KI, Birnen und Innovationen im Fokus
Norddeutsche Obstbautage starten in Jork
- Erste Versuche mit selbstlernenden Systemen
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Norddeutsche Obstbautage 2026 in Jork: KI, Innovation und Birnen im Fokus
Zwischen Apfelkisten und Hightech-Sensoren liegt in diesen Tagen ein Hauch von Zukunft über dem Alten Land: Am Mittwoch, 11. Februar, sind die 76. Norddeutschen Obstbautage in Jork gestartet. Unter dem Leitthema „Frucht trifft Innovation – Obstanbau und Künstliche Intelligenz im Fokus“ präsentieren sich bis Donnerstag rund 140 Aussteller mit Technik, Produkten und Lösungen für den modernen Obstbau.
Organisiert wird die Fachmesse vom Obstbauversuchsring des Alten Landes gemeinsam mit dem Esteburg Obstbauzentrum Jork. Die Norddeutschen Obstbautage gelten als zentrale Plattform der Branche im Alten Land und darüber hinaus.
„Zelt der Innovationen“: Digitale Lösungen für den Obstbau
Ein neues Element der 76. Auflage ist das „Zelt der Innovationen“. Dort stellen Unternehmen und Projektpartner ihre neuesten Produkt- und Geschäftsideen vor. In kurzen „10-Minuten-Pitches“ geben sie Einblicke – von digitalen Managementsystemen über autonome Plattformen bis hin zu Batterie- und Robotiklösungen.
Der aktive Obstbauer Florian Borgmann (40) von Öko Obst Borgmann in Buxtehude-Pippensen informiert sich über die Apfelernte und interessiert sich besonders für Pflückbühnen, um Arbeitsprozesse effektiver zu gestalten.
Künstliche Intelligenz verändert den Obstbau
Ein Schwerpunkt des ersten Messetages ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Obstbau. Fachvorträge zeigen, wie KI Büroarbeit erleichtert, Daten analysiert, Erträge prognostiziert und Arbeitsprozesse automatisiert.
Projekte wie „SAMSON“ verdeutlichen, welche Anwendungen bereits heute in der Praxis genutzt werden – und welche Entwicklungen in naher Zukunft zu erwarten sind. Sensorik, Datenanalyse und Automatisierung gelten als Schlüsseltechnologien für Effizienz, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Im Projekt „Kermit“ werden Lösungen zum Thema Abdriftschutz entwickelt. Vertikale Barrieren sollen das Abdriften von Pflanzenschutzmitteln in benachbarte Gewässer reduzieren und ökologische Auflagen sichern.
Ein weiterer Ansatz ist die Kühlung mit Eisspeichern: Überschüssiger Strom wird genutzt, um Eis zu erzeugen, das anschließend für die besonders energieeffiziente Kühlung geernteter Äpfel eingesetzt wird. So wird die regionale Wertschöpfung gestärkt und der Obstbau nachhaltiger gestaltet.
Birnen im Aufwind: Neue Perspektiven für Norddeutschland
Neben der Digitalisierung rückt auch ein klassisches Produkt in den Fokus: die Birne. Sie gilt für viele Betriebe als Zukunftsthema – anspruchsvoll im Anbau, aber mit wachsender Nachfrage im Markt.
Der zweite Messetag widmet sich dem Birnenanbau. Experten diskutieren Marktchancen, Pflanzenschutzfragen und neue Produktionsstrategien. Auch klimatische Veränderungen eröffnen neue Möglichkeiten für den Birnenanbau in Norddeutschland.
Das Esteburg Obstbauzentrum greift das Thema am eigenen Messestand auf und verbindet innovative Technik mit produktionstechnischen Fragestellungen.
Auch Obstbauer Borgmann plant eine Erweiterung seines Betriebs:
„Das ist eine Investition in die Zukunft, die pflanzt man sogar für die nächste Generation mit.“
Politik und Branche im Austausch
Ein Höhepunkt der Norddeutschen Obstbautage ist der verbandspolitische Nachmittag. Erwartet wird die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Silvia Breher, als Festrednerin.
Gemeinsam mit Vertretern aus Verbänden und Politik werden aktuelle agrarpolitische Fragen diskutiert – von Wettbewerbsfähigkeit über Klimawandel bis zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
„Hier zeigt sich die Stärke des deutschen Obstbaus: fachlich, zukunftsorientiert und im lebendigen Austausch“, betont Claus Schliecker, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau.
Auch der Kreisbauernverband Stade sieht die Obstbautage als wichtigen Treffpunkt von Praxis, Politik und Öffentlichkeit.
Elektromobilität und Nachwuchsförderung
Mit ihrer modernen Ausrichtung spricht die Messe besonders junge Betriebsleiter, Studierende und Fachschüler an. Neben KI und Digitalisierung spielt auch die Elektromobilität im Obstbau eine Rolle.
Gezeigt werden unter anderem der vollelektrische Traktor Fendt e107 sowie der Elektro-Lkw Mercedes eActros.
„Der Obstbau braucht Fortschritt – und die Norddeutschen Obstbautage sind der Ort, an dem wir ihn sichtbar machen", betont Dr. Karsten Klopp, Leiter des Esteburg-Obstbauzentrums.
Treffpunkt für Praxis, Forschung und Politik
Die Norddeutschen Obstbautage zeigen, wie sich der Obstbau zwischen Tradition und moderner Technologie weiterentwickelt. Sie verbinden Praxis, Forschung und Politik – und machen Innovationen im Alten Land erlebbar.
Was sind die Norddeutschen Obstbautage?
Wo finden die Norddeutschen Obstbautage 2026 statt?
Welche Themen stehen 2026 im Mittelpunkt?
Was ist das „Zelt der Innovationen“?
Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im Obstbau?
Warum rückt der Birnenanbau stärker in den Fokus?
Welche politischen Themen werden diskutiert?
Weitere Informationen: www.obstbautage.de
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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