Hand in Hand für Krautsand

Drochtersens Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch
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Neue Facebook-Gruppe mit mehr als 1.200 Mitgliedern plant Menschenkette gegen Massentourismus

tp. Krautsand. Die Pläne für einen Baukomplex mit vier Dutzend Ferienwohnungen sowie für ein Hotel auf der Elbinsel Krautsand bei Drochtersen sind weit fortgeschritten. Die beiden von einer Investorengruppe geplanten Objekte werden von der breiten politischen Mehrheit getragen und stehen kurz vor der Baugenehmigung (das WOCHENBLATT berichtete). Doch "in letzter Minute" versuchen Gegner, die sich im sozialen Online-Netzwerk Facebook zu der Gruppe "Hand in Hand fürs Heimatland" zusammengeschlossen haben, die Vorhaben zu stoppen. Geplant ist eine friedliche Menschenkette gegen den von den Aktivisten befürchteten Massentourismus.
Initiator der Facebook-Gruppe, die wegen der geschichtlichen Vorbelastung des Begriffs "Heimatland" in "Hand in Hand für Krautsand" umbenannt werden soll, ist Lkw-Fahrer Jörg Mischke (50) aus der Wingst (Kreis Cuxhaven). Der gebürtige Drochterser gründete vor einem Jahr die Facebook-Gruppe "Kehdinger Piraten", um mit Jugendlichen Freizeitaktivitäten zu planen. Viele "Piraten" würden die Forderung von "Hand in Hand für Krautsand" unterstützen, das Eiland in seiner Ursprünglichkeit zu erhalten, so Mischke. Auf Krautsand gibt es zwei Campingplätze, einige Restaurants und einen kostenlos zugänglichen Sandstrand mit Anleger und kleiner Budenmeile. Mischke befürchtet, dass die einfachen Bratwurst-, Getränke- und Eisstände von einem von den Hotel-Investoren betriebenen Gastronomie-Pavillon mit gehobenem Ambiente samt Kiosk verdrängt werden. Zudem sieht Mischke es kommen, dass eines Tages eine teure Kurtaxe kassiert wird.
"Ich bin gegen eine Industrialisierung des Fremdenverkehrs auf Krausand", sagt Mischke. Gegen die Investorenpläne organisiert er für Sonntag, 23. Juni, 9 Uhr, eine Menschenkette auf dem Deich. Mischke glaubt, dass daran nahezu sämtliche der mehr als 1.200 Mitglieder von "Hand in Hand für Krautsand" teilnehmen werden.
Drochtersens Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch (63) sieht die Aktion gelassen: "Ich wünsche den Teilnehmern gutes Wetter." Im übrigen freue sich die Gemeinde sehr, die Investoren gefunden zu haben. Laut Bösch ist Mischkes Angst vor dem Aus der Budenmeile unbegründet. Ein fester Gastro-Pavillon sei an dem Ort nicht genehmigungsfähig.
www.facebook.com/groups/141228749394874/

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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