Das war‘s mit der Mehrheit: Bendestorfer Grüne kündigen gemeinsame Gruppe auf

Kündigt die Mehrheitsgruppe auf: Gunnar Herr (Bündnis 90/Die Grünen)
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Die Bendestorfer Grünen haben genug! Sie kündigten die Gruppe mit BWG und SPD auf. „Wir wollen uns neu positionieren“, sagt Chef Gunnar Herr.

mum. Bendestorf. Ein Paukenschlag in Bendestorf: Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen gibt ihre Mitgliedschaft in der Mehrheitsgruppe im Gemeinderat auf. Bislang waren die Bendestorfer Wählergemeinschaft (BWG, 5 Stimmen), SPD (1) und die Grünen (2) in einer Zweckgemeinschaft vereint. Als Opposition bilden bisher CDU (3) und BUG (2) eine Gruppe.
„Obwohl die Zusammenarbeit bei ganz unterschiedlichen Themen sehr konstruktiv war, haben wir uns dazu entschlossen, uns im Gemeinderat für die letzten zwei Jahre dieser Wahlperiode neu zu positionieren“, sagt Gunnar Herr, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. „In einigen für uns besonders wichtigen Themen mussten wir feststellen, dass uns eine Gruppenmitgliedschaft keine politischen Vorteile bringt.“
Daher möchte seine Partei nun als unabhängige Fraktion die grünen Themen wirkungsvoller voranbringen. „Um das zu erreichen streben wir punktuelle und themenbezogene Absprachen mit allen Fraktionen des Gemeinderates an“, erklärt Gunnar Herr. „Wir laden daher alle Fraktionen ein, mit uns über anstehende Themen ins Gespräch zu kommen und freuen uns auf eine lebendige und ergebnisoffene Ratsarbeit.“
Könnte der Streit um den Abriss der Halle „A1“ auf dem ehemaligen Filmstudio-Areal der Anlass gewesen sein? Zuletzt hatte es rund um dieses Thema mächtig Ärger im Gemeinderat gegeben. Die Grünen wollten die Halle vor der Abrissbirne bewahren. Fanden dafür allerdings keine Mehrheit. Ende März hatte schließlich eine Mehrheit aus BWG, CDU und BUG das Aus der Halle beschlossen. „Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen und halten sie für einen weitreichenden Fehler“, so Gunnar Herr damals. So habe sich die Mehrheit im Gemeinderat völlig unbeeindruckt davon gezeigt, dass die Samtgemeinde mit der Gemeinde Bendestorf über einen Ankauf der Halle ins Gespräch kommen wollte.
„Stattdessen haben die drei Fraktionen das Gesprächsangebot der Samtgemeinde ausgeschlagen und den Antrag von uns Grünen und der SPD auf Einrichtung eines Runden Tisches abgelehnt.“ Eine für die Gemeinde Bendestorf einmalige Gelegenheit zur Schaffung einer überregional bedeutsamen kulturellen Einrichtung sei damit verpasst worden.

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