WOCHENBLATT-Jobportal

Arbeitsplätze aus der Region

Mehr erfahren

Maschen: Was ist los im Cura SeniorenCentrum?
Mahnung statt Rückzahlung

Ilona Klöpper ist traurig, aber auch empört: Die Cura Seniorenresidenz ignoriert alle E-Mails und Telefonanrufe und schickt Mahnungen ohne Rechnungen | Foto: poep
  • Ilona Klöpper ist traurig, aber auch empört: Die Cura Seniorenresidenz ignoriert alle E-Mails und Telefonanrufe und schickt Mahnungen ohne Rechnungen
  • Foto: poep
  • hochgeladen von Gabriele Poepleu

Den Angehörigen fehlen noch rund 1.500 Euro vom Taschengeldkonto der Pflegebedürftigen. Anstatt diese abzurechnen, schickte das Cura SeniorenCentrum Maschen Mahnungen über mehr als 4.000 Euro und undurchsichtige Tabellen. "Was soll das?" zeigt sich Rentnerin Ilona Klöpper verzweifelt und zeigt einen Ordner mit sauber abgehefteter Korrespondenz. "Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll." Denn seit dem Tod ihrer Mutter im Dezember 2025 warten Klöpper und ihr Vater auf die Abrechnung des Pflegeheims. Doch die Einrichtung geht auf Tauchstation.

Es antwortet niemand auf E-Mails, die Verwaltung ist telefonisch und postalisch nicht zu erreichen. Und das schon seit einem halben Jahr. Auch das Wochenblatt bekam zur üblichen Geschäftszeit um 14 und 15 Uhr mehrfach niemanden an die Strippe, eine E-Mail blieb bisher unbeantwortet. Was ist da los?

Der Ärger mit dem Maschener Cura SeniorenCentrum begann für Ilona Klöpper schon weit vor dem Tod ihrer Mutter Monika: Das Essen sei schlecht gewesen, der Fahrstuhl, auf den Monika Klöpper wegen ihres Rollstuhles angewiesen war, war wochenlang defekt, sodass sie das Haus auch in Begleitung nicht mehr habe verlassen können. Zweimal habe man wegen Pflegemängeln wie häufigem Wundliegen die Pflegeaufsicht da gehabt. Aber "die haben abgewunken", so Klöpper. Sie könnten nur bei Verwaltungsdingen einschreiten. Man habe sich deshalb irgendwie mit der Einrichtung arrangieren müssen, da Klöppers Mutter zunehmend dement wurde und nicht mehr zu Hause betreut werden konnte.

Doch immerhin klappte es da noch mit den Abrechnungen: Für Monika Klöppers Pflege kam zuletzt zu 100 Prozent die Pflegekasse und das Sozialamt auf. "Mein Vater, er ist auch über 80 Jahre alt, hatte zuletzt leider auch nicht mehr die Mittel, viel dazuzuzahlen." Ebensowenig wie Tochter Ilona, die nach 25 Jahren Arbeit im Sozialamt auch in Rente und wegen heftiger Rückenschmerzen gesundheitlich angeschlagen ist.

Umso überraschter war sie, als nach dem Tod der Mutter statt der erwarteten Abrechnung des Taschengeldkontos eine Rechnung über 4.110 Euro ins Haus flatterte. "Das war ein Schock!", so Ilona Klöpper. Allerdings variierte der Betrag bei nachfolgenden Schreiben irritierenderweise. Was das für Forderungen sind und wie sich die Summe zusammensetzt, hat die Pflegeeinrichtung bis heute nicht erläutert.

Das Taschengeld darf übrigens grundsätzlich nicht für Pflegeleistungen verwendet werden, hat der Gesetzgeber festgelegt. Auf dem Taschengeldkonto befanden sich nach Klöppers Angaben 1.550 Euro, da ihre Mutter in den letzten Monaten zu krank war, um Geld auszugeben. Später folgten Mahnungen einschließlich zusätzlicher Mahngebühren – alles ohne Abrechnung. Auf Anforderung schickte das Heim eine undefinierbare tabellarische Übersicht (lag dem WOCHENBLATT vor), aus der die Bedeutung einzelner Posten auch für die in Behördensprech erfahrene Ilona Klöpper aber auch nicht herausgelesen werden konnte.

Ilona Klöpper nahm sich einen Anwalt. Der hat das Heim inzwischen in mehreren Schreiben, die ebenfalls dem WOCHENBLATT vorlagen, zur Abrechnung des Taschengeldkontos bis zum 8. Mai aufgefordert - passiert ist nichts. Letzte Aussage des Anwalts: Man müsse dann wohl ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Inzwischen denkt Ilona Klöpper auch über eine Anzeige wegen Unterschlagung nach.

Ilona Klöpper ist noch immer am Boden zerstört. Sie kann den Tod der Mutter nicht richtig betrauern, weil da immer noch Rechnungen offen sind. "Das darf doch alles nicht wahr sein, dass man so mit hinterbliebenen Angehörigen umgehen darf. Das ist pietätlos und rechtlich fragwürdig." Jetzt hofft sie auf den Druck der Öffentlichkeit - und eventuell anderer Betroffener.

Redakteur:

Gabriele Poepleu aus Seevetal

Webseite von Gabriele Poepleu
Gabriele Poepleu auf Facebook
Gabriele Poepleu auf Instagram
Gabriele Poepleu auf YouTube

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

4 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.