Hommage an die Geschichte

Das Nadelwehr in Fahrenholz in der Elbmarsch: Sperrwerke  wie diese gibt es nur noch vier in Deutschland
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Jürgen A. Schulz präsentiert mit „Kulturdenkmale zwischen Marsch und Heide“ beeindruckenden Film.

(mum). Der Journalist und Filmemacher Jürgen A. Schulz, der zuletzt für seine Dokumentationsreihe über historische Persönlichkeiten der Nordheide von sich reden machte, hat jetzt einen neuen Film vorgestellt. „Kulturdenkmale zwischen Marsch und Heide“ lautet der Titel und verdient das Prädikat „unbedingt empfehlenswert“.
Schulz hat sich vorgenommen, die Zeugen unserer Vorfahren wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. „Viele haben kaum noch eine Vorstellung davon, wie viele Denkmale der unterschiedlichsten Art in ihrer Nähe zu finden sind“, sagt der Asendorfer. 1.500 Baudenkmale sind es allein im Landkreis Harburg. Zählt man die archäologischen Fundstätten dazu, vervielfacht sich diese Zahl. „Und nur knapp die Hälfte davon ist untersucht worden“, so Schulz. Der neue Film gibt Antwort auf die Frage, was noch in der Erde schlummert. Landrat Rainer Rempe hat die Schirmherrschaft übernommen.
Bei der Produktion stand Schulz ein Kompetenzteam zur Seite. Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt hat beispielsweise interessante Objekte ausgewählt, an denen die Vielfalt der Bodendenkmäler festgemacht werden kann. Wolfgang Küchenmeister, Denkmalschützer des Landkreises, zählt ebenfalls zu den Experten. Ilona Johannsen, Leiterin des Museums im Marstall, garantierte für die wissenschaftliche Sorgfalt und Genauigkeit. Die Kamera führt - wie auch bei den vorangegangenen Filmen - Günther Menke.
Bereits der Auftakt des Filmes macht neugierig: Ein Maulwurf wirft Erde ans Tageslicht. Er schiebt dabei einen Stein heraus, der sich bei näherer Betrachtung als ein Faustkeil entpuppt. 100.000 Jahre alt ist er, so stellten Experten fest. Im Museum im Marstall ist dieser Fund ausgestellt - neben vielen anderen Funden aus dem Landkreis. „Was gibt es noch zwischen Elbe und Geest?“ fragte sich Schulz. Und einmal auf die Spur gesetzt, hat er Fundstelle um Fundstelle ausfindig gemacht. Der Film ist mehr als eine Sammlung von Fundstellen. Schulz ist eine Hommage an das ehrenamtliche Engagement der Bürger gelungen, die sich für Wiederaufbau und Erhalt von Kulturdenkmalen einsetzen. Ein Beispiel ist die Wassermühle in
Karoxbostel. In wenigen Jahren haben Vereinsmitglieder das Unmögliche vollbracht, eine dem Verfall preisgegebene Wassermühle wieder zu neuem Leben zu erwecken. Weitere Stationen sind unter anderem das „Hexenhaus“ in Wesel, die Kunststätte Bossard in Jesteburg und das Café Augustenhöh in Hanstedt.
Ein wahrer Glücksfall ist, dass Schulz auf zahlreiche Aufnahmen sowie Fotografien früherer archäologischer Untersuchungen in seinem Archiv zurückgreifen konnte. Grabungen hat der 81-Jährige bereits vor 50 Jahren dokumentiert - damals mit einer 16-Millimeter-Kamera. Bei den Dreharbeiten für den neuen Film wurde unter anderem auch eine Drohne eingesetzt. Damit bekommt der Zuschauer eine ganz neue Perspektive auf die Denkmale. Die Drohnen-Aufnahmen haben „Flying-Elbmarsch“ und „Flying Boa“ beigesteuert. Ein besonderes Schmankerl gibt es noch für Platt-Freunde: der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke hat eine plattdeutsche Version eingesprochen.


Landrat übernimmt Schirmherrschaft


Der Film wird erstmals am Donnerstag, 16. November, im Marstall in Winsen gezeigt. Unter den Gästen ist unter anderem Landrat Rainer Rempe, der die Schirmherrschaft übernommen hat. Er hält einen Vortrag zum Thema „Was bedeuten uns Kulturdenkmale?“
Das ist typisch für Jürgen A. Schulz: Die Schulen im Landkreis werden wieder DVDs der Dokumentation erhalten. Finanziert wurde die Produktion durch Fördermittel des Lüneburgischen Landschaftsverbandes, der Volksbank Lüneburger Heide, des Fördervereins des Museums am Kiekeberg und dem Landkreis Harburg sowie des Heimat- und Museumsverein Winsen.
Der Film kostet 29,80 Euro und kann über die Homepage www.dokupro.shop bestellt werden. Öffentliche Vorführungen sind geplant. Interessenten können Schulz gern ansprechen.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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