 2016 kamen noch 1.242 Gäste zu den Veranstaltungen des Forums; 2017 waren es nur knapp 900. Zudem sehen sich Koß und seine Mitstreiter mit Konkurrenz aus dem eigenem Dorf konfrontiert. "Das Filmmuseum eröffnete im vergangenen Jahr und und konkurriert seitdem mit seinem leider nicht immer cineastischen Abendprogramm", wird Koß deutlich. Auch dort finden inzwischen Konzerte statt.
"Unser ehrenamtliches Engagement bleibt bestehen, um in Bendestorf ein lebendiges Kulturleben zu schaffen und das Dorf auch in seinem äußeren Erscheinungsbild zu verschönern", verspricht der Vorsitzende. Ermutigt wird der Verein durch die Unterstützung der Gemeinde. Bernd Beiersdorf, Bendestorfs neuer Bürgermeister, fand während der Jahreshauptversammlung äußerst lobende Worte für den Verein, die Mitglieder und das Programm. "Das gibt uns - Vorstand und Beirat des Bürger-und Kulturforums - Hoffnung, dass wir in zehn Jahren mit Stolz unser 100-jähriges Bestehen feiern können", so Koß.
• Mehr Informationen unter www.bk-bendestorf.de.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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