Kampen - Otter - Königsmoor
Fehlende Radwege und kaputte Kreisstraßen - statt Sanierung Flickwerk und Temporeduzierung

Die K23 in Königsmoor ist auf einem langen Abschnitt von Bäumen umsäumt mit angrenzenden Feldern, die Kranichen als Rastplätze dienen | Foto: bim
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  • Die K23 in Königsmoor ist auf einem langen Abschnitt von Bäumen umsäumt mit angrenzenden Feldern, die Kranichen als Rastplätze dienen
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Die Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer, die zwischen Kampen, Otter und Königsmoor unterwegs sind, ist seit Jahren bedenklich (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Trotz einer Unterschriftenaktion vor vier Jahren, einem Ortstermin mit dem Landrat und einer kürzlichen Anfrage der Gruppe CDU/FDP im Kreistag ist die Verkehrssituation zwischen Kampen, Otter und Königsmoor aktuell nicht für die laufenden politischen Beratungen des Bau- und Planungsausschusses terminiert, teilt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer auf WOCHENBLATT-Anfrage mit.

Die Verkehrssituation für Radfahrer an den - auch touristisch bedeutsamen - Kreisstraßen K66 (entlang der Kampener Windmühle) sowie der K41 und K23 (Wümme-Radweg) mit den teilweise beschädigten und abgesackten Fahrbahnrändern ist katastrophal. Die Instandsetzung der K23 (Baurat-Wiese-Straße) in Königsmoor war im Straßenbauprogramm des Landkreises Harburg ursprünglich bereits für 2017, dann für 2021 vorgesehen. Passiert ist seither fast nichts, außer dass auf dem Abschnitt mit den größten Schäden seit Monaten eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 70 km/h gilt.

Die Betriebsgemeinschaft Straßendienst hatte nach einem WOCHENBLATT-Hinweis Ende März/Anfang April zumindest Kantenabbrücke an den Fahrbahnrändern beseitigt und Asphaltierungsarbeiten durchgeführt - "zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Lebensdauer der Straße", so der Landkreis.

Der Kreissprecher begründet die Verzögerung der K23-Sanierung so: "Wegen der laufenden Planungen zur Erneuerung der DB-Brücke in Königsmoor sind weiterreichende Erneuerungsarbeiten derzeit hinten angestellt, damit es nicht zu einer 'Kollision' der Baumaßnahmen kommt. Die Sanierung der K23 ist nicht von Tisch, die Erneuerung der Bahnbrücke hat jedoch Priorität."

Mindestens acht Jahre warten auf die Sanierung einer Bahnbrücke

Allerdings: Die Schäden an der Bahnbrücke wurden im Jahr 2020 festgestellt - also drei Jahre nach der ersten Sanierungsterminierung. Und der teilweise Neubau der Bahnbrücke ist aufgrund fehlender Sperrzeiten der Deutschen Bahn auch nicht absehbar.

Tempolimit statt Sanierung

Im  Herbst 2026 würden auch die Seitenräume der Kreisstraße 66 zwischen Otter und Kampen ertüchtigt. Der Landkreis hat nun auf dem Streckenabschnitt ebenfalls eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h angeordnet. "Weitere Planungen für einen Ausbau, auch zur Realisierung eines Radwegs entlang der K66 gibt es derzeit noch nicht", erläutert Frosdorfer.

"Um belastbare Daten zur Bedeutung der Radwegeverbindung zu gewinnen, findet derzeit über zwei Radzählgeräte in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) ein Monitoring des Radverkehrs auf der Strecke, insbesondere auch zwischen Königsmoor und Otter statt. Die entsprechenden Daten sind für die Festlegung des weiteren Vorgehens wichtig. Aktuell stehen ohnehin nicht ausreichend Planungskapazitäten zur Verfügung, um den Lückenschluss K23/K41 vorrangig voranzutreiben. Sobald Kapazitäten frei werden, wird die Planung hier wieder aufgenommen", so Frosdorfer.

Nicht mehr verkehrssicher und Radwege fehlen ganz
Die K23 in Königsmoor ist auf einem langen Abschnitt von Bäumen umsäumt mit angrenzenden Feldern, die Kranichen als Rastplätze dienen | Foto: bim
Die K66 zwischen Kampen und Otter ist seit vielen Jahre in einem  katastrophalen Zustand: Mit 5,50 Metern sehr schmal für motorisierten Begegnungsverkehr und zu den Seitenrändern absackt | Foto: bim
Auch in Kampen fehlt ein Radweg entlang der K66 | Foto: bim
Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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