Neuer Antrag auf Bodenabbau in Vierhöfen
Bürgerinitiative Vierhöfen lehnt Kiesabbau rigoros ab

Protestieren auch mit mahnenden Plakaten gegen den geplanten Kies- und Sandabbau vor ihrer Haustür (v. li.): Harri Schulz, Claus Lorenzen und dessen Ehefrau Regine Reich von der Bürgerinitiative Vierhöfen
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  • Protestieren auch mit mahnenden Plakaten gegen den geplanten Kies- und Sandabbau vor ihrer Haustür (v. li.): Harri Schulz, Claus Lorenzen und dessen Ehefrau Regine Reich von der Bürgerinitiative Vierhöfen
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ce. Vierhöfen. "Vom Landkreis Harburg war zu hören, dass eine Ablehnung schwierig ist, die Genehmigung aber an Bedingungen geknüpft werden könnte. Das ist aus unserer Sicht keine Lösung. Das Vorhaben muss rigoros abgelehnt werden!" Das sagt Harri Schulz, Sprecher der Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI) gegen den geplanten Bodenabbau am Rande des Dorfes, zu dem neuen diesbezüglichen Antrag der Firma Manzke aus Volkstorf (Kreis Lüneburg).
Wie das WOCHENBLATT mehrfach berichtete, will das Unternehmen in den nächsten drei Jahrzehnten 30 Hektar Sand und Kies durch Trocken- oder Nassabbau abtragen. Langfristig ist dem Raumordnungsplan zufolge sogar vorgesehen, insgesamt gut 100 Hektar Boden in den nächsten 90 Jahren abzubauen. Seit dem Jahr 2000 wurden - begleitet vom Protest der BIVI und der Gemeinde Vierhöfen - mehrere Anträge gestellt, um das Projekt zu realisieren. Sie wurden entweder von den zuständigen Behörden abgelehnt oder von Manzke selbst zurückgezogen, unter anderem aufgrund von Formfehlern oder wegen Differenzen um Ausgleichsflächen.
Nun hat die Firma unter Heranziehung eines neuen Gutachters erneut einen Abbau-Antrag gestellt, der derzeit vom Landkreis Harburg geprüft wird. Anschließend werden die Träger öffentlicher Belange und die Bürger beteiligt. "Eine Genehmigung kann nur erteilt werden, wenn die Bevölkerung nicht beeinträchtigt wird", steht für Claus Lorenzen und seine Ehefrau Regine Reich von der BIVI fest. Nach ihrer Ansicht hätte ein Bodenabbau für die Region jedoch gleich in mehrerer Hinsicht fatale Auswirkungen. "Durch Vierhöfen, Bahlburg und Westergellersen würden ständig Lkw fahren - auf Straßen, die für einen Lastwagen-Begegnungsverkehr teilweise gar nicht geeignet sind", so Lorenzen und Reich. "In nassen Wintermonaten müssen die Lkw bei einem Aufeinandertreffen auf die nicht befestigten Straßen-Seitenstreifen ausweichen. Dabei spritzt der Matsch schon mal bis an die Fenster der nahe an der Straße stehenden Wohnhäuser", präzisiert Harri Schulz die Verkehrsproblematik.
Laut Schulz will Manzke im Abbaugebiet bis zu 25 Meter unter dem Wasserspiegel Kies und Sand aus Vierhöfen holen. "Das wäre verheerend für unseren Natur- und Wasserhaushalt", mahnt der BIVI-Sprecher. In der Vergangenheit seien durch vor dem Jahr 2000 erfolgten Bodenabbau Endmoränen, Gräben und Bachläufe im Bereich des Dorfes trockengefallen. "Dazu würde es im Falle eines Falles mit Sicherheit wieder kommen. Und auch das Grundwasser würde - wie ebenfalls bereits geschehen - erneut drastisch absinken", ist Schulz überzeugt. "Alles in allem spricht für uns alles dafür, dass ein künftiger Bodenabbau nicht genehmigt werden kann."

Protestieren auch mit mahnenden Plakaten gegen den geplanten Kies- und Sandabbau vor ihrer Haustür (v. li.): Harri Schulz, Claus Lorenzen und dessen Ehefrau Regine Reich von der Bürgerinitiative Vierhöfen
Massive Gegenwehr: Bürger aus Vierhöfen und Bahlburg demonstrierten kürzlich gegen den Bodenabbau in Vierhöfen und dessen Auswirkungen auch für die Umgebung
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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