65 Jahre nach der Schulentlassung: Klassentreffen der Volksschule in Nenndorf
Zum Holzsammeln in den Schulwald

Die Nenndorfer Nachkriegsschüler 1949, im 4. Schuljahr ...
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as. Nenndorf. "Wir waren der erste Schülerjahrgang nach dem Krieg", erinnert sich Margret Schröder. Am 4. Oktober 1945 wurde sie in der Volksschule in Nenndorf mit 23 weiteren Kindern eingeschult. Acht Jahre lang sind die 1939 und 1940 geborenen Schüler gemeinsam durch dick und dünn gegangen. 65 Jahre nach ihrer Schulentlassung haben sie sich jetzt auf einem Klassentreffen in Nenndorf wiedergesehen.
Dabei wurde in Erinnerungen an die Schulzeit geschwelgt: Der Winter 1945/1946 war sehr kalt. Damit das Klassenzimmer der ABC-Schützen geheizt werden konnte, musste jedes Kind ein Stück Holz oder ein Brikett mitbringen, die Knaben mussten sogar im Schulwald Brennholz sammeln. Doch das nützte nichts: Wegen "Feuerungsmangel" wurde die Volksschule Nenndorf geschlossen. Erst im April 1946 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. "Wir mussten alle von vorn anfangen, denn inzwischen waren wir 64 Schulanfänger: Viele Flüchtlinge aus dem Osten und ausgebombte Hamburger sind damals zugezogen", berichteten die ehemaligen Volksschüler.
Damals gab es nur einen Klassenraum, in dem die Kinder im "Schichtdienst" unterrichtet wurden. Neben ihrem Lehrer Hermann Bartölke wurden sie von der jungen Lehrkraft Ilse Soltau unterrichtet, die mit 19 Jahren gerade ihre Lehrerprüfung bestanden hatte.
Bücher und Hefte gab es damals nicht, die Schulanfänger lernten das Schreiben mit dem Griffel auf einer Schiefertafel. Fehler wurden mit dem Waschlappen weggewischt und korrigiert. Die Unterrichtsfächer waren reglementiert: Auf dem Stundenplan standen Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, Turnen und Zeichnen. Andere Fächer durften nicht unterrichtet werden. Unter anderem hatte die Englische Besatzungsmacht Erdkunde- und Geschichtsunterricht verboten. Die alten Schulbücher wurden vernichtet.
Erst im Herbst 1947 normalisierte sich der Schulalltag in Nenndorf.
Beim schönsten Erlebnis ihrer Schulzeit sind sich die Nenndorfer Schüler einig: Die allererste Klassenfahrt im Sommer 1953, die die Jugendlichen nach Kiel führte. Bereits ein Jahr später, nach dem achten Schuljahr, wurde der erste Nachkriegs-Jahrgang der Nenndorfer Volksschule aus der Schule entlassen.
"Für unseren Jahrgang ging es im Leben immer nur aufwärts", ist Margret Schröder überzeugt, "denn wir sind ganz unten angefangen!" Die meisten ihrer Mitschüler sind der Region treu geblieben. Viele haben sich auch nach dem Schulabschluss noch regelmäßig getroffen und den Kontakt gehalten. Es ist bereits das achte Klassentreffen dieses besonderen Jahrgangs.

Die Nenndorfer Nachkriegsschüler 1949, im 4. Schuljahr ...
... und heute, 70 Jahre später

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