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EHEC - Kampf um Entschädigung: "Wir haben genug Geld verloren"

"Unsere Ware war hervorragend", sagen Dierk (li.) und Arnold Reymers. 2011 mussten sie diesen Salat auf ihrem Feld in Buchholz wegen der EHEC-Hysterie unterpflügen (Foto: archiv)
os. Buchholz. "Wir haben schon genug Geld verloren, wir haben nichts mehr zu verschenken", sagt Arnold Reymers. Der Salat-Großerzeuger aus Buchholz kämpft auch mehr als zwei Jahre nach Ende der Infektionskrankheit EHEC noch immer um einen Teil seiner Entschädigung. Er hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen verklagt, weil diese nur einen Teil der Entschädigungssumme gezahlt hat. In Kürze steht der Berufungsprozess vor dem Oberlandesgericht in Celle an. "Es geht um eine schöne Summe", sagt Reymers. Zahlen nennt er nicht.
Wie berichtet, hatten im Sommer 2011 vor allem Salatbauern in Norddeutschland unter der EHEC-Hysterie zu leiden. Das staatseigene Robert-Koch-Institut hatte vor dem Verzehr von Salat, Tomaten und Gurken aus der Region gewarnt. Zahlreiche Landwirte, so auch Arnold Reymers, mussten große Teile ihrer Ernte unterpflügen. Für den wirtschaftlichen Schaden möchte er nun einen Ausgleich.
Auf die Landwirtschaftskammer ist Reymers nicht gut zu sprechen. Die niedersächsische Kammer sei die einzige, die den Salaterzeugern einen großen Teil der Entschädigung vorenthalte. "Überall sonst wurde bezahlt, nur bei uns nicht", ärgert sich Reymers. Großzügig abgefunden seien nur Genossenschaften, Selbsterzeuger schauten in die Röhre.
Reymers ärgert sich über die Vorgehensweise der Landwirtschaftskammer. Diese habe 2011 mehrere Wochen gebraucht, um Landwirten Formulare zum Ausgleich von Verlusten zur Verfügung zu stellen. "Dann musste ich innerhalb weniger Stunden antworten", erinnert sich Reymers. Die Kammer habe dann nur einen Teil der Summe bezahlt. "Die Mitarbeiter sagten mir, dass sie ja nicht wüssten, ob auf meinen Feldern gute oder schlechte Ware war", so der Großerzeuger. Dabei habe er den Kauf der Salatpflanzlinge und die Aufzucht genauestens dokumentiert. Reymers wundert sich, warum die eigene Landwirtschaftskammer den Bauern so viele Knüppel zwischen die Beine wirft. Das Problem liege im System: "Es ist ungünstig, dass die Kammer für uns gleichzeitig Berater und Kontrolleur ist."
Die Landwirtschaftskammer sah sich nicht imstande, bis Redaktionsschluss Stellung zu beziehen. Der zuständige Sachbearbeiter, der die Fragen beantworten könne, sei in dieser Woche auf Dienstreise, so die Begründung.