Jesteburger Rat hat entschieden:
Fläche für Öko-Ausgleich an Thelsdorfer Straße
- Fertig renaturiert: Das Brettbachtal taugt nicht mehr als Ausgleichsfläche
- Foto: Archiv/pöp
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Der Jesteburger Gemeinderat hat entschieden: Eine neue Fläche für einen ökologischen Ausgleich soll an der Thelsdorfer Straße am Ortsausgang Lüllau entstehen. Das war nötig, weil die bisherige Fläche am Kamerunweg im Brettbachtal fertig renaturiert ist. Die Gemeindeverwaltung hatte sich ebenfalls für diese Fläche ausgesprochen, die untere Naturschutzbehörde hat ihre Zustimmung signalisiert.
Thelsdorfer Straße am besten geeignet
Die 8.789 Quadratmeter große Fläche „Thelstorfer Straße“ ist aus ökologischer Sicht laut Bewertung zum großen Teil ein "Sandacker", aus dem man "Extensivgrünland" herstellen könnte. Die Landkreisbehörde schlägt vor, das Gelände im nördlichen Bereich zum Beispiel in Form einer ständig wasserführenden Senke zu verändern, um das Aufwertungspotenzial weiter zu steigern. Allerdings wäre auf der benachbarten Fläche Landwirtschaft nur noch mit Einschränkungen möglich, weshalb der Landwirt eventuell Interesse hätte, das Gelände als mögliche Erweiterung der Ausgleichsfläche an die Gemeinde zu verkaufen.
Hintergrund: Ausgleich vor Ort
2023 hatte der Gemeinderat entschieden, ökologischen Ausgleich für Bau- oder Baumfällmaßnahmen vor allem im Ort und nicht irgendwo im Landkreis umzusetzen. Die bisher für diesen Ausgleich genutzte Fläche ist aber inzwischen fertig renaturiert, es braucht eine neue. Deshalb hatte die Verwaltung im Auftrag des Gemeinderates eine sogenannte "Biotypenbewertung" für drei Gebiete erstellt. Dabei wird ermittelt, welche Bedingungen für die Herstellung ökologisch einwandfreier Verhältnisse bei den Flächen vorliegen, damit der Gemeinderat leichter entscheiden kann.
Gebiet "Am Allerbeek" rechtlich schwierig
Zur Wahl hatten mehrere Gebiete als zukünftige Ausgleichsflächen gestanden: Eine 3.047 Quadratmeter große Fläche befindet sich an der Lüllauer Straße/Am Allerbeek beim neuen Friedhof, wo man auf Samtgemeindeebene ein Urnenfeld plant, das dann nicht möglich wäre. Aus dem "Fichtenforst" könnte man einen "standortheimischen Laub- und Mischwald" herstellen. Die Verwaltung riet ab, da die rechtliche Lage schwieriger ist und mehr Personal gebraucht würde, das in der Gemeindeverwaltung aktuell nicht zur Verfügung steht.
Gebiet "Kleckerwaldweg" bringt nicht viel
Eine dritte anvisierte Fläche befindet sich am Talweg/Kleckerwaldweg, derzeit "bodensaurer Eichenmischwald" mit einer schon relativ hohen ökologischen Bewertung. Die Fläche wurde von den Ratsmitgliedern ebenfalls verworfen: Die Herstellung eines Biotopes würde dort nicht viel bringen, hatte die Biotypenbewertung ergeben.
20.000 Euro für 2027 einplanen
Im Haushaltsplan 2026 sind bisher 14.500 Euro zur Herstellung von Kompensationsflächen eingeplant. Das Geld wird aber schon für die Herstellung der bereits beschlossenen Fläche am Reindorfer Feldweg benötigt. Für die neue Fläche müssen für 2027 dann 20.000 Euro eingeplant werden. Die Umsetzung der neuen Fläche soll daher erst 2027 erfolgen, "um den Haushalt 2026 nicht weiter zu belasten". Außerdem muss die Gemeinde als Eigentümerin bis zum 30. Juni den Pachtvertrag fristgemäß zum 1. Januar 2027 kündigen.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.