Der "Giftstreit" von Neu Wulmstorf

Michael Krause kritisiert den Einsatz von Gift in Neu Wulmstrof durch den Baubetriebshof
2Bilder
  • Michael Krause kritisiert den Einsatz von Gift in Neu Wulmstrof durch den Baubetriebshof
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Tom Kreib

sc. Neu Wulmstorf. "Der Bauhof muss mit gutem Beispiel vorangehen!", fordert Michael Krause, Ortsverbandssprecher der Grünen. Er kritisiert den Einsatz von Spritzmitteln in Neu Wulmstorf. Der Baubetriebshof der Gemeinde nutzt Gift gegen den Wildbewuchs von Bärenklau in der Nähe des Regenrückhaltebeckens in Rade.

Die Bürger dürften nicht spritzen, doch das kommunale Unternehmen setze auf die Verwendung von Gift gegen Unkraut, das dürfe nicht sein. Zudem verstoße der Bauhof durch die Verwendung des Herbizides Garlon 4 gegen geltendes Recht. Das eingesetzte Spritzmittel zur Unkrautvernichtung dürfe nur mit Genehmigung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen angewendet werden.

Krause wirft dem Betriebshof vor, nicht nur gegen das Pflanzenschutzgesetz und EU-Richtlinien zu verstoßen - auch "die ökologischen Grundsätze werden außer Acht gelassen". Krause argumentiert weiter, dass es für die Bekämpfung von Bärenklau funktionierende, giftfreie Alternativen, wie die Beweidung durch Ziegen oder das Herausreißen der Pflanzen per Hand, gebe, die jedoch nicht genutzt würden. Zur Entfernung müssten die Arbeiter lediglich entsprechende Schutzkleidung tragen, ebenso wie bei der Arbeit mit Chemiekalien, so Krause weiter.

"Ich kann nicht von einem Verstoß sprechen - im Gegenteil", entgegnet Jörg Schröder, Kämmerer der Gemeinde in Neu Wulmstorf. Der Betriebshof habe eine Sondergenehmigung von der Landwirtschaftskammer erhalten. Die Genehmigung beschränke den Einsatz von Garlon 4 auf den angegebenen Flächen auf einen Meter Abstand zum Regenrückhaltebecken. Vereinzelte Pflanzen seien in der Vergangenheit schon ausgegraben wurden, sagt Schröder. Doch wegen der großen Anzahl an Bärenklau, sei das Herausreißen per Hand problematisch.

Eine erneute Prüfung zur Genehmigung sei bereits wegen einer Anfrage der Grünen durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen erfolgt. Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig hatte bereits während einer Ratssitzung im November erklärt: Es sei nichts zu beanstanden. "Der Betriebshof hat im Rahmen der Richtlinien und Gesetze gehandelt", so Schröder.
Die Grünen wollen trotzdem nicht lockerlassen und weiter gegen den Gifteinsatz protestieren.

• Bärenklau ist eine phototoxische Pflanze. Kommt sie mit Tageslicht in Verbindung, erzeugt sie Gift. Verbrennungsverletzungen dritten Grades treten beim Menschen durch Berührung auf. Die Stauden werden bis zu drei Meter hoch. Das Frühjahr ist die beste Zeit für das Entfernen der Pflanze.

• Garlon 4 ist ein Herbizid zur Bekämpfung von Unkraut. Es enthält den Wirkstoff Triclopyr. Besonders gut wirkt es gegen Bärenklau und Brennesseln. Es ist nicht für den privaten Gebrauch zugelassen. Zur Anwendung ist eine Genehmigung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erforderlich.

Michael Krause kritisiert den Einsatz von Gift in Neu Wulmstrof durch den Baubetriebshof
Eine junge Bärenklau-Pflanze in Rade beim Regenrückhaltebecken
Service
Aus den beiden Grafiken geht hervor: Der Anteil der Altersgruppe "Ü 70" liegt im Landkreis Stade bei 16 Prozent. Aus dieser Gruppe kommen aber mit Abstand die meisten Corona-Toten (88 Prozent)

Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter dem Grenzwert 50
Über 70-Jährige stellen nur 16 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Stade, aber 88 Prozent der Corona-Toten

jd. Stade. Die Warteliste für das Impfzentrum in Stade ist abgearbeitet. Daher ruft der Landkreis Stade die über 80-Jährigen dazu auf, bei der Impf-Hotline des Landes einen Impftermin zu vereinbaren. "Auf der Warteliste des Landes stehen für den Landkreis Stade zurzeit keine Namen mehr von Personen, die 80 Jahre oder älter sind", sagt Nicole Streitz, Leiterin des Impfzentrums in Stade. Menschen aus dieser Altersgruppe, die sich impfen lassen möchten, können laut Streitz im Moment zeitnah einen...

Panorama
Die Entwicklung des Inzidenzwertes in den vergangenen zwei Wochen im Landkreis Harburg

Die aktuellen Corona-Zahlen vom 5. März
Inzidenz wieder bei 56,6 im Landkreis Harburg - 200 aktive Fälle

(sv). Nachdem es am Donnerstag noch aussah, als würde der Inzidenzwert im Landkreis Harburg wieder unter die 50er-Grenze sinken, stieg er am heutigen Freitag, 5. März, wieder an - auf 56,60. In den Kommunen bleibt die Gemeinde Stelle weiterhin an der Spitze der Inzidenzwerte (132,68), gefolgt von der Gemeinde Neu Wulmstorf (94,08). Die Samtgemeinde Jesteburg (8,97) und die Samtgemeinde Salzhausen (13,80) verzeichnen immer noch die niedrigsten Werte. Der Landkreis Hamburg kommt am Freitag auf...

Politik
Dr. Dunja Sabra
2 Bilder

Rassismus bekämpfen: WOCHENBLATT-Serie begleitet Online-Veranstaltungen
"Man hat mir den Tod durch Vergasung gewünscht"

tk. Stade. Ein breites Bündnis von verschiedenen Akteuren lädt im Landkreis Stade dazu ein, sich in digitalen Formaten mit dem gesellschaftlichen Problem des Rassismus auseinanderzusetzen (das WOCHENBLATT berichtete). "Solidarität-Grenzenlos" ist der Leitsatz. In den kommenden Wochen schreiben Menschen aus dem Landkreis Stade, wie sie selbst Rassismus erleben und wie sie mit den Herausforderungen einer Gesellschaft umgehen, die sich von Vorurteilen befreien will. Wir drucken die Texte...

Politik
Winsens Bürgermeister André Wiese (CDU)   Foto: Stadt Winsen

André Wiese redet Klartext über Winsen 2030

Bürgermeister setzt sich auf seiner privaten Facebook-Seite mit der Kritik an Baumfällungen auseinander thl. Winsen. Seit Bekanntwerden der Planung für den Umbau der Haupteinkaufsstraßen im Rahmen des Projektes "Winsen 2030", hagelt es immer wieder Proteste gegen die damit verbundenen Baumfällungen. Diese hatten sich noch verstärkt, als am Montag vergangener Woche die Kettensägen ratterten und die Bäume zwischen dem Südertor und der Rathausspitze fielen. Jetzt platzte Bürgermeister André Wiese...

Politik
Deutlich zu sehen: Das Baugebiet Seevekamp/Schierhorner Weg liegt etwa 1,5 Meter höher als der Seevekamp. "Darauf noch ein elf Meter hohes Haus zu setzen, ist zu viel", sagt Heike Paulick-Stein Foto: as
2 Bilder

Jesteburg
Anwohner fordern Anpassung des B-Plans "Seevekamp-Süd"

as. Jesteburg. "Wir sind nicht gegen die Bebauung, sondern wir sind für eine moderate Planung", betont Heike Paulick-Stein. Die Jesteburgerin wohnt am Seevekamp und setzt sich gemeinsam mit weiteren Anwohnern dafür ein, dass die geplanten Mehrfamilienhäuser auf dem Areal zwischen Seevekamp, Waldwinkel und Schierhorner Weg an den Bestand angepasst werden. Auf den 49.452 Quadratmetern zwischen Seevekamp, Waldwinkel und Schierhorner Weg möchte Investor Steffen Lücking insgesamt 106 Wohneinheiten...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen