Zu ihm kam die Rock- und Pop-Elite
Nachruf zum Tod von Plattenstudio-Betreiber Volker Heintzen

Ein Foto von 2013: Damals probte Sänger und Schlagerstar Roger Whittaker (li.) im VOX-Klangstudio von Volker Heintzen für eine Tournee | Foto: ce
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Die deutsche und internationale Rock- und Pop-Elite trauert um einen ihrer maßgeblichen "Macher", Förderer und Wegbegleiter: Volker Heintzen, der über 25 Jahre lang das Vox-Klangstudio in Bendestorf betrieb, verstarb jetzt nach schwerer Krankheit mit 79 Jahren. Er hinterlässt Ehefrau Gisi, drei erwachsene Kinder und sechs Enkel. 

Ich kannte und schätzte Volker, seit ich ihn 1999 für die damalige WOCHENBLATT-Serie "Der Speckgürtel als Hitschmiede" besucht hatte. "Ich bin Tonmeister, Produzent, Verleger und manchmal auch die sieben Zwerge in einer Person", stellte sich mir der Tausendsassa, der sein Handwerk im Studio Maschen gelernt hatte, mit einem Augenzwinkern vor. Tatsächlich war er mit Herz und Humor unermüdlich im kreativen Einsatz für die Künstler, die für Plattenaufnahmen zu ihm kamen. Dazu gehörten - um nur einige zu nennen - Roger Whittaker, Milva, Vicky Leandros, Jan Delay, Howard Carpendale und Peter Kraus ebenso wie Truck Stop, die Guano Apes, Rammstein oder Udo Lindenberg und sein Panikorchester. Wolfgang Niedecken, der hier mit BAP 1996 Songs für das Album "Amerika" aufnahm, erinnerte sich noch Jahre später gerne an das "tolle Studio, in dem wir mit sehr netten Leuten zusammenarbeiten durften".

Was das Vox-Klangstudio überdies ausmachte, war die familiäre Atmosphäre, für die Volker und auch seine langjährige Assistentin Geli sorgten und die ich bei vielen beruflichen Terminen genießen durfte. Bei einem dieser Besuche wollte mich der seinerzeitige Leibwächter eines bekannten deutschen Rockstars aus dem Studio werfen, weil ihn meine Anwesenheit störte. Volker ging dazwischen und erklärte dem Bodyguard: "Solange ich hier Hausherr bin, bleibt Herr Ehlermann!" Diese klare Ansage zeigte mir, wie sehr Volker mich und meine Arbeit schätzte.

Zuletzt sahen Volker und ich uns im April dieses Jahres beim Hittfelder Konzert von Star-Schlagzeuger Curt Cress, der auch schon in Bendestorf gewesen war. Es war ein sehr herzliches Wiedersehen. Volker kam mit Werner Becker, der viele Jahre in Trelde gelebt und mit ihm im Vox-Klangstudio als Musiker und Arrangeur zusammengearbeitet hatte. Gegenüber dem WOCHENBLATT würdigte Werner jetzt den Verstorbenen: "Volker hatte ein feines Gespür für Musik und für den Umgang mit Menschen." Auch deshalb wird Volker Heintzen nicht nur mir sehr fehlen.

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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