"Wir brauchen in Elstorf wieder ein Heimatgefühl"

Mit der B3 in Elstorf im Rücken: Wilfried Stresow fordert von Politik und Verwaltung, in der kleinen Ortschaft auch bei den Planungen neuer Baugebiete kleine Schritte zu gehen
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Anwohner Wilfried Stresow fordert: Ortsumgehung vor Wohnbebauung / „Der Ort ist durch die B3 in zwei Hälften geteilt“


ab. Elstorf.
ab. Elstorf. Elstorf steht derzeit mit zwei Projekten im Fokus der Öffentlichkeit: der geplanten Ortsumgehung und dem Masterplan zur Überplanung des Dorfes mit neuen Baugebieten (das WOCHENBLATT berichtete). Einer, dem das eine zu langsam und das andere zu schnell geht, ist Wilfried Stresow. „So wird Elstorf kaputtgeplant“, meint der 62-Jährige. Stresow appelliert, persönliche Interessen zum Wohl der Allgemeinheit hinten anzustellen.

„Seit 40 Jahren wird die Ortsumgehung für Elstorf diskutiert. Das Geld liegt bereit - wann geht es endlich weiter?“, fragt er. Bei diesem Projekt, moniert er, fehle es an Transparenz, die Öffentlichkeit werde unzureichend informiert.
Wie berichtet, waren jüngst die ersten Entwürfe zu einer neuen Ortsentwicklung Elstorfs im Fachausschuss der Gemeinde Neu Wulmstorf empfohlen worden. Die Krux dabei: In dem vorgelegten Masterplan ist im Süden Elstorfs Wohnbebauung vorgesehen, die sich nicht mit dem Bau der Ortsumgehung B3neu verträgt.

„Wie kann zu diesem Zeitpunkt ein neu auszuweisendes Baugebiet in den Vordergrund rücken? Die B3neu, die Ortsumgehung, muss kommen, und das schnell“, fordert der Elstorfer. Das Voranschreiten dieses Vorhabens dürfe nicht durch unnötige Störfeuer ins Stocken geraten. „Die finanziellen Interessen einzelner Personen können doch nicht ernsthaft dem Bau der Ortsumgehung vorgezogen werden!“

Schon heute sei Elstorf „ein durch die B3 in zwei Hälften geteiltes Dorf“, sagt Stresow. Der kleine Ort könne das hohe Verkehrsaufkommen kaum tragen. Dörfliches Flair sei komplett verloren gegangen, eine Dorfmitte suche man vergeblich. „Bei uns fehlt das Heimatgefühl. Das brauchen wir.“

In den vergangen Jahren, so Stresow, sei der Ort zu einem Schlafdorf geworden. „Für die vielen Pendler brauchen wir die passende Infrastruktur. Wenn die A26 ohne die B3neu kommt, ist totales Verkehrschaos programmiert. Für Elstorf wäre das eine Katastrophe.“
Innerhalb weniger Jahre habe sich der Wandel des Ortes so schnell vollzogen, dass ein Sich-Wohlfühlen auf der Strecke geblieben sei. „Gemütlich an der B3 zu Fuß durch den Ort schlendern - das kann ich nur sonntagsmorgens um sechs Uhr.“ Neben einem Mangel an Lebensqualität beklagt der gebürtige Buxtehuder, der seit 44 Jahren in Elstorf lebt, auch einen Mangel an Kleingewerbebetrieben. „Weder Handwerker noch Drogerie oder kleine Kaffees sind fußläufig zu erreichen“, sagt er. „Wir brauchen wieder einen Ortskern, mit weniger Durchgangsverkehr, dafür aber mit Kleingewerbe und Geschäften.“

Der Elstorfer fordert eine begleitende Politik. Seiner Meinung nach braucht es nicht nur einen Masterplan mit neuen Baugebieten, sondern auch einen Masterplan zum Strukturwandel. „Wir müssen besonders an die Kinder denken: Eine Zukunftsgestaltung mit Lebensqualität für die Allgemeinheit ist dringend erforderlich“, sagt Wilfried Stresow.

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