Verbindungsstraße sorgt für Ärger
Keine Sicherheit für die Radfahrer von Vierhöfen nach Garstedt?

"Wir fühlen uns von der Politik und von Autofahrern verdrängt": Matthias Schuhe, Ehefrau Nadine und Tochter Leonie beim Radeln auf der Gemeindeverbindungsstraße von Vierhöfen nach Garstedt
2Bilder
  • "Wir fühlen uns von der Politik und von Autofahrern verdrängt": Matthias Schuhe, Ehefrau Nadine und Tochter Leonie beim Radeln auf der Gemeindeverbindungsstraße von Vierhöfen nach Garstedt
  • Foto: ce
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Vierhöfen/Garstedt. Ist beim Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße von Vierhöfen nach Garstedt für rund 1,8 Millionen Euro die Sicherheit der Radfahrer auf der Strecke geblieben? Oder gelangen die Verkehrsteilnehmer jetzt noch sicherer von einer Gemeinde in die andere? An dieser Frage scheiden sich kurz nach Fertigstellung der Route die Geister.

"Es gibt hier keinen Radweg, dafür aber unmittelbar an der Straße installierte Schutzleitplanken. Ein Sicherheitsabstand von etwa zwei Metern zwischen Radlern und Pkw ist da nicht möglich", macht Matthias Schuh aus Vierhöfen beim Ortstermin mit dem WOCHENBLATT-Reporter seinem Ärger Luft. "Als Radfahrer fühlt man sich unweigerlich verdrängt von Autos und Lkw, die 70 km/h fahren dürfen, oft aber viel mehr Tempo draufhaben. Das kann lebensgefährlich werden", stimmen Schuhs Ehefrau Nadine und Tochter Leonie ihm zu.

Leitplanken an beiden Seiten

Auf etwa zwei Kilometern der insgesamt 3,7 Kilometer langen Strecke wurden die Leitplanken nahezu durchgehend beidseitig angebracht. "In einigen Abschnitten sind über 30 bis 60 Meter keine Bäume zu sehen. Trotzdem wurde da beplankt, ich verstehe den Sinn nicht", zeigt auch der Vierhöfener Claus Lorenzen kein Verständnis für die Maßnahmen. "Zum Vergleich wurden bei der Sanierung der K37 zwischen Pattensen und Bahlburg nur einzelne Bäume beplankt, und bei der Sanierung der L234 vom Bahlburger Kreuz nach Luhdorf kam man fast ohne neue Leitplanken aus." Für Lorenzen und viele andere Nutzer der Verbindungsstraße stellt sich die Frage: "Wurden die Leitplanken nach Plan installiert und wurde dies bei der Bauabnahme überprüft?"

Zu dem Ortstermin eingeladen hatten die Vierhöfener auch Karin Sager, Vorsitzende des ADFC-Kreisverbandes. Diese zeigte sich verwundert darüber, dass auch an der Abfahrt zu Kanuplatz und Grillhütte immer noch Tempo 70 - wie entlang der gesamten Strecke - erlaubt ist. "Da kann es schnell zu schlimmen Zusammenstößen mit Naturfreunden kommen, die auf das Gelände abbiegen oder von dort auf die Straße fahren", befürchtet Sager. "Viele Kinder und Jugendliche haben bislang am Brückengeländer stehen können, um die Ankunft oder die Abfahrt der Kanus auf der Luhe zu sehen. Auch dieses Geländer wurde zusätzlich mit Planken versehen, so dass man nur durch Klettern daran gelangen kann", so Sager. Für Matthias Schuh steht fest: "Der Tourismus wurde hier nicht bedacht."

Für Claus Lorenzen bleibt schließlich auch nach der Stellungnahme der Samtgemeinde (siehe Kasten) "eine latente Bedrohung für Nicht-Autofahrer bei Nutzung der Straße".

- Das sagt die Samtgemeinde-Verwaltung

(ce). "Die notwendige Sanierung und der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße mussten nach den heute geltenden rechtlichen Vorgaben erfolgen. Daraus ergab sich von vornherein die Vorgabe der Mindestausbaubreite der Straße von 5,50 Metern", erklärt Salzhausens Samtgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Krause auf WOCHENBLATT-Anfrage. Bei der Umsetzung des Projektes hätten "sowohl die naturschutzrechtlichen Vorgaben als auch die rechtlichen Vorgaben für den Straßenbau berücksichtigt werden" müssen. "Die Samtgemeinde hatte diesbezüglich keinen Ermessensspielraum", betont Krause. Die für den Straßenbau anzuwendende Bundesrichtlinie für den sogenannten passiven Schutz an Straßen etwa durch Leitplanken sei anzuwenden, wenn eine Strecke wie im vorliegenden Fall grundlegend zu sanieren ist und nicht nur oberflächlich - unabhängig davon, ob Fördermittel gezahlt werden.

Die Planken, die auf der Verbindungsstraße in den baumfreien Bereichen stünden, seien - so Krause - aufgrund des Entwässerungsgrabens vorgeschrieben. An Brücken seien die Rückhaltesysteme immer dann vorgegeben, wenn die Spannbreite mehr als zehn Meter (an der betreffenden Brücke etwa 30 Meter) und die Höhe mehr als zwei Meter (hier vier Meter) betragen würden. Die Planken auf der Brücke seien ebenfalls entsprechend der technischen Vorgaben angebracht worden.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde von 100 km/h auf der alten Straße auf nun 70 km/h reduziert. Auch mit Blick auf die von den Radlern angeprangerten Raser kündigt Wolfgang Krause an, dass die Samtgemeinde in den nächsten Tagen die ersten offenen Tempomessanlagen installieren werde.

"Wir fühlen uns von der Politik und von Autofahrern verdrängt": Matthias Schuhe, Ehefrau Nadine und Tochter Leonie beim Radeln auf der Gemeindeverbindungsstraße von Vierhöfen nach Garstedt
"Auf der Brücke machen die Planken keinen Sinn", ärgert sich der Vierhöfener Claus Lorenzen
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

Wirtschaft
Dehoga-Präsident Detlef Schröder

Dehoga-Umfrage zu Corona-Folgen
Gastronomie und Hotellerie mit riesigen Löchern in den Bilanzen

(bim/nw). Auch wenn Restaurants und Cafés unter Auflagen wieder Gäste bewirten und Hotels Touristen beherbergen dürfen, ist die Not in der Branche weiterhin groß. Nach wochenlanger Zwangspause klaffen riesige Löcher in den Bilanzen. Die Umsätze liegen weit unter den Vorjahreswerten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Niedersachsen vom 3. bis 10. August durchführte und an dem sich 747 Gastronomen und Hoteliers beteiligten. Verlängerung...

Politik
Neuer Job: Jannik Stuhr

Neider wittern Verschwörung im Winsener Rathaus
Job über das CDU-Parteibuch?

thl. Winsen. Jannik Stuhr ist der "Neue" im Winsener Rathaus. Ab 1. September ist er für die "weitere Digitalisierung städtischer Verwaltungsabläufe und Dienstleistungen" zuständig. Doch bevor Stuhr seinen Dienst antritt, wittern einige Personen bereits Verschwörungen. "Stuhr ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Stelle und der Jungen Union im Landkreis. Zudem war er Wahlkampfunterstützer für Bürgermeister André Wiese. Gab die Parteizugehörigkeit den entscheidenden Ausschlag?", heißt es in...

Wirtschaft
Der Industriehafen in Stade-Bützfleth soll erweitert werden
  3 Bilder

Das Tor zur Welt
Pläne für die Erweiterung des Stader Binnen- und Seeschiffhafens

jab. Stade. Der Binnen- und Seeschiffhafen in Stade ist der drittgrößte Umschlagplatz in Niedersachsen. Seit Jahren schon gibt es die Überlegungen, den Industriehafen in Stade-Bützfleth zu erweitern. Passiert ist bisher nichts. Doch nun liegt ein Perspektivpapier vor, das durch den Betreiber Niedersachsen Ports (N-Ports) in den vergangenen Jahren erstellt wurde und konkrete Planungen für eine Erweiterung beinhaltet. Auf der Sommertour des Landtagsabgeordneten Kai Seefried und der...

Politik
Uwe Harden

Corona-Maßnahmen im Landkreis Harburg
Uwe Harden fordert: "Mündige Bürger statt Sanktionsregime"

(bim). Drages Bürgermeister Uwe Harden, der auch stellvertretender Landrat des Landkreises Harburg ist, hat einen Leserbrief zur Schließung der Abstrichzentren der Kassenärztlichen Vereinigung in Winsen und Buchholz verfasst. Im Grunde ist es aber eine Einschätzung bisheriger Corona-Maßnahmen auf Landkreis- und Bundesebene, die wir hier in Auszügen veröffentlichen: "Ich finde, die Kreisverwaltung hat bislang in der Corona-Pandemie lobenswerte Arbeit geleistet. Zwar sind bis Mitte Mai 13...

Wirtschaft
Die Getreideernte lief in den vergangenen Tagen auf Hochtouren

Die Weizenfelder sind weitgehend abgeerntet
Erste Erntebilanz im Landkreis Stade: Enttäuschend bis überraschend

jd. Stade. Die Mähdrescher waren in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz: Im Landkreis Stade ist die Ernte von Weizen und Gerste weitgehend abgeschlossen. Auf der Stader Geest liegt das Getreide bereits in den Silos, nur in Kehdingen sind noch die Erntefahrzeuge auf den Feldern. "Die Landwirte haben durchschnittliche Erträge eingefahren", zieht Stades Kreislandwirt Johann Knabbe ein erstes Resümee. Dabei gebe es selbst innerhalb des Landkreises starke Schwankungen, "von enttäuschend bis...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen