Heidenaus Modellflieger suchen Nachwuchs
Abheben erlaubt
- Natur, frische Luft und ein Blick in den Himmel - ein tolles Hobby für Jungs und Mädchen und natürlich auch Erwachsene
- Foto: tml
- hochgeladen von Tina Lüecke
tml. Heidenau. „Mama, können wir da wieder hin?" Wenn ein Neunjähriger diese Frage schon im Auto stellt, bevor der Flugplatz überhaupt aus dem Rückspiegel verschwunden ist, dann hat ein Verein etwas richtig gemacht. Was war passiert? Erst wurde geschraubt, dann gestaunt: Auf dem liebevoll gepflegten Modellflugplatz am Ortsrand von Heidenau darf Finn, neun Jahre alt, an diesem Vormittag selbst Hand anlegen, bevor das Modell startklar ist. Dann lassen die Männer der Modellfluggruppe Condor Heidenau die Flugmodelle fliegen – und Finn steht mittendrin, den Kopf im Nacken, und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Diese Geschwindigkeit! Diese Wendigkeit! Und wie viel Technik in so einem Flieger steckt, hätte er auch nicht gedacht.
Szenen wie diese wünscht sich die Modellfluggruppe Condor Heidenau öfter. Seit 1967 wird auf dem vereinseigenen Gelände geflogen, gebaut und gefachsimpelt – doch wie vielen Vereinen fehlt auch der Modellfluggruppe der Nachwuchs. Dabei ist Modellflug ein Traum für alle Jungs und Mädchen, die Tempo und Basteln lieben: Hier gehören Werkbank und Himmel zusammen. Und der Verein hat längst vorgesorgt: Von April bis Oktober lädt er an jedem dritten Sonntag morgen ab 10 Uhr zum Lehrer/Schüler-Fliegen ein.
Geflogen wird mit gutmütigen Schulungsmodellen, bei denen sich die Agilität Schritt für Schritt dem Können anpassen lässt – eines davon hat übrigens die Gemeinde Heidenau gesponsert. Rund zwölf Minuten hält eine Akkuladung, genug Zeit für ein echtes Fluggefühl. Abstürzen fast unmöglich, der Fluglehrer greift über den Lehrersender notfalls ein.
Woran hakt es dann? Der Verein um den 1. Vorsitzenden Frank Dohrmann hat da eine klare Vermutung: Modellflug sei ein klassisches "Eltern-Kind-Hobby" – eines, das richtig zündet, wenn die Eltern sich mit begeistern. Denn gemeinsam ein Modell startklar machen, gemeinsam den ersten geglückten Looping bejubeln, gemeinsam über eine verunglückte Landung lachen – das verbindet mehr als so mancher Spielenachmittag. Vorkenntnisse braucht niemand, Neugier reicht – und auch wer schon fliegen kann, bekommt Tipps für saubere Landungen oder den ersten Kunstflug.
Und Finns Frage vom Rücksitz? Die ist längst beantwortet: Ja, klar. Der nächste dritte Sonntag kommt bestimmt.
Redakteur:Tina Lüecke aus Buchholz |
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