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Gut gedacht - schlecht gemacht

Viele Hindernisse: der neue Fahrradschutzstreifen an der Lüneburger Straße
 
Von dieser Aufstellfläche müssen die Radfahrer die Lüneburger Straße queren, um auf der linken Seite weiterzufahren

Buchholz: Neuer Fahrradschutzstreifen - wie eine Aktion zur Stärkung des Radverkehrs nach hinten losgeht

os. Buchholz. Parkbucht, Bushaltestelle oder Pokémon-Fangstation? Weit gefehlt - der Pflasterstreifen an der Lüneburger Straße in Buchholz ist eine Querungshilfe für Radfahrer! Im Zusammenhang mit einem neuen Fahrradschutzstreifen soll er die Benutzung der Straße für Radler sicherer machen. Aber ergibt das an dieser Stelle Sinn?
Fahrradschutzstreifen sind ein probates Mittel, um Radler gleichberechtigt mit Autofahrern auf die Fahrbahn zu bekommen. Allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen passen. An der Lüneburger Straße, die als Verbindungsstraße nach Jesteburg dient, wurde jüngst ein rund ein Kilometer langer Fahrradschutzstreifen aufgebracht. Kosten: 2.500 Euro. Dieser ist Teil des vom Rat mit großer Mehrheit beschlossenen „Masterplan Radverkehr“. Das Problem: Auf den ersten Metern haben die Radfahrer mit vielen Hindernissen zu kämpfen, die ein gefahrloses Nutzen der Fahrbahn fast unmöglich machen. Gäste eines Fitness-Studios parken mitunter ebenso verbotenerweise auf Teilen des Schutzstreifens wie Fahrzeuge des Autohauses Köhnke und Kunden von drei Büros an der Lüneburger Straße. Zudem sind zu Gottesdienstzeiten der St. Petrus-Gemeinde beide Straßenseiten stark zugeparkt. Kurz vor dem Ortsausgang werden die Radfahrer unvermittelt auf eine Aufstellfläche abseits der Fahrbahn geleitet. Grund: Dort müssen die Radler die Lüneburger Straße queren, um fortan den kombinierten Rad- und Gehweg auf der linken Seite zu nutzen.

KOMMENTAR

Zu viele Hindernisse auf der Straße

Ich bin leidenschaftlicher Radfahrer, nutze das Fahrrad wann immer es geht. Ich befahre auch gern den Fahrradschutzstreifen an der Bremer Straße in Buchholz. Den neuen Fahrradschutzstreifen an der Lüneburger Straße befahre ich nicht gern. Er taugt nichts an dieser Stelle, weil er das Radfahren auf der Straße nicht sicherer macht, sondern unsicherer.
Ein Schutzstreifen ergibt dort Sinn, wo er ohne Hindernisse auf der Fahrbahn entlangführt. An der Lüneburger Straße gibt es Hindernisse en masse - vor allem in Form von Autos, die dort abgestellt sind und so die Radfahrer gefährden.
Ich vermisse bei diesem Fahrradschutzstreifen die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung. Der Fahrradschutzbeauftragte Michael Mühlbauer, der Chef der Verkehrsbehörde Matthias Krohn, und Stadtbaurätin Doris Grondke machen es sich zu einfach, wenn sie die Maßnahme - wie im „Masterplan Radverkehr“ vorgesehen - umsetzen, ohne den Nutzern eine Information an die Hand zu geben, wie sie sich dort verhalten sollen. Nicht jeder Autofahrer weiß offenbar, dass er auf einem Fahrradschutzstreifen nicht parken darf, auch nicht mit nur zwei Rädern. Mancher Radfahrer steht zudem ratlos vor der Aufstellfläche, auf die er am Ende des Fahrradschutzstreifens unvermittelt abbiegen muss. Ja, hier muss er tatsächlich auf die linke Straßenseite wechseln.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), von dem der „Masterplan Radverkehr“ ein Teil ist, wurde u.a. erstellt, um einzelne Baumaßnahmen zu vermeiden und stattdessen eine umfassende, langfristig angelegte Stadtentwicklung zu ermöglichen. Der Fahrradschutzstreifen an der Lüneburger Straße ist das Gegenteil: Er ist genau diese Einzelbaumaßnahme, die es eigentlich nicht mehr geben soll.
Ich plädiere dafür, das angedachte Veloroutenkonzept umzusetzen. Dieses soll Radfahrer abseits von Hauptverkehrsstrecken führen. Radfahrer könnten die Lüneburger Straße z.B. meiden, indem sie den Langen Sal, den Itzenbüttler Weg und den Klecker Weg nutzen. Oliver Sander

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