Nach tödlichem Unfall in Welle
Verkehrssicherheitsmaßnahmen gemäß "Vision Zero" möglich
- Luc Jan Hornstra ist Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Winsen
- Foto: Grüne
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Der tödliche Unfall auf der Bundesstraße 3 in der Gemeinde Welle (Samtgemeinde Tostedt, Landkreis Harburg) hat nicht nur die Anwohnerschaft entsetzt und in ihrem Bemühen um mehr Verkehrssicherheitsmaßnahmen bestärkt. Nun schaltet sich mit Luc Jan Hornstra (Grüne), dem Vorsitzenden des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Winsen, auch jemand ein, der sich in Gesetzgebungen in Sachen Verkehr auskennt. Er bringt die "Vision Zero" ins Spiel.
„Vision Zero" – keine Verkehrstoten mehr – ist das offizielle Verkehrssicherheitsziel von Bund und Land. Auf der B3 in Welle zeigt sich allerdings, wie weit Anspruch und behördliche Praxis auseinanderklaffen: Ein tödlicher Unfall, jahrelange Warnungen der Anwohner, und als Reaktion der Behörden vor allem ein Argument – der Kfz-Verkehr auf Bundesstraßen müsse 'möglichst flüssig' bleiben.
Dabei haben Bund und Länder mit der Novelle von StVG und StVO 2024 bereits mehr Spielräume geschaffen, die eine proaktive Verkehrssicherheitsarbeit ermöglichen würden: Verkehrsmaßnahmen können ausdrücklich auch zum Schutz von Umwelt, Klima, Gesundheit und städtebaulicher Entwicklung angeordnet werden. Die Argumentationslast hat sich verschoben – weg von der reinen Gefahrenabwehr, hin zur Vorsorge. Genau diese Spielräume warten in Niedersachsen zu oft noch auf ihre Nutzung.", erläutert Hornstra.
Wie berichtet, beginnt der Ortsausgang in Welle laut Beschilderung unmittelbar hinter der Zufahrt zur Kindertagesstätte und zu den Sportstätten des TV Welle. Auch ist die Gemeinde ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Schräg gegenüber des Sportplatzes sind neben dem Friedhof neue Siedlungsbereiche mit Anwohnerstraßen hinzu gekommen. Die Anlieger, die von dort zu Fuß Richtung Kita, Sportplatz oder zum Spazierengehen ins Estetal wollen, wählen den direkten Weg über die B3 statt kilometerweiter Umwege. Und ein weiteres Baugebiet ist mit "Dreyers Feld" geplant.
Hornstra bestätigt: "An vielen Abschnitten der B3 liegen die Konflikte offen zutage, wie auch jetzt der tödliche Unfall in Welle davon zeugt. Hier ist ein konzeptuelles Vorgehen der Landesstraßenbaubehörde Lüneburg gefragt: eine systematische Unfallanalyse, ein Maßnahmenkatalog nach Vision-Zero-Maßstäben und ein transparenter Zeitplan, welche Querungshilfen, Überholverbote und Geschwindigkeitsregelungen wo umgesetzt werden.
Die Gemeinde Welle kann nur beantragen – die Verantwortung liegt bei der Landesbehörde. Wie viele Unfälle müssen noch geschehen, bevor aus Vision Zero endlich ein Arbeitsauftrag wird?", fragt Hornstra.
Um diesen Unfall auf der B3 in Welle geht es:
Redakteur:Bianca Marquardt aus Tostedt |
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