Freiheit auf vier Rädern in Jork
Warum Mobilurlauber das Alte Land schätzen
- Kommen aus der Nähe von Heidelberg, sind auf der Durchreise nach Hamburg und machen einige Tage Halt im Alten Land um Fahrrad zu fahren: Peter Jochim (70) und Jutta Jochim (68)
- Foto: sts
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Eigentlich wollten Peter (70) und Jutta (68) Jochim nur einen Zwischenstopp einlegen. Auf dem Weg aus der Nähe Heidelbergs nach Hamburg machten sie Halt im Alten Land. Doch kaum hatten sie ihren als Wohnmobil genutzten VW-Bus auf dem Stellplatz in Jork abgestellt, änderten sich die Pläne. Weil ihnen die Obstplantagen, die Ruhe und die Landschaft so gut gefallen, möchten sie spontan ein oder zwei Tage bleiben. Jork und sein Umland wollen sie nun mit dem Fahrrad entdecken. Den VW-Bus hat Peter Jochim selbst ausgebaut. "Luxus spielt für uns beim Reisen keine große Rolle. Das Fahrzeug hat alles, was wir für uns jeden Tag brauchen.“
Vielleicht beschreibt genau das den Reiz des Reisens mit dem Wohnmobil am besten: Nicht der Terminkalender entscheidet, sondern der erste Eindruck.
Einfach weiterfahren
Walter Bruins (81) und Monika Petrich (73) aus Rheinberg bei Duisburg leben diese Art des Reisens bereits seit 40 Jahren. Für Walter Bruins ist genau das der größte Vorteil. „Wenn es uns an einem Ort nicht gefällt, dann fahren wir weiter“, sagt er.
Ins Alte Land zieht es die beiden regelmäßig. Einige Tage bleiben sie jedes Mal, unternehmen Fahrradtouren und besuchen einen guten Freund, der vor Jahren aus Rheinberg nach Jork gezogen ist. „Die kleinen Orte hier sind so schön, außerdem freue ich mich über die frischen Kirschen aus der Region, die es hier gerade überall zu kaufen gibt“, sagt Monika Petrich.
Nur wenn das Wetter umschlägt, verliert das mobile Reisen für sie etwas von seinem Reiz. "Wenn man draußen ist und sich die Gegend anschaut, ist das toll. Bei schlechtem Wetter sind die Tage im Fahrzeug nicht so angenehm“, sagen sie.
Erinnerungen im Gepäck
Auch Leon (64) und Mimi van de Wouw (67) aus den Niederlanden sind mit ihrem Wohnmobil im Alten Land unterwegs. Für Leon van de Wouw war die Region im vergangenen Jahr noch Neuland. Mimi van de Wouw dagegen verbindet persönliche Erinnerungen mit Norddeutschland. Drei Jahre lang lebte sie als Kind in Zeven (Landkreis Rotenburg/Wümme), weil ihr Vater dort bei der Armee stationiert war. „Buxtehude habe ich als Zwölfjährige bei einer Schulreise kennengelernt“, erzählt sie.
„Eigentlich wollte Leon nie ein Wohnmobil haben, aber ich habe es immer romantisch gefunden“, erzählt Mimi van de Wouw. „Früher waren wir viel mit dem Flugzeug unterwegs, sind nach Amerika und Australien geflogen. Da wir jedoch keine Betreuung mehr für unsere Hunde hatten, sind wir auf das Wohnmobil umgestiegen.“ Für den Niederländer war die Umstellung zunächst nicht leicht. „Aber ich habe gelernt, zu relaxen und meine Ansprüche herunterzufahren. Seitdem klappt es besser und ich kann genießen.“ Heute schätzen beide vor allem die Einfachheit des mobilen Reisens.
Unterwegs ist weniger mehr
„Es ist ein sehr einfaches Leben, denn der Alltag dreht sich um ganz einfache Fragen: Haben wir Wasser? Haben wir etwas zu essen? Hier habe ich gelernt, mit zwei Litern Wasser sehr schnell zu duschen. Trotzdem freue ich mich, wenn ich zu Hause gemütlich duschen kann“, erzählt Mimi van de Wouw.
Für das Paar steht fest: Sie wollen nicht lange an einem Ort bleiben, sondern ihre Umgebung entdecken. Das Wohnmobil ist für sie weniger ein Ferienhaus auf Rädern als vielmehr ein Gefährt, mit dem sie jederzeit weiterziehen können.
Darin sind sich die Reisenden auf dem Stellplatz in Jork einig: Mobiles Reisen bedeutet für sie, den Alltag auf das Wesentliche zu reduzieren, neue Orte kennenzulernen und den Kurs spontan ändern zu können. Manchmal genügt dafür schon ein ungeplanter Zwischenstopp im Alten Land.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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