Mischwald statt Windkraft
Bürger erkunden den Otterberg

Die Teilnehmer des Spazierganges vor dem historischen Schafstall Riepshof | Foto: Kerstin Horstmann
  • Die Teilnehmer des Spazierganges vor dem historischen Schafstall Riepshof
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Zu einem Informationsspaziergang auf den Otterberg hatte der Verein „Lebensraum-Otter“ jüngst eingeladen. Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, um sich vor Ort ein eigenes Bild vom Zustand Waldes und der Raumordnungsplanung des Landkreises zu machen.

Fehleinschätzung im RROP-Entwurf vor Ort widerlegt

Startpunkt der Führung war der historische Schafstall in Riepshof, der unmittelbar am Rand der vom

Landkreis geplanten Windvorrangfläche liegt. Bereits dort informierte der Verein anhand von Schautafeln über den tatsächlichen Zustand des Waldes. Im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) wird die Fläche bisher als Nadelwald mit lediglich vereinzelten Laubbäumen dargestellt. Die Realität vor Ort zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild: Der Wald entwickelt sich seit 80 Jahren zu einem ökologisch wertvollen Mischwald.

Streckenverlauf durch schützenswerte Naturräume

Die Wanderung führte die Teilnehmenden direkt durch das geplante Windvorangebiet, entlang des historischen Waldrands und einer artenreichen Wiese ging es zunächst zum Aussichtspunkt oberhalb der Kiesgrube. Der Rückweg verlief durch den bereits etablierten, hochwertigen Buchen- und Eichenwald zurück zum Schafstall in Riepshof.

Unverständnis für Pläne – Netzengpässe verschärfen die Kritik

Bei Kaffee und Kuchen im Anschluss an den Spaziergang bot sich ausreichend Gelegenheit für einen

intensiven Austausch. Einige der Teilnehmenden waren zum ersten Mal auf dem Otterberg und zeigten sich begeistert von der Qualität des Areals als wichtiges Naherholungsgebiet und Refugium für Flora und Fauna.
Dass dieses wertvolle Naturgebiet für die Windindustrie geopfert werden soll, stieß bei den Anwesenden auf durchgehendes Unverständnis. Neben den gravierenden Eingriffen in Natur und Landschaft wurden dabei auch die bereits bestehenden Engpässe im Stromnetz thematisiert: Schon heute führen fehlende Netzkapazitäten in der Region regelmäßig dazu, dass bestehende Erneuerbare-Energien-Anlagen abgeregelt werden müssen, weil der erzeugte Strom nicht abtransportiert werden kann. Vor dem Hintergrund dieser ungelösten Netzengpässe erscheint die Rodung und Bebauung eines intakten Mischwaldes für weitere Windkraftanlagen weder ökologisch noch energiewirtschaftlich vermittelbar.
Eindeutige Signale gab es auch aus der Politik: Nadja Weippert, Mitglied im Samtgemeinderat und unabhängige Kandidatin für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin, nahm ebenfalls an diesem Rundgang teil und betonte ausdrücklich, dass sie sich aktiv für den Erhalt des Otterbergs einsetzen wird.

Redakteur:

Stefanie Hansen aus Buchholz

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