Jesteburg: UWG Jes! kritisiert Jugend Aktiv
Zu wenig Angebote für Jugendliche

Ohne Jugend Aktiv müsste sich die Gemeinde zum beispiel selbst um den Fußballkäfig kümmern | Foto: pöp
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  • Ohne Jugend Aktiv müsste sich die Gemeinde zum beispiel selbst um den Fußballkäfig kümmern
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Im April hatten Hansjörg Siede, Henning Buß und die UWG Jes!-Fraktion im Ausschuss für Senioren, Jugend Senioren, Sport und Soziales gefordert, die Jugendarbeit in Jesteburg zu überdenken, notfalls den Vertrag mit dem Trägerverein Jugend Aktiv zum Jahresende "vorsorglich" zu kündigen: Sie sei in den vergangenen Jahren zu sehr an jüngeren Kindern ausgerichtet gewesen und zu "wenig attraktiv" für Jugendliche. Außerdem sei am Wochenende und abends zu wenig geöffnet. Jetzt liegt eine Antwort des Vereins Jugend Aktiv vor, der Träger der Jesteburger Jugendarbeit ist. Der Jugend-Aktiv-Vorstand weist die Kritik sehr deutlich zurück. Man hätte sich die Mühe machen können, vorbeizuschauen. "Das haben die Antragsteller nicht getan", weshalb man deren objektive und fachlich richtige Einschätzung anzweifele.

Reichen die Öffnungszeiten?

Im UWG-Antrag bezieht man sich auf "fraktionsübergreifende Gespräche mit Jugendlichen", die man geführt habe. Dabei sei herausgekommen, dass die Öffnungszeiten dienstags bis freitags von 13 bis 19 Uhr nicht ausreichten. Und 50 Prozent des Angebotes sei an Kindern und nicht an Jugendlichen ausgerichtet. Das sehen die Jugendbetreuer anders: Eine Umfrage bei Jugendlichen der Oberschule vor und nach den Herbstferien habe ergeben, dass die Öffnungszeiten kaum ein Problem darstellten "Nur 6,32 Prozent wünschten sich eine zusätzliche Öffnung am Samstag." Seit Februar habe man zudem die Öffnungszeiten schon von 20 auf 24 Stunden erweitert, obwohl im Vertrag mit der Gemeinde nur 20 Stunden vereinbart seien. "Dies kann in Wechselschicht im Moment gerade noch von Mitarbeitern abgedeckt werden", schreiben Anne Dietrich und Dörte von Elling in einem Vorstandsschreiben an die Lokalpolitik.

Harmstorf und Bendestorf beteiligen sich nicht

Im UWG-Antrag geht es auch ums Geld: Die Gemeinde Jesteburg übernehme im Bereich Jugendarbeit derzeit "90.000 Euro zusätzlich als freiwillige Leistung", woran sich Harmstorf und Bendestorf nicht beteiligten. Geld einsparen könne man schon gar nicht, denn die überwiegenden Finanzpositionen im Jugend-Aktiv-Haushalt seien Personalkosten. "Die Sachausgaben belaufen sich lediglich auf 3,14 Prozent der Gesamtsumme. Wenn man eine fachliche Mindestqualifikation und eine überwiegende Doppelbesetzung voraussetzt, sind bei einer Öffnungszeit von 24 Stunden pro Woche und den momentan vorhandenen Stellen keine Einsparungen zu erreichen."

Zu wenig Angebote für Jugendliche?

Die UWG-Vertreter bemängeln auch, dass es zu wenig Angebote für Jugendliche und zu viele für Kinder gebe. Auch das sieht man bei Jugend Aktiv anders: Man mache im Rahmen seiner Ferienprogramme Angebote für die Sechs- bis Zwölfjährigen, mit Jugendlichen von zwölf bis 21 Jahren werde im Jugendhaus in der offenen Jugendarbeit gearbeitet. Denn in diesem Alter "lassen sich Jugendliche von Eltern nur ungern verplanen", alle Kursangebote - auch anderer Träger - würden von dieser Altersgruppe ungern angenommen. 

Vertragskündigung wird teuer

Dietrich und von Elling erläutern außerdem, dass die von der UWG Jes! geforderte vorsorgliche Vertragskündigung für die Gemeinde viele Nachteile mit sich brächte: Die Jugendarbeit bleibe eine Pflichtaufgabe der Kommunen. Will sagen: Statt des Vereins müsste die - personell knapp aufgestellte - Gemeinde dann die Jugendarbeit selbst organisieren. Und: "Für das Versäumnis der Gemeinde Jesteburg, die Gliedgemeinden nicht an der Entwicklung der Jugendarbeit zu beteiligen, trägt Jugend Aktiv als freier Träger keine Verantwortung."

Keine Kooperationen mehr möglich?

Schließlich wären bei einer Kündigung des Vertrages keine Kooperationen mit der Oberschule mehr möglich und kein gemeinsames Sommerferienprogramm mit der Gemeinde Hanstedt. Und man verliere das über Jahrzehnte gewachsene Netzwerk zu anderen Vereinen und Institutionen und nicht zuletzt die Ehrenamtlichen, Honorarkräfte und Jugendgruppenleiter. Zudem könne die Gemeinde die Ausstattung und Kreativmaterialien nicht mehr über Spenden finanzieren, müsse Jugend Aktiv die Jugendhaus-Ausstattung abkaufen, zum Beispiel den Fußballkäfig selbst unterhalten und für die Hüpfburg Miete zahlen.

Ohne Jugend Aktiv müsste sich die Gemeinde zum beispiel selbst um den Fußballkäfig kümmern | Foto: pöp
Anne Dietrich vertritt den Verein Jugend Aktiv | Foto: mum
Hansjörg Siede (UWG Jes!) | Foto: as
Henning Buß (UWG Jes!) | Foto: Antje Wulff
Redakteur:

Gabriele Poepleu aus Seevetal

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