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Olaf Muus: „Die Bauarbeiter sind schuld!“

Vor drei Wochen wies das WOCHENBLATT auf das zu kleine Rohr hin. Jetzt wurde reagiert (Foto: Montage: MSR)
Vor drei Wochen sah Samtgemeinde-Chef Olaf Muus noch keinen Handlungsbedarf: Das WOCHENBLATT hatte von der Angst der Hingstkamp-Anwohner berichtet, „abzusaufen“. Jetzt stellte sich heraus: das Rohr war tatsächlich zu klein.

mum. Hanstedt. „Wir werden hier absaufen!“ Mitte September hatte das WOCHENBLATT einen Hilferuf veröffentlicht: Anwohner des Hingstkamps in Hanstedt fürchteten, dass ihre Häuser beim nächsten Stark-regen überflutet werden. Die Gemeinde hatte zur Entwässerung - unter anderem des Neubaugebiets „Homanns Busch“ - ein deutlich kleineres Rohr als zuvor verlegt, obwohl das bisherige Rohr schon nicht ausreichte. Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus sah keinen Grund, die Maßnahme zu hinterfragen. „Experten haben berechnet, wie groß das Rohr sein muss, damit es nicht zu einer Überflutung kommen kann. Ich gehe davon aus, dass die Bedenken der Anwohner unbegründet sind“, so Muus damals.
Das war vor drei Wochen. Inzwischen wurde die Straße erneut aufgerissen und das Rohr ausgetauscht. „Offensichtlich hat die ausführende Firma da einen Fehler gemacht“, sagt Muus jetzt. Mitarbeiter der Gemeinde hätten bei der Abnahme festgestellt, dass ein zu kleines Rohr eingesetzt worden war.
Muus bestreitet, dass der Artikel im WOCHENBLATT zur Meinungsänderung geführt habe. „Der Fehler liegt eindeutig bei der Baufirma. Sie wird auch die zusätzlichen Kosten tragen.“
Der Hintergrund: Entlang der Straße Hingstkamp fließt ein kleiner Entwässerungsgraben, der auf Höhe der Straße „Roter Kamp“ mit einem kleinen Bach zusammenfließt. Von dort aus führte bislang ein 70er Rohr unter der Straße hindurch raus aus Hanstedt. „Immer wieder können wir hier erleben, dass das Rohr für die Wassermassen nicht groß genug ist“, sagt ein Anwohner. Kleinere Überflutungen seien die Regel. „Alle fünf Jahre saufen wir hier aber richtig ab!“ Die Nachbarn hätten gehofft, dass durch das Neubaugebiet „Homanns Busch“ alles besser werde. Immerhin entsteht in direkter Nachbarschaft das größte Wohngebiet der Gemeinde.
Doch statt eines größeren Rohres hatte man dort mit einem 50er Rohr ein noch kleineres verlegt. Die Anwohner befürchten, dass durch die extreme Bebauung des Areals das Regenwasser nicht versickern kann und es dann zwangsläufig vor ihrer Haustür zu Überflutungen kommen wird.
Ist denn jetzt alles gut? Wohl eher nicht! Die Anwohner sind auf Zinne, dass niemand auf sie hören wollte. „Wir haben unsere Bedenken der Gemeinde mitgeteilt und sogar die Bauarbeiter angesprochen“, so ein Nachbar. „Aber man schickte uns weg.“ Übrigens: Die Gemeinde hat jetzt nicht etwa wieder ein 70er Rohr verwendet, sondern lediglich ein 60er Rohr verlegen lassen. Dazu Olaf Muus: „Die Experten sind sich sicher, dass diese Größe ausreicht.“ Dieser Satz löst wohl bei so manchem Anwohner ein Déjà-vu-Gefühl aus.

Ein Lese-Tipp:
„Wir werden hier absaufen!“