Kunststätte Bossard: Andreas Albrod widerspricht Reglitzky

FDP-Vize stellt Mega-Zuschuss in Frage.

mum. Jesteburg.
Der Kreistag hat sich für einen Neustart bei der Entwicklung der Kunststätte Bossard in Jesteburg-Lüllau zu einer "Kunsthalle der Lüneburger Heide" ausgesprochen (das WOCHENBLATT berichtete). Immerhin soll der geplante Ausbau, den der Landkreis Harburg mit mehr als zwei Millionen Euro mitfinanzieren will, solange ruhen, bis Wissenschaftler die antisemitische Haltung Johann Bossards und seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus neu bewertet haben. "Trotz seriöser Hinweise hat man das Thema Johann Bossard und seine Nähe zu Nazi-Deutschland nicht wahrgenommen oder sogar verdrängt", sagt Dr. Andreas Albrod, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Harburg-Land. Im April habe der Spiegel nachvollziehbar die Nazi-Nähe von Johann Bossard dargelegt. "Erinnert sei hier an das in den Mosaikfußboden eingelegte Hakenkreuz, das neuerdings durch eine Fußmatte abgedeckt wird", so Albrod. "Insofern begrüßt die FDP Harburg-Land ausdrücklich, dass man zunächst dieser Fragestellung nach der Vergangenheit von Johann Bossard nachgehen möchte und alle weiteren Bauplanungen vorerst einstellt beziehungsweise ruhen lässt." Albrod weiter: "Im Übrigen möchte die FDP auch den Nutzen des gesamten Projektes zum jetzigen Zeitpunkt in Frage stellen, denn die Gemeinden und Landkreise werden hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie die knapper werdenden Mittel zunächst für andere und wichtigere Investitionen benötigen, etwa die Verbesserung der Infrastrukturmaßnahmen."
Interessant: Ganz einig ist man innerhalb der FDP offensichtlich nicht, was das Thema Bossard betrifft. Fraktionschef Arno Reglitzky hatte im Kreistag ein leidenschaftliches Plädoyer für den Kunsttempel gehalten. "Es ist ein Jammer, wie die gute Kunststätte in Verruf geraten ist", hatte Reglitzky gesagt. Und zudem gefordert, der Kunststätte mehr Wertschätzung entgegenzubringen.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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