Neu Wulmstorf
Junger Wolf greift Hannoveraner Stute an und verletzt sie schwer
- Die Stute wurde in den Hals gebissen
- Foto: Wegner
- hochgeladen von Bianca Marquardt
Ein junger Wolf hat offenbar seine Kräfte überschätzt und den Überlebenswillen einer alten Hannoveraner Stute unterschätzt, ihr aber dennoch große Schmerzen zugefügt. Bereits am 27. Mai wurde die Stute auf den Weiden einer Stallgemeinschaft mit sechs Pferden in Neu Wulmstorf von einem Wolf attackiert. "Die Stute wurde offenbar von einem jüngeren Wallach verteidigt. Auf der Weide gab es Kampfspuren, u.a. war ein Zaun niedergerissen worden", berichtet Wolfsberater Bernard Wegner. Die Stute wurde allerdings schwer verletzt, hat es aber dank der schnellen Hilfe einer Reiterin überlebt.
Die betagte Stute (30) steht seit langer Zeit auf einer Weide neben der des jüngeren Wallachs - und zwar getrennt, da die Pferde-Seniorin Zusatzfutter erhält. Als der Wolf angriff, müsse sie aus Panik mit hoher Geschwindigkeit durch den Zaun in Richtung des Wallachs gerannt sein, da die Litzen in die Richtung umgetrampelt waren, berichtet eine Pferdehalterin gegenüber dem WOCHENBLATT.
"Die Spurenlage deutet auf einen so genannten Jung-Wolf im Alter ab zwölf Monate hin, der gerade das Rudel verlassen hat und ein eigenes Revier sucht", erläutert Bernard Wegner. Die Stute wurde bei dem Angriff rechts und links in den Hals gebissen, was auf einen unerfahrenen Wolf hindeute, der den sonst tödlichen Biss in die Kehle noch nicht beherrscht. Auch hatte die Stute - vermutlich vom Anspringen des Angreifers - an Flanke und Rippen Bisswunden und Krallenspuren.
Eine Pferdehalterin der Stallgemeinschaft reagierte beim Anblick der verletzten Stute schnell und desinfizierte die Wunden. Allerdings konnten aufgrund der zügigen Behandlung keine DNA-Spuren mehr von dem verletzten Pferd genommen werden, mit dem sich ein Wolfsangriff zweifelsfrei nachweisen lässt.
Erst kürzlich hatte ein Wolf im Landkreis Harburg in Hanstedt sieben Schafe getötet.
Noch vor zehn Jahren ergaben Nahrungsanalysen von Wölfen aus der Lausitz, dass Rehwild mit über 50 Prozent die Hauptbeute des Wolfes sei, ansonsten Rot- und Schwarzwild sowie vereinzelt auch Hasen und Mäuse und zu ca. 0,6 Prozent Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen. Allerdings häufen sich die Nutztierrisse in den Landkreisen Harburg und Stade. Das hängt sicherlich einerseits mit der wachsenden Wolfspopulation zusammen. Und andererseits - wie auch eine Pferdehalterin vermutet - damit, dass sich eingezäunte Weidetiere leichter erlegen lassen als ein fliehendes Reh.
Bernard Wegner weist erneut auf die Bedeutung des Wolfsmonitorings hin: „Je mehr Daten wir erhalten, umso realistischer können wir den Wolfsbestand in Niedersachsen und im Landkreis Harburg einschätzen.“
Sichtungen, Spuren, Wildtierrisse und insbesondere die Hinterlassenschaften, die so genannte „Losung“ des Wolfes, können an das Wolfsmonitoring gemeldet werden. „Natürlich nehmen wir diese Meldungen als Wolfsberater auch entgegen und leiten diese entsprechend weiter“, so Wegner.
Weitere Informationen gibt es unter www.wolfsmonitoring.com
Beitrag über einen Wolfsangriff auf ein Rind im Kreis Stade
Artikel vom September 2015
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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