Für "Plastikfrei-Challenge"
Salzhäuser Gymnasiasten bei „BundesUmweltWettbewerb“ ausgezeichnet

Freude über die Auszeichnung: (hi., v. li.) Hanna Halbensleben, Pia Morla, Henriette Bakenhus, Medina Bajrovic, Magdalena Lienhard, Levke Böhm, Louise Langhammer, Lenja Petersen und Lehrerin Cora Heinrich sowie (vorne, v. li.) Noah Carsten, Enno Heuser, Kilian Wächter, Zen Etmeh und Lotta Beecken. Es fehlen Nico Drewitz, Antonia Krämer und Hannes Orth | Foto: Silke Rauscher
  • Freude über die Auszeichnung: (hi., v. li.) Hanna Halbensleben, Pia Morla, Henriette Bakenhus, Medina Bajrovic, Magdalena Lienhard, Levke Böhm, Louise Langhammer, Lenja Petersen und Lehrerin Cora Heinrich sowie (vorne, v. li.) Noah Carsten, Enno Heuser, Kilian Wächter, Zen Etmeh und Lotta Beecken. Es fehlen Nico Drewitz, Antonia Krämer und Hannes Orth
  • Foto: Silke Rauscher
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Schon lange führt Plastik die schwarze Hitliste der Plogging-AG des Gymnasiums Salzhausen beim Sammeln des alltäglich anfallenden Mülls an. Mithilfe der Lehrerinnen Cora Heinrich und Sabine Schnug fanden die 20 AG-Teilnehmer heraus, was mit dem gesammelten Plastik geschieht, und starteten ein außergewöhnliches Experiment: die „Plastikfrei-Challenge“. Mit diesem Projekt und dessen Auswertung gewannen sie jetzt beim „BundesUmweltWettbewerb“ in Hamburg unter mehr als 280 Einsendungen einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis.

Während der gutgläubige Verbraucher - in der Annahme einer sinnvollen Wiederverwertung - Plastik in den Gelben Säcken sammelt, fand das Plogging-Team heraus, dass nur bis zu sieben Prozent des Inhalts der Gelben Säcke tatsächlich recycelt werden und nicht - wie von der Bundesregierung behauptet - bis zu 70 Prozent. „Das ist als Ergebnis mehr als frustrierend“, beklagten die Schüler. Sie stützten sich in ihren Angaben auf die Dokumentation „Die Recyclinglüge“ von Tristan Chytroschek und auf ein Interview mit einem Experten für Abfallwirtschaft des Landkreises Harburg. „Recycling heißt ja, dass bereits gebrauchtes Material neues Material in der Produktion ersetzt, dass es also einen Kreislauf ergibt“, erklärte Chytroschek in einer Videobotschaft an die Gymnasiasten. Das funktioniere jedoch nur bei Glas, Papier oder Metall. Diese Materialien hätten einen Wert an sich, das aufbereitete Material sei im Gegensatz zu aufbereitetem Kunststoff günstiger als neues Material.

Die nüchterne Einsicht, dass gebrauchter Kunststoff nichts wert ist, führte die Plogging-AG zur Konsequenz, Plastik zu vermeiden, statt zu recyceln. Wie schwierig dies umzusetzen ist, zeigte die „Plastikfrei-Challenge“. Sie bestand darin, an zwei Schultagen auf die schädlichen Verpackungen zu verzichten. Während der Aktionstage konnte der anfallende Plastikmüll tatsächlich reduziert werden. Und so wurde nur insgesamt ein Sack mit Plastikmüll in den Klassenräumen gesammelt statt der üblichen drei.

Das Feedback, dieses Problem in den Fokus der Schulgemeinschaft zu rücken, war ebenso positiv wie die vielen Ideen zur Müllvermeidung, die in der Benutzung wiederverwertbarer Trinkflaschen und Brotdosen mit frischem Obst und Gemüse aus regionalem Anbau bestanden. Der tägliche Bedarf konnte jedoch nicht vollständig und langfristig plastikfrei bestritten werden. "Sah man sich am Ende eines Schultages die gelben Mülleimer im Schulgebäude an, so waren diese nach der Aktion wieder eher voll als leer", stellten die Plogger fest. Von Resignation ist bei der AG dennoch nichts zu spüren: „Die Unterstützung unseres Projekts hat gezeigt, dass der Schulgemeinschaft das Müllthema allgemein sehr wichtig ist“, so der Tenor.

Die Lehrerinnen Cora Heinrich und Sabine Schnug ziehen ebenfalls ein positives Fazit: „Auch wenn die Umsetzung für den Einzelnen schwierig ist, so konnten wir mit diesem Projekt dennoch erneut sensibilisieren und ein ökologisches Bewusstsein fördern, das punktuell sicherlich zu verändertem Denken und Handeln geführt hat.“

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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