Alte Stadtschule feierte mit Festakt und Schulfest ihr 125-jähriges Bestehen
"Entsetzen im Lehrerkollegium"

125 Jahre Alte Stadtschule: Ilona Johannsen, Elke Oppermann, Anke Müller, Stefan Pleß und der stellvertretende Bürgermeister André Bock (v. li.)
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bs. Winsen. "Die Alte Stadtschule wurde 1894 im Stil des Historismus als riesiges, hochmodernes Gebäude errichtet und nahm damals bereits 580 Schüler auf. Sie war in Winsen, neben der Kirche und dem Schloß, das einzige Gebäude mit solch imposanter Dimension", berichtete jetzt Ilona Johannsen vom Heimat- und Museumverein in Winsen. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Alten Stadtschule, hatten Rektor Stefan Pleß und seine Vertreterin Anke Müller, am vergangenen Freitag zahlreiche Gäste zu einem Schulfest und einem Festakt geladen, bei dem, neben Vertretern der Stadt und Behörden, auch "Ehemalige" zu Wort kamen. "Und dann kam die Einführung der Mengenlehre, was gab es da für ein Entsetzen im Lehrerkollegium, viele sprachen von völliger Überforderung", lacht der ehemalige Schulleiter Gerhard Bastian, der in seiner lebendigen Ansprache wichtige Einschnitte, wie die Einführung des Sexualkundeunterrichts oder der sogenannaten "Hausfrauenlehrer", in die Gegenwart zurückholte. "Der Mangel an Lehrerkräften war zeitweise so groß, dass wir auf gut ausgebildetete Hausfrauen ohne Lehrerausbildung zurück gegriffen haben, die dann in Schnellkursen auf den Lehrberuf vorbereitet wurden", berichte der Pensionär.
Elke Oppermann, Dezernentin der Niedersächsischen Landesschulbehörde, unterstrich hingegen die wachsenden Herausforderungen an den heutigen Lehrerberuf. "Der Beruf des Lehrers hat sich immens gewandelt. Die Alte Stadtschule hat aktuell 365 Schüler in 16 Klassen. Sie gibt 25 inklusiven Kindern und 198 Schülern insgesamt die Möglichkeit, in besonderen Fördergruppen zu lernen. Wir haben Kinder aus 20 verschiedenen Nationen. Für eine solche Arbeit braucht man Haltung und die sehe ich hier jeden Tag", so die Dezernentin, die sich beim gesamten Kollegium herzlich für ihr Engagement bedankte.
Auch Rektor Pleß und Konrektorin Müller bedankten sich mit bewegenden Worten beim Schulträger, der Landesschulbehörde, allen Helfern und vor allem bei ihren Kollegen. "Neben den vollgestopften Schulplänen, gibt es hier noch immer Lehrer, die sich noch darüber hinaus für die Kinder einsetzten. Ihnen die Möglichkeit geben, sich auszuprobieren. Danke für dieses Engagement, ihr seid das beste Kollegium, das ich je hatte", so Pleß.
Nach der Feierstunde wurde das große Jubiläum mit einem großen Schulfest mit internationalem Buffett, Vorführungen und zahlreichen Spielemöglichkeiten weitergefeiert. Auch die extra zum Jubiläum aufgenommene CD, mit dem Erlös soll ein neues Klettergerüst finanziert werden, ist ab sofort zum Kauf erhältlich.

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