Veranschlagte Summe im Haushalts beschäftigt Politik
200.000 Euro für weiteren Wohnmobil-Stellplatz in Salzhausen?

Bislang ist dieses Gelände am Waldbad der einzige 
Wohnmobil-Stellplatz in Salzhausen
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    Wohnmobil-Stellplatz in Salzhausen
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ce. Salzhausen. An der Investition von rund 200.000 Euro in einen zusätzlichen Wohnmobilstellplatz, die im Haushalt 2022/2023 der Gemeinde Salzhausen vorgesehen sind, schieden sich kürzlich im Ausschuss für Kulturelles und Dorferneuerung die Geister. Elisabeth Mestmacher (UWG) stellte den Antrag, die veranschlagte Summe aus dem Etatentwurf zu streichen. Es gebe Investitionen - etwa in eine Hundefreilauffläche und andere Maßnahmen - die weitaus notwendiger seien. Der Antrag wurde jedoch mit einer knappen Mehrheit von vier Nein- und drei Ja-Stimmen abgelehnt.
Auch Kathrin Jordan (Grüne) sprach sich gegen eine Streichung der Stellplatz-Mittel aus, weil sie - ebenso wie andere Ausschussmitglieder - noch Informationsbedarf sah. Zudem rechnete sie mit zusätzlichen Personalkosten und weiteren Ausgaben für die Gemeinde. Britta Keller (UWG) gab zu bedenken, dass schon jetzt ein hohes Defizit im Gesamthaushalt zu erwarten sei. Auch mit dem Geld, das die im Wohnmobil Anreisenden womöglich bei Einkäufen und Restaurantbesuchen in Salzhausen lassen würden, könnten die Investitionen nicht ausgeglichen werden.
Eine Lanze für die Wohnmobilisten brach FDP-Mann Manfred Nienstedt, weil der Tourismus als Wirtschaftsfaktor gefördert werden müsse. Andere Kommunen rund um Salzhausen würden Stellplätze vorhalten, die eine ebenso starke Anziehungskraft hätten wie etwa ein Freibad. Außerdem sei der seit vielen Jahren am Salzhäuser Waldbad bestehende Stellplatz inzwischen zu klein. Nienstedt verwies auf Studien des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Uni München von 2019, wonach im "Eigenheim" auf vier Rädern Reisende und Camper stark zu den hohen Umsätzen der Wirtschaft in den angesteuerten Urlaubzielen beitragen. So hätten beispielsweise außerhalb von Campingplätzen urlaubende Reisemobilisten bundesweit für einen Umsatz von insgesamt knapp 1,7 Milliarden Euro in den Zielgebieten gesorgt, während Touristen auf Campingplätzen sogar 2,6 Milliarden Euro an Umsatz in den Zielregionen beisteuerten.
Florian Mestmacher (SPD) räumte ein, dass eine Entscheidung zur Wohnmobil-Frage wahrscheinlich erst vom neuen Gemeinderat nach der Kommunalwahl im September getroffen werde und die 200.000 Euro daher im Haushalt bleiben sollten.

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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