Schulstandort Hanstedt/Jesteburg
Wird aus zwei Oberschulen eine IGS?

Setzen sich für eine gemeinsame Gesamtschule für Hanstedt und Jesteburg ein: die Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Heinrich Höper (li.) und Olaf Muus
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  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Schulterschluss für eine zukunftsfähige Schule: Die Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus (Hanstedt) und Hans-Heinrich Höper (Jesteburg) schlagen vor, dass die beiden Oberschulen in Hanstedt und Jesteburg zu einer Integrierten Gesamtschule verschmelzen. Die beiden Verwaltungschefs beziehen sich auf ein aktuelles Gutachten, wonach das Interesse der Eltern und Schüler an Oberschulen im Gegensatz zu Gesamtschulen und Gymnasien gering ist. Laut Muus und Höper würde es seitens der beiden Schulleitungen Interesse geben.

mum. Hanstedt/Jesteburg. "Auslaufmodell Oberschule?" lautete am Samstag die WOCHENBLATT-Überschrift zum Thema Schulenentwicklungsplan. Diesen hatte Experte Wolf Krämer-Mandau kürzlich im Kreisschulausschuss vorgestellt. Er hat dafür die Perspektive der 29 weiterführenden Schulen im Landkreis untersucht. Das Ergebnis: "Die Zahl der Oberschulen ist weit größer als die Nachfrage nach ihnen", teilte Krämer-Mandau dem Fachgremium mit. Neun der zwölf Oberschulen im Landkreis liegen dauerhaft bei unter 50 Anmeldungen pro Schuljahr. Gleichzeitig müssen die Gymnasien jedes Jahr Schüler abweisen, weil zu wenig Plätze vorhanden sind, und auch die Plätze an den Integrierten Gesamtschulen (IGS) sind heiß begehrt. In Buchholz und Winsen sei der Druck besonders hoch, so Krämer-Mandau. Er forderte: "Es braucht mehr Plätze für Schüler in Gymnasien und Gesamtschulen!" Um unnötige Erweiterungen und gleichzeitigen Leerstand zu verhindern, schlägt er vor, einige Oberschulen zu regionalen Oberschulen zusammenzuschließen und dafür vier zusätzliche Gesamtschulen einzurichten. Auch die Verwaltungschefs und Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus (Hanstedt) und Hans-Heinrich Höper (Jesteburg) sind der Meinung, dass Handlungsbedarf besteht. Aus diesem Grund schlagen sie vor, dass die Oberschule in Hanstedt und die Oberschule mit gymnasialem Zweig in Jesteburg zu einer IGS an zwei Standorten fusionieren. "Wir sind davon überzeugt, dass dies die beiden Schulen nicht nur sichern wird, sondern auch das ist, was sich die Eltern wünschen", sagen die beiden Verwaltungschefs unisono.
Für eine Fusion gibt es zahlreiche Argumente. Beispielsweise sind Muus und Höper davon überzeugt, dass die beiden Samtgemeinden über genügend Schüler verfügen, um eine Oberstufe sinnvoll bespielen zu können. Dann würde das Chauffieren der Schüler eingeschränkt werden. Aktuell gibt es Jungen und Mädchen, die bis zu 90 Minuten Fahrzeit in Kauf nehmen müssen, um ihre weiterführende Schule zu erreichen. "Nur 27 Prozent der Hanstedter Kinder bleiben nach dem Ende der Grundschulzeit in der Samtgemeinde", nennt Muus Fakten. "Die Eltern wollen für ihre Kinder, dass sie das Abitur machen", ergänzt Höper. "Uns steht nicht zu, dies zu bewerten, aber wir können die Möglichkeiten dafür quasi vor der Haustür schaffen."
Die beiden Verwaltungschefs weisen zudem auf die schwierige Situation an den Buchholzer Gymnasien hin. "Die platzen schon jetzt aus allen Nähten", so Höper. Und langfristig plant Buchholz mit weit mehr als 1.000 weiteren Wohneinheiten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die beiden Schulzentren deutlich erweitert werden können", so Muus.
Selbst in der Hand haben Muus und Höper die Umwandlung zur IGS allerdings nicht. "Wir wissen, dass es seitens der beiden Schulleitungen Interesse an so einem Modell gibt", so Höper. Doch im ersten Schritt müsste der Landkreis seine Zustimmung geben, dann natürlich die Landesschulbehörde. Sollte es jeweils grünes Licht geben, würde die Einrichtung einer Planungsgruppe folgen. "Realistisch wäre der Neustart als IGS an beiden Standorten vermutlich zum Schuljahr 21/22", so Muus. Dass es auch deutlich schneller geht, habe seinerzeit Holger Blenck bewiesen. Innerhalb von nur sechs Monaten hatte er die IGS Buchholz an den Start gebracht.
Der Landkreis Harburg scheint dem Vorschlag der beiden Samtgemeinde-Bürgermeister gar nicht abgeneigt zu sein. "Ein solches Modell hängt von vielen verschiedenen Rahmenbedingungen wie etwa den räumlichen und personellen Kapazitäten ab", sagt Annerose Tiedt, Bereichsleiterin Ordnung beim Landkreis Harburg, die auch für den Bereich Schule verantwortlich ist. "Die Schulleiter und die Bürgermeister müssen das Konzept mittragen, aber vor allem muss die Schulbehörde einverstanden sein. Letztlich ist diese Entscheidung aber durch entsprechende politische Beschlussfassung zu treffen. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, gibt es für die Kreisverwaltung keinen Grund, das Modell nicht mitzutragen."

Auf ein Wort
Das ist genau der richtige Weg
Die Fusion der beiden Oberschulen zu einer Integrierten Gesamtschule ist genau der richtige Schritt! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auf Sicht davon beide Schulen profitieren werden. Jesteburg bekommt endlich das, wonach die Gemeinde schon so lange lechzt - eine Oberstufe. Und Hanstedt muss aufgrund der Fusion nicht befürchten, Schüler nach Jesteburg zu verlieren, weil sie sich dort wegen der unterschiedlichen Abschlüsse eine bessere Perspektive versprechen.
Allerdings - und auch das darf nicht verschwiegen werden: Die beiden Schulen haben ganz unterschiedliche Ausgangssituationen. Hört man sich in der Schulszene im Landkreis um, dann wird häufig unterstellt, dass das Niveau der Jesteburger Oberschüler kaum mit dem von Gesamtschülern beziehungsweise Gymnasiasten mithalten kann. Die Oberschule Hanstedt hingegen hat sich in den vergangenen Jahren - erst unter der ehemaligen Schulleiterin Susanne Graßhoff und aktuell unter ihrer Nachfolgerin Anke Drewes - einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Unter anderem, weil mehr als die Hälfte der Schülerschaft Hanstedt mit einem Erweiterten Realschulabschluss verlässt.
Es wird maßgeblich darauf ankommen, dass die Planungsgruppe mit den richtigen Personen besetzt wird. Es darf nicht um einzelne Karrieren gehen, sondern ausschließlich um das Ziel, eine gute IGS an den Start zu bringen.
Sascha Mummenhoff

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