Zeichen setzen gegen das Vergessen
Salzhäuser Gymnasiasten organisierten Projekt zum Holocaust-Gedenktag
- Die Achtklässler konnten sich anhand einer Bildcollage über den Holocaust-Gedenktag und dessen Hintergründe informieren
- Foto: Rauscher
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
„Jeder hat bestimmt schon einmal etwas über die Verbrechen der Nationalsozialisten gehört und weiß, wie wichtig dieses Thema ist. Wirkliches Gedenken aber findet nicht nur in einer 45-Minuten-Stunde statt, sondern soll darüber hinaus wirken. Und das war uns wichtig.“ Mit diesem Statement brachte der Salzhäuser Gymnasiast Bosse stellvertretend für seine Mitschüler aus dem Geschichtskurs des 13. Jahrgangs das Ziel ihres Projekts zum jüngsten Holocaust-Gedenktag auf den Punkt. Der Kurs unter der Leitung von Manuela Senger wollte die Schulgemeinschaft auf besondere Weise für das historisch wichtige Datum sensibilisieren.
Bereits im Vorfeld hatten sich die Schüler intensiv mit den Verbrechen der Nationalsozialisten beschäftigt. Die Kursmitglieder erstellten vier entsprechend der Altersstruktur unterschiedlich konzipierte Präsentationen für die achten bis zwölften Jahrgänge. Die Präsentationen wurden dann in der Woche um den Holocaust-Gedenktag gezeigt. Um eine echte Erinnerungskultur zu schaffen, hatten die Schüler im Anschluss die Möglichkeit, sich mittels verschiedener Aufgaben, Impulse oder Fragestellungen vertiefend und ganz persönlich mit dem Gesehenen zu beschäftigen.
Wie konnte Adolf Hitler so viele Helfer finden? Was passierte mit den von den Nazis getöteten Menschen? Antworten auf diese und andere von Schülern gestellte Fragen versuchte eine für die Achtklässler erstellte Bildcollage zu geben. Vor diesem Hintergrund sollten die Schüler zudem Tagebucheinträge oder einen inneren Monolog aus der Perspektive eines Betroffenen schreiben.
Für den neunten Jahrgang wurde mit Hilfe von realem Bildmaterial die fiktive Geschichte eines jüdischen Jungen erzählt, der seine Kindheit in einem Konzentrationslager verbringen musste. Über verschiedene Impulse wurden die Schüler dazu angeregt, sich intensiver mit seinem Schicksal zu beschäftigen.
An die Zehntklässler richtete sich ein Projekt, das sehr eindrucksvoll zeigte, wie die Propaganda des Dritten Reiches funktionierte. Insbesondere wurde den Schülern bewusst, dass Propaganda auch heute noch wirkt.
Für den elften und zwölften Jahrgang wurde schließlich Material analog und mittels eines QR-Codes vorbereitet, das über verschiedene Ereignisse der NS-Zeit wie die Reichspogromnacht, aber auch über die rechtsradikalen Anschläge von Rostock, Halle, Lichtenhagen informierte. Auch ging es darum, einen Bezug zur Gegenwart herzustellen. Themen wie Antisemitismus, Ausgrenzung oder Zivilcourage spielten deshalb ebenfalls eine zentrale Rolle.
„Neben dem großartigen Engagement des Kurses, das sich der gesellschaftlichen Bedeutung des Holocaust-Gedenktages widmete, beeindruckte mich insbesondere, dass dies ein Projekt von Schülerinnen und Schülern für die gesamte Schulgemeinschaft war“, so Schulleiterin Dorit von Hoerschelmann. Auch Initiatorin Manuela Senger bedeutet das Projekt sehr viel: „Das Gymnasium führt regelmäßig Exkursionen zu den Gedenkstätten Bergen-Belsen und Neuengamme durch. Erschreckenderweise wurde uns vor Ort immer wieder berichtet, dass selbst diese Stätte häufig von Vandalismus betroffen ist.“
„Aus Respekt vor den Opfern möchten wir zeigen, wie wichtig Geschichtsbewusstsein für unsere Gesellschaft ist“, betonte Schüler Jakob. „Und wir möchten zeigen, welche Verantwortung jeder Einzelne für ein Leben ohne Hass und Gewalt gegen Minderheiten trägt.“
Ein nachhaltiges Erinnern und eine angemessene Beschäftigung mit diesem Thema erhoffen sich in der Schulgemeinschaft des Gymnasiums Salzhausen: Gül-Sena Celebi, Stella Maria Dorn, William Paul Grant, Jakob Kipke, Bosse Cassen Knuth, Nico Kregler, Francesca Kühl, Jakob Maaß, Justin Louis Metzler, Joris Hinrich Müller, Franziska Oeßel, Taylan Özgül, Nele Renk, Charlotte Rinkert, Justina Sander, John Hugo Saß, Marleen Iljana Schreiber, Alina Isabell Schröder, Jarno Schüßler, Ian Strauß und Lena Sudrow.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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