Brücken über Kontinente
Winsen und Bolivien im Austausch
- Noelia Burgos (li.) aus Bolivien ist derzeit Gast in der katholischen Kirchengemeinde "Guter Hirt" um Koordinatorin Birgit Götte
- Foto: Anika Werner
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Seit 21 Jahren verbindet die katholische Kirchengemeinde Guter Hirt in Winsen eine enge Partnerschaft mit der Gemeinde San Martín de Porres in Tarija, Bolivien. Geprägt von persönlichem Engagement, kulturellem Austausch und nachhaltigen Projekten, ist diese Verbindung längst mehr als eine kirchliche Kooperation – sie ist eine Brücke zwischen zwei Welten.
Eine der Brückenbauerinnen ist Noelia Burgos. Die 26-Jährige absolviert derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Winsen und hat sich in der Gemeinde einen Namen gemacht. In der Kita Matthias-Claudius-Weg ist sie ein fester Teil der "Kobolde", unterstützt das Umweltteam mit kreativen Ideen und bereichert Veranstaltungen wie das Fest der Kulturen. „Noelia ist ein Geschenk für unsere Gemeinde“, sagt Birgit Götte, die Leiterin des Bolivien-Arbeitskreises. „Sie bringt so viel Freude, Engagement und auch ihre bolivianische Kultur mit.“
Beim Fest der Kulturen im August zeigte Noelia gemeinsam mit anderen FSJlern die Vielfalt Boliviens – mit Tänzen, Empanadas und traditioneller Kleidung. „Es war wunderschön, unsere Kultur hier zu teilen und zu sehen, wie interessiert die Menschen sind“, erzählt sie.
Nachhaltige Projekte und eine starke Verbindung
Die Partnerschaft begann 2001 mit dem Projekt „Comedor“, das Kindern in Tarija bis heute eine sichere Anlaufstelle bietet. Nachmittags erhalten sie dort eine warme Mahlzeit, Unterstützung bei den Hausaufgaben und einen Ort zum Spielen. „Dieses Projekt ist ein Zeichen, was durch Zusammenarbeit möglich ist“, erklärt Birgit Götte.
Darüber hinaus prägen regelmäßige Begegnungsreisen und digitale Treffen den Austausch. Besonders wichtig ist der persönliche Kontakt, der durch die Freiwilligen intensiviert wird.
Abschied mit gemischten Gefühlen
Für Noelia endet ihr FSJ im Januar, und die bevorstehende Rückkehr nach Bolivien fällt ihr sichtlich schwer. „Ich habe hier so viel erlebt und gelernt – und so viele liebe Menschen kennengelernt“, sagt sie mit einem Blick auf Birgit Götte und einem Lächeln, das ihre Traurigkeit nicht ganz verbergen kann. Besonders die Reisen innerhalb Deutschlands, etwa zur Zugspitze und an die Ostsee, haben sie beeindruckt. „An der Ostsee habe ich zum ersten Mal das Meer gesehen. Aber auch die Zugspitze war überwältigend – so viel Natur und Ruhe.“
Doch Noelia nimmt nicht nur Erinnerungen mit, sondern auch die Gewissheit, Teil eines besonderen Netzwerks zu sein. Die Partnerschaft zeigt, dass Verbundenheit über Kontinente hinweg möglich ist – und wie viel Menschen erreichen können, wenn sie gemeinsam handeln.
„Diese Verbindung ist für uns alle ein Segen“, fasst Birgit Götte zusammen. Und vielleicht kehrt Noelia eines Tages zurück – wie andere Freiwillige vor ihr, die Winsen inzwischen ihre zweite Heimat nennen.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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