Ingrid Nilson (SPD) stellt Fragen zum Thema Flüchtlinge und Kita-Plätze
Jork: "Ohne Kinderbetreuung ist Integration kaum machbar"

Flüchtlinge brauchen verlässliche Kinderbetreuung, damit sie Integrationskurse besuchen können (Symbolfoto)
  • Flüchtlinge brauchen verlässliche Kinderbetreuung, damit sie Integrationskurse besuchen können (Symbolfoto)
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ab. Jork. Wie sieht die Situation für Flüchtlinge in der Gemeinde Jork derzeit aus? Fragen dazu hatte jetzt die in der Flüchtlingshilfe aktive SPD-Ratsvorsitzende Ingrid Nilson für die jüngste Ratssitzung vorbereitet. Bislang habe die Gemeinde die Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingsarbeit unterstützt, so Nilson. Dafür gebühre allen Beteiligten großer Dank. Doch bei ihren Fragen stellte sich heraus: Für Flüchtlinge mit Kindern, die an einem Integrationskursus teilnehmen wollten, gibt es bisweilen erhebliche Hürden.

Die Teilnahme an den zwei Mal wöchentlich stattfindenden Kursen sei weniger geworden, informierte Ingrid Nilson. Sie führte es unter anderem darauf zurück, dass mehr Integrationskurse angeboten werden, aber auch darauf, dass die Betreuungsplätze für die Kinder zu weit entfernt sind vom Wohnort: Den Flüchtlingen werde ein Kindergartenplatz beispielsweise in Estebrügge angeboten, leben würden sie aber in Ladekop. "Ohne Pkw ist das Hin- und Herbringen zu jeder Jahreszeit nicht zu leisten", meint Nislon. Eine Betreuung der Kinder während der Integrationskurse gebe es nicht.

Um sich auch auf dem Arbeitsmarkt integrieren zu können, seien Deutschkenntnisse dringend erforderlich. Außerdem sollte jedes Kind mindestens ein, besser noch drei Jahre vor Schuleintritt einen Kindergartenplatz bekommen, denn auch für die Kleinen sei "das Erlernen der Sprache vor der Schule sehr wichtig". 
"Ohne verlässliche Kinderbetreuung ist die Teilnahme an Integrationskursen nicht möglich und eine Integration kaum machbar", machte die SPD-Ratsfrau deutlich. 

"Es wird versucht, Kinder möglichst ortsnah unterzubringen", entgegnete Bürgermeister Gerd Hubert (BVJ). Das könne aber nicht immer erfüllt werden, "weil gerade in einer ortsnahen Einrichtung keine Plätze zur Verfügung stehen". Das betreffe Einheimische allerdings genauso. Auch werde darauf geachtet, nicht alle Flüchtlinge zentral unterzubringen, um so den Kontakt zu deutschen Kindern zu fördern. Der Landkreis Stade übernehme nur Kosten für einen Halbtagsplatz. "Auch darauf muss geachtet werden." Dass Flüchtlingskinder mindestens ein Jahr vor der Einschulung einen Kindergartenplatz bekommen, werde aber grundsätzlich eingehalten.

• In Jork fehlen aktuell 29 Betreuungsplätze, informierte Hubert: 19 Kinder über drei Jahre und 10 Kinder unter drei Jahre haben keinen Platz erhalten. In Kürze werde das geändert. Hubert: "Im Kindergarten Am Fleet und im Spielkreis Estebrügge werden in Kürze in Pavillon-Anlagen weitere Plätze geschaffen, sodass sich die Zahl um ca. 15 Kinder verringert." Der auch durch das beitragsfreie Jahr stark gestiegenen Nachfrage trage die Gemeinde aber Rechnung: Aktuell plant sie, die Kita Am Fleet zu erweitern.

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